Sicher am Board: 13-jährige Hauptschüler am meisten gefährdet

AUVA erstmals bei Snowboard-Schulmeisterschaften Burgenland, Niederösterreich und Wien starten ab 9. Februar in St. Kathrein und am Hochkar

Wien (OTS) - Statt "high in the air" "down in bed":
Dreizehnjährigen Hauptschülern passieren in Burgenland, Niederösterreich und Wien die häufigsten Snowboardunfälle. Zum Unterschied von allen anderen Schulsportunfällen sind mehr Mädchen als Burschen betroffen. Erfreulich ist, dass die Anzahl der Boardunfälle generell seit dem Jahr 2003 leicht sinkt. Der AUVA-Unfallverhütungsdienst nützt 2006 erstmals die Schüler-Snowboard-Meisterschaften, um auf die Verletzungsgefahren aufmerksam zu machen und für ein rücksichtsvolles Miteinander zu werben.

Bei den Snowboard-Schulmeisterschaften nehmen rund 5.500 Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren aus allen Schultypen teil. Vor dem Finale am 24. März werden in jedem Bundesland Ausscheidungen gefahren. Die Ausscheidungs-Crossläufe für Burgenland, Niederösterreich und Wien finden am 9. Februar 2006 in St. Kathrein /Hauenstein (Burgenland), 20. 2. (NÖ) und 21.2. (Wien) am Hochkar statt. Es werden rund 900 Jugendliche aus diesen drei Bundesländern erwartet. AUVA-Psychologen und Präventionsexperten werden richtiges Verhalten auf und abseits der Piste erklären und wie eine passende Ausrüstung beschaffen sein soll. Ein Gewinnspiel für Schulklassen und ein Helm-Design-Wettbewerb - die besten Designs gehen in Serien -sollen den Sicherheitsgedanken festigen.

Parallel dazu gibt es die traditionellen Wintersport-Sicherheitstage der AUVA für Schüler der 5. bis 9. Schulstufe.

Jeder Winter bringt Schlagzeilen über Snowboarder, die abseits der Pisten Lawinen auslösen und andere in Gefahr bringen. Der Traum vom "King of Spin" oder "Lord of the Boards" ist rasch ausgeträumt, Jugendliche mit schweren Bein- oder Armbrüchen und Hand- sowie Kopfverletzungen füllen die Unfallkliniken. In den Jahren 2000 bis 2004 hatten rund 9.700 Schüler aus Burgenland, Niederösterreich und Wien einen Wintersportunfall. 39 Prozent passierten beim Skifahren, 36 Prozent beim Snowboarden und rund 25 Prozent beim Eis laufen.

Im Bereich der AUVA-Landesstelle Wien gab es in diesen vier Jahren bereits mehr Knochenbrüche beim Snowboarden als beim Skifahren. Die AUVA-Statistik zählt alle Unfälle, die während des Schulbetriebs also bei Schulveranstaltungen, Schulsportwochen, etc. passieren. Alle Schüler und Studenten sind automatisch und kostenlos während der Schulzeit durch die AUVA versichert. Für Schülerunfälle in der Freizeitbereich ist die AUVA nicht zuständig. Die AUVA übernimmt direkt oder indirekt Behandlungs- und Rehabilitationskosten zum Beispiel für einen Zahnersatz, oder Renten etc.

Drei Sicherheits-Tipps

Um die Unfallgefahr zu senken, rät Dipl.-Ing. Wolfgang Glaser, Leiter des Unfallverhütungsdienstes der AUVA-Landesstelle Wien, allen Snowboardern vor allem drei Tipps zu beherzigen:

- Vor dem Losfahren (in der Früh oder nach der Mittagspause) ein kurzes Aufwärmen einbauen. Einfache Übungen für Arm- und Beinmuskulatur reichen - dabei merken wir schon, wie "steif" wir noch sind.

- Wir überschätzen oft die eigene Fahrtechnik. In einer Gruppe bestimmt das schwächste Mitglied das Tempo. Sie oder er sollte am besten als Erster fahren.

- Oft fahren die Besseren voraus und warten auf den Rest der Gruppe. Kaum ist der Letzte angekommen, fährt die (inzwischen ausgeruhte) Gruppe weiter. Wenn die oder der Langsamste kaum zum Verschnaufen kommt, erhöht sich ihre oder seine Verletzungsgefahr.

