- 27.01.2006, 11:12:01
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Österreich-Premiere der Fernsehserie "Bombenjahre"
Kreisky: "Macht was Ordentliches"
Wien (OTS) - "Wenn ihr was macht, dann macht wenigstens was
Ordentliches." Mit diesen Worten soll der damalige Außenminister Dr.
Bruno Kreisky eine Delegation des Befreiungs-Ausschusses Südtirol
(BAS) nach einem Gespräch Anfang der 60er Jahre verabschiedet haben.
Tage später krachten in Südtirol die Bomben.
Dies ist eine der Sensationen, die in der sechsteiligen
Fernsehserie "Bombenjahre" enthalten sind, die von den Südtirolern
Christian Franceschini und Helmut Lechthaler für den Fernsehsender
RAI Bozen produziert wurde und die - als Doppel-DVD - im Vienna
International Press Center des ÖJC unweit des Mozart-Hauses in der
Wiener Blutgasse ihre Österreich-Premiere erlebte. Die politisch
brisante DVD ist im Österreichischen Journalisten Club (www.oejc.at)
zum Selbstkostenpreis um 47 Euro inklusive Steuer und exklusive
Versand zu erwerben.
Die Fernseh-Serie "Bombenjahre", die der Historiker Christoph
Franceschini als Auftragsarbeit des Fernsehsenders RAI Bozen
gemeinsam mit dem Filmemacher Helmut Lechthaler produziert hatte,
ging 18 Monate lang nicht auf Sendung. Der RAI-Programmdirektion
erschien der Inhalt zu brisant. Franceschini: "Im vorauseilenden
Gehorsam hat man hier versucht, diesen Film eines stillen Todes
sterben zu lassen oder zu schubladisieren."
Erst die Drohung mit einer Pressekonferenz brachte im Juni 2004
den sprichwörtlichen Stein ins Rollen. Ein erstes Treffen mit dem
römischen Programmverantwortlichen klärte die Bedenken: die
italienische Seite komme bei der Berichterstattung zu kurz.
Inzwischen hatten aber drei historische Gutachten und ein
rechtliches Gutachten bestätigt, dass kein Grund für ein Verbot der
Ausstrahlung gegeben war. Also einigte man sich auf einen Kompromiss:
Drei italienische Zeitzeugen, die einer Kürzung zum Opfer gefallen
waren, wurden wieder in den Film aufgenommen. Franceschini: "Das hat
dem Film sehr gut getan."
Dafür verzichtete die RAI auf Kürzungen. Franceschini: "Es ist
keine Sekunde der ursprünglichen Fassung weggefallen."
So wurde die Serie im Jänner und Februar 2005 in Südtirol in
deutscher Sprache mit italienischen Untertiteln ausgestrahlt. Sie
wurde, wie ÖJC-Vizepräsidentin Brigitta Kirch berichtet, "ein
Straßenfeger". Ganze Familien ließen alles andere liegen und stehen
und versammelten sich um den Fernsehapparat, um die "Bombenjahre" zu
sehen. Postwendend wurde dieser Film im selben Jahr vom ÖJC mit dem
Gatterer-Preis geehrt. Damit war der Durchbruch erreicht. "Für uns
ist diese TV-Serie ein Musterbeispiel, wie Journalisten ein
schwieriges Thema hervorragend aufarbeiten können. Das muss man
einfach in Österreich zeigen, stellt der Film doch auch
österreichische Zeitgeschichte dar", so ÖJC-Präsident Fred Turnheim
mit der Begründung, warum der ÖJC sich zu einer Österreich-Premiere
der Dokumentarfilm-Reihe entschlossen hat.
Länger als in Italien muss man in Österreich auf die Ausstrahlung
der Serie warten. Bisher ist kein Termin dafür vorgesehen, obwohl
viel österreichische Prominenz aller politischen Lager darin
vorkommt. Beispiele sind der Verleger Fritz Molden, der den
Befreiungs-Ausschuss Südtirol (BAS) auch finanziell unterstützt hat
und sich in der Fernsehserie ausdrücklich zu deren Ideen bekennt,
aber auch der ehemalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher sowie die
Sozialdemokraten Bruno Kreisky und Rupert Zechtl, SPÖ-Landesrat in
Tirol.
Der einzige Zugang zu dieser historisch wichtigen Information
bleibt vorerst die Doppel-DVD, die im ÖJC www.oejc.at erhältlich ist.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Journalisten Club Dr. Herbert Laszlo 1010 Wien Blutgasse 3 Tel.: (01) 982 85 55 0 Fax: (01) 982 85 55 50 [email protected] www.oejc.at www.pressezentrum.at
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