• 27.01.2006, 11:08:13
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Sicher am Board: 13-jährige Hauptschüler am meisten gefährdet

AUVA erstmals bei Snowboard-Schulmeisterschaften Burgenland, Niederösterreich und Wien starten ab 9. Februar in St. Kathrein und am Hochkar

Wien (OTS) - Statt "high in the air" "down in bed":
Dreizehnjährigen Hauptschülern passieren in Burgenland,
Niederösterreich und Wien die häufigsten Snowboardunfälle. Zum
Unterschied von allen anderen Schulsportunfällen sind mehr Mädchen
als Burschen betroffen. Erfreulich ist, dass die Anzahl der
Boardunfälle generell seit dem Jahr 2003 leicht sinkt. Der
AUVA-Unfallverhütungsdienst nützt 2006 erstmals die
Schüler-Snowboard-Meisterschaften, um auf die Verletzungsgefahren
aufmerksam zu machen und für ein rücksichtsvolles Miteinander zu
werben.

Bei den Snowboard-Schulmeisterschaften nehmen rund 5.500
Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren aus allen Schultypen teil.
Vor dem Finale am 24. März werden in jedem Bundesland Ausscheidungen
gefahren. Die Ausscheidungs-Crossläufe für Burgenland,
Niederösterreich und Wien finden am 9. Februar 2006 in St. Kathrein
/Hauenstein (Burgenland), 20. 2. (NÖ) und 21.2. (Wien) am Hochkar
statt. Es werden rund 900 Jugendliche aus diesen drei Bundesländern
erwartet. AUVA-Psychologen und Präventionsexperten werden richtiges
Verhalten auf und abseits der Piste erklären und wie eine passende
Ausrüstung beschaffen sein soll. Ein Gewinnspiel für Schulklassen und
ein Helm-Design-Wettbewerb - die besten Designs gehen in Serien -
sollen den Sicherheitsgedanken festigen.

Parallel dazu gibt es die traditionellen Wintersport-Sicherheitstage
der AUVA für Schüler der 5. bis 9. Schulstufe.

Jeder Winter bringt Schlagzeilen über Snowboarder, die abseits der
Pisten Lawinen auslösen und andere in Gefahr bringen. Der Traum vom
"King of Spin" oder "Lord of the Boards" ist rasch ausgeträumt,
Jugendliche mit schweren Bein- oder Armbrüchen und Hand- sowie
Kopfverletzungen füllen die Unfallkliniken. In den Jahren 2000 bis
2004 hatten rund 9.700 Schüler aus Burgenland, Niederösterreich und
Wien einen Wintersportunfall. 39 Prozent passierten beim Skifahren,
36 Prozent beim Snowboarden und rund 25 Prozent beim Eis laufen.

Im Bereich der AUVA-Landesstelle Wien gab es in diesen vier Jahren
bereits mehr Knochenbrüche beim Snowboarden als beim Skifahren. Die
AUVA-Statistik zählt alle Unfälle, die während des Schulbetriebs also
bei Schulveranstaltungen, Schulsportwochen, etc. passieren. Alle
Schüler und Studenten sind automatisch und kostenlos während der
Schulzeit durch die AUVA versichert. Für Schülerunfälle in der
Freizeitbereich ist die AUVA nicht zuständig. Die AUVA übernimmt
direkt oder indirekt Behandlungs- und Rehabilitationskosten zum
Beispiel für einen Zahnersatz, oder Renten etc.

Drei Sicherheits-Tipps

Um die Unfallgefahr zu senken, rät Dipl.-Ing. Wolfgang Glaser,
Leiter des Unfallverhütungsdienstes der AUVA-Landesstelle Wien, allen
Snowboardern vor allem drei Tipps zu beherzigen:

- Vor dem Losfahren (in der Früh oder nach der Mittagspause) ein
kurzes Aufwärmen einbauen. Einfache Übungen für Arm- und
Beinmuskulatur reichen - dabei merken wir schon, wie "steif" wir
noch sind.

- Wir überschätzen oft die eigene Fahrtechnik. In einer Gruppe
bestimmt das schwächste Mitglied das Tempo. Sie oder er sollte am
besten als Erster fahren.

- Oft fahren die Besseren voraus und warten auf den Rest der
Gruppe. Kaum ist der Letzte angekommen, fährt die (inzwischen
ausgeruhte) Gruppe weiter. Wenn die oder der Langsamste kaum zum
Verschnaufen kommt, erhöht sich ihre oder seine Verletzungsgefahr.

Anerkannte Schülerunfälle nach Wintersportarten: AUVA-Statistik der
Jahre 2000 bis 2004

Während die Tendenz der Snowboardunfälle ab 2000 steigend war, so
sinkt sie seit dem Jahr 2003 wieder. In Österreich verletzen sich
etwas mehr Mädchen als Burschen mit dem Snowboard. Besonders
gefährdet sind 13-jährige Hauptschulbesucher wohl auf Grund der
ersten Kurse und der großen Anzahl. Interessant ist, dass es in den
Jahren 2000 bis 2004 im Burgenland und auch in Niederösterreich mehr
Unfälle mit Snowboards gab, als mit Skiern. Wien liegt im
Bundestrend: rund 300 Skiunfälle mehr als Snowboardunfälle in den
Jahren 2000 bis 2004. Dafür gibt es in Wien beim Eis laufen in diesem
Zeitraum genau so viele Verletzungen wie beim Boarden.

