- 29.01.2006, 09:00:00
- /
- OTS0008 OTW0008
"trend": Leitl für radikale Vereinfachung des Steuersystem
Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl will "in Richtung 38 Prozent Grenzsteuersatz" gehen und das Steuersystem generell vereinfachen
Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Wirtschaftskammer,
Christoph Leitl, möchte die Klein- und mittelständischen Unternehmen
entlasten und besonders "die Diskriminierung der
Einkommenssteuerzahler beseitigen", erklärt er in der am Dienstag
erscheinenden Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend". Leitl
wörtlich: "Während alle Unselbständigen und auch viele Selbständige
über eine GmbH eine Steuerbegünstigung für den 13. und 14. Gehalt
erzielen und somit nur 43 Prozent effektiven Spitzensteuersatz
zahlen, können die kleinen Freiberufler und die kleinen Handels- und
Gewerbetreibenden diese Sechstelbegünstigung nicht lukrieren. " Die
Diskriminierung sei ganz einfach über die Einkommenssteuererklärung
zu beseitigen. "200.000 Personen sind betroffen, für die Maßnahme
wären 600 Millionen Euro notwendig. Das ist eine umsetzbare Größe."
sagt Leitl, der das Jahr 2006 zum "Jahr des Mittelstands" ausgerufen
hat.
Im "trend"-Interview nennt er auch anzusteuernde Fernziele: "Wenn
alle 43 Prozent Grenzsteuersatz haben, kann man die vierzig Prozent
Spitzensteuersatz ins Visier nehmen. Als Zielvorstellung kann man
sich in Richtung 38 Prozent Grenzsteuersatz bewegen." Für die nächste
Legislaturperiode erwartet sich der WKO-Präsident jedenfalls "eine
umfassende Einkommenssteuerreform, ein energisches Angehen der
Lohnnebenkosten". Das Geld dafür solle aus einer dynamischen
Wirtschaftsentwicklung, aus der Verwaltungsreform und der
Organisationsreform im Gesundheitswesen kommen: "Insgesamt sind hier
locker fünf bis sechs Milliarden Euro herauszuholen."
Grundsätzlich möchte der einflussreiche Sozialpartner eine
"radikale, dramatische Vereinfachung unseres sehr komplexen
Steuersystems". Seine Idee: Man solle das "Steuersystem vom sozialen
Transfersystem trennen". Öffentliche Stellen, vor allem die
Gemeinden, sollten die Transferleistungen nach Bedürftigkeit
auszahlen. Leitl: "Dort kennt man die Menschen, die Bedürftigkeit.
Das wäre eine sehr grundsätzliche Reform, die in der nächsten
Legislaturperiode angedacht und umgesetzt gehört."
Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TRE