Österreich-Premiere der Fernsehserie "Bombenjahre"

Kreisky: "Macht was Ordentliches"

Wien (OTS) - "Wenn ihr was macht, dann macht wenigstens was Ordentliches." Mit diesen Worten soll der damalige Außenminister Dr. Bruno Kreisky eine Delegation des Befreiungs-Ausschusses Südtirol (BAS) nach einem Gespräch Anfang der 60er Jahre verabschiedet haben. Tage später krachten in Südtirol die Bomben.

Dies ist eine der Sensationen, die in der sechsteiligen Fernsehserie "Bombenjahre" enthalten sind, die von den Südtirolern Christian Franceschini und Helmut Lechthaler für den Fernsehsender RAI Bozen produziert wurde und die - als Doppel-DVD - im Vienna International Press Center des ÖJC unweit des Mozart-Hauses in der Wiener Blutgasse ihre Österreich-Premiere erlebte. Die politisch brisante DVD ist im Österreichischen Journalisten Club (www.oejc.at) zum Selbstkostenpreis um 47 Euro inklusive Steuer und exklusive Versand zu erwerben.

Die Fernseh-Serie "Bombenjahre", die der Historiker Christoph Franceschini als Auftragsarbeit des Fernsehsenders RAI Bozen gemeinsam mit dem Filmemacher Helmut Lechthaler produziert hatte, ging 18 Monate lang nicht auf Sendung. Der RAI-Programmdirektion erschien der Inhalt zu brisant. Franceschini: "Im vorauseilenden Gehorsam hat man hier versucht, diesen Film eines stillen Todes sterben zu lassen oder zu schubladisieren."

Erst die Drohung mit einer Pressekonferenz brachte im Juni 2004 den sprichwörtlichen Stein ins Rollen. Ein erstes Treffen mit dem römischen Programmverantwortlichen klärte die Bedenken: die italienische Seite komme bei der Berichterstattung zu kurz.

Inzwischen hatten aber drei historische Gutachten und ein rechtliches Gutachten bestätigt, dass kein Grund für ein Verbot der Ausstrahlung gegeben war. Also einigte man sich auf einen Kompromiss:
Drei italienische Zeitzeugen, die einer Kürzung zum Opfer gefallen waren, wurden wieder in den Film aufgenommen. Franceschini: "Das hat dem Film sehr gut getan."

Dafür verzichtete die RAI auf Kürzungen. Franceschini: "Es ist keine Sekunde der ursprünglichen Fassung weggefallen."

So wurde die Serie im Jänner und Februar 2005 in Südtirol in deutscher Sprache mit italienischen Untertiteln ausgestrahlt. Sie wurde, wie ÖJC-Vizepräsidentin Brigitta Kirch berichtet, "ein Straßenfeger". Ganze Familien ließen alles andere liegen und stehen und versammelten sich um den Fernsehapparat, um die "Bombenjahre" zu sehen. Postwendend wurde dieser Film im selben Jahr vom ÖJC mit dem Gatterer-Preis geehrt. Damit war der Durchbruch erreicht. "Für uns ist diese TV-Serie ein Musterbeispiel, wie Journalisten ein schwieriges Thema hervorragend aufarbeiten können. Das muss man einfach in Österreich zeigen, stellt der Film doch auch österreichische Zeitgeschichte dar", so ÖJC-Präsident Fred Turnheim mit der Begründung, warum der ÖJC sich zu einer Österreich-Premiere der Dokumentarfilm-Reihe entschlossen hat.

Länger als in Italien muss man in Österreich auf die Ausstrahlung der Serie warten. Bisher ist kein Termin dafür vorgesehen, obwohl viel österreichische Prominenz aller politischen Lager darin vorkommt. Beispiele sind der Verleger Fritz Molden, der den Befreiungs-Ausschuss Südtirol (BAS) auch finanziell unterstützt hat und sich in der Fernsehserie ausdrücklich zu deren Ideen bekennt, aber auch der ehemalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher sowie die Sozialdemokraten Bruno Kreisky und Rupert Zechtl, SPÖ-Landesrat in Tirol.

Der einzige Zugang zu dieser historisch wichtigen Information bleibt vorerst die Doppel-DVD, die im ÖJC www.oejc.at erhältlich ist.

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