Bereich           Ski     Snowboard     Eis laufen     Wintersport
                                                         gesamt    

 Wien             1.508     1.219         1.219            3.946   
 Niederösterreich 1.975     1.990         1.104            5.069   
 Burgenland         260       287           117              664   

 AUVA-Landesstelle                                                 
 Wien             3.743     3.496         2.440            9.679   
               (38.7 % d.   (36 % d.     (25 % d.                  
             Wintersport-  Wintersport -  Wintersport-             
             unfälle in     unfälle in    unfälle in               
               W, N, B)    in W, N, B)    in W, N, B               

 Österreich       9.719     7.080          5.238          22.037   
            (Anteil an      (32 % der       (24 % der              
      Winter-Sportunfällen:  Winter-        Winter-Sport-          
                   44%)   -Sportunfälle)     unfälle)

In den Jahren 2000 bis 2004 ereigneten sich im Bereich der
AUVA-Landesstelle Wien 38,5 Prozent der Skiunfälle sowie 49 Prozent
der Snowboardunfälle und 46,6 Prozent der Eislaufunfälle aller
österreichischen Schüler. Nicht berücksichtigt werden
Freizeitunfälle.

Schüler lernen Sicherheit:

Schulexperten Dr. Mechthild Rotter erklärt das Konzept der AUVA:
"Jugendliche brauchen Sport und Bewegung mehr denn je. Sie können
damit einen gesunden Ausgleich zum Stress des Alltags schaffen.
Snowboarden lockt natürlich in erster Linie durch den Abenteuerwert
und die Rasanz dieser Sportart. Jugendliche kennen die Gefahren
nicht, schätzen Risiken und ihr eigenes Fahrkönnen falsch ein und
lassen sich von Videos oder TV-Übertragungen von Weltcupbewerben
beeindrucken. Das harte Training, die Materialpflege und das
notwendige Aufwärmen wird ausgeblendet. Auch, dass die Strecke für
Rennen gesperrt und nicht wie üblich überfüllt ist.

Die AUVA, die Unfallversicherung aller Schüler und Schülerinnen
Österreichs, zielt genau darauf ab: auf die Sensibilisierung
Jugendlicher für sichere Wintersporttage oder -wochen. Wichtig sind
hier besonders die Medien der AUVA zur Vorbereitung.
Schülerbroschüren und ein Video geben Jugendlichen Tipps und wichtige
Informationen, damit sie möglichst unfallfrei durch die
Wintersporttage kommen."

Das AUVA-Infomaterial vermittelt soziales Verhalten auf stark
frequentierten Pisten. Schüler können Sicherheit lernen, wenn die
Informationen - z. B. in Comics, Team- oder Projektarbeit - attraktiv
vermittelt werden. Die Inhalte reichen von der Vorbereitung,
Ausrüstung, dem Fahren in Gruppen bis hin zur Anwendung der
Snowboard-Rules und der aktuellen Pistenregeln. Statt auswendig
Lernen der Regeln wird empfohlen, die Themen aktiv zu bearbeiten und
besonders auf die Situationen und das Verhalten beim Wintersport
näher einzugehen. Folgende Broschüren, Poster und Videos für Schulen
sind bei der AUVA unter E-Mail: [email protected] zu
bestellen:

- "Was ist wichtig - was ist richtig beim Skifahren, Snowboarden
und Carven?" - Schülerbroschüre, Lehrerbroschüre
- "Snow & Fun" - Video zur Vorbereitung auf die Wintersportwochen
- Poster "!Gib 8" mit Tipps für mehr Sicherheit im Wintersport.

Gewinnspiel für die Klasse - Richter sein im Team:

Das Gewinnspiel für die Klasse - "Richter sein im Team" - zeigt
Unfallsituationen auf, welche tatsächlich passiert sind und mit
schwerwiegenden Folgen für die Beteiligten (körperliche Schäden und
rechtliche Bestrafungen durch die Gerichte) geendet haben. Die
Schülerinnen und Schüler sollen Richter im Team sein, den
Unfallhergang in einer Klassendiskussion erörtern und das
Unfallgeschehen beurteilen. Wer hat welche Fehler begangen und
FIS-Pistenregeln verletzt? Welche Schutzausrüstung hätte Unfallfolgen
vermieden oder verringert? Die Lösung der Klasse muss spätestens bis
31. März 2006 an die AUVA gesendet werden.

Rückfragehinweis:
Gabriela Würth, GWK,
Tel.: (02242) 38300, (0676) 33 24 879
E-Mail: [email protected]

Dipl.-Ing. Wolfgang Glaser, AUVA-Landesstelle Wien,
Tel.: (01) 33133 252
E-Mail: [email protected]

Dr. Mechthild Rotter, AUVA,
Tel.: (01) 33 111-0
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAU

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