Anerkannte Schülerunfälle nach Wintersportarten: AUVA-Statistik der Jahre 2000 bis 2004

Während die Tendenz der Snowboardunfälle ab 2000 steigend war, so sinkt sie seit dem Jahr 2003 wieder. In Österreich verletzen sich etwas mehr Mädchen als Burschen mit dem Snowboard. Besonders gefährdet sind 13-jährige Hauptschulbesucher wohl auf Grund der ersten Kurse und der großen Anzahl. Interessant ist, dass es in den Jahren 2000 bis 2004 im Burgenland und auch in Niederösterreich mehr Unfälle mit Snowboards gab, als mit Skiern. Wien liegt im Bundestrend: rund 300 Skiunfälle mehr als Snowboardunfälle in den Jahren 2000 bis 2004. Dafür gibt es in Wien beim Eis laufen in diesem Zeitraum genau so viele Verletzungen wie beim Boarden.

Bereich Ski Snowboard Eis laufen Wintersport gesamt Wien 1.508 1.219 1.219 3.946 Niederösterreich 1.975 1.990 1.104 5.069 Burgenland 260 287 117 664 AUVA-Landesstelle Wien 3.743 3.496 2.440 9.679 (38.7 % d. (36 % d. (25 % d. Wintersport- Wintersport - Wintersport- unfälle in unfälle in unfälle in W, N, B) in W, N, B) in W, N, B Österreich 9.719 7.080 5.238 22.037 (Anteil an (32 % der (24 % der Winter-Sportunfällen: Winter- Winter-Sport- 44%) -Sportunfälle) unfälle)

In den Jahren 2000 bis 2004 ereigneten sich im Bereich der AUVA-Landesstelle Wien 38,5 Prozent der Skiunfälle sowie 49 Prozent der Snowboardunfälle und 46,6 Prozent der Eislaufunfälle aller österreichischen Schüler. Nicht berücksichtigt werden Freizeitunfälle.

Schüler lernen Sicherheit:

Schulexperten Dr. Mechthild Rotter erklärt das Konzept der AUVA:
"Jugendliche brauchen Sport und Bewegung mehr denn je. Sie können damit einen gesunden Ausgleich zum Stress des Alltags schaffen. Snowboarden lockt natürlich in erster Linie durch den Abenteuerwert und die Rasanz dieser Sportart. Jugendliche kennen die Gefahren nicht, schätzen Risiken und ihr eigenes Fahrkönnen falsch ein und lassen sich von Videos oder TV-Übertragungen von Weltcupbewerben beeindrucken. Das harte Training, die Materialpflege und das notwendige Aufwärmen wird ausgeblendet. Auch, dass die Strecke für Rennen gesperrt und nicht wie üblich überfüllt ist.

Die AUVA, die Unfallversicherung aller Schüler und Schülerinnen Österreichs, zielt genau darauf ab: auf die Sensibilisierung Jugendlicher für sichere Wintersporttage oder -wochen. Wichtig sind hier besonders die Medien der AUVA zur Vorbereitung. Schülerbroschüren und ein Video geben Jugendlichen Tipps und wichtige Informationen, damit sie möglichst unfallfrei durch die Wintersporttage kommen."

Das AUVA-Infomaterial vermittelt soziales Verhalten auf stark frequentierten Pisten. Schüler können Sicherheit lernen, wenn die Informationen - z. B. in Comics, Team- oder Projektarbeit - attraktiv vermittelt werden. Die Inhalte reichen von der Vorbereitung, Ausrüstung, dem Fahren in Gruppen bis hin zur Anwendung der Snowboard-Rules und der aktuellen Pistenregeln. Statt auswendig Lernen der Regeln wird empfohlen, die Themen aktiv zu bearbeiten und besonders auf die Situationen und das Verhalten beim Wintersport näher einzugehen. Folgende Broschüren, Poster und Videos für Schulen sind bei der AUVA unter E-Mail: mechthild.rotter@auva.at zu bestellen:

  • "Was ist wichtig - was ist richtig beim Skifahren, Snowboarden und Carven?" - Schülerbroschüre, Lehrerbroschüre
  • "Snow & Fun" - Video zur Vorbereitung auf die Wintersportwochen
  • Poster "!Gib 8" mit Tipps für mehr Sicherheit im Wintersport.

Gewinnspiel für die Klasse - Richter sein im Team:

Das Gewinnspiel für die Klasse - "Richter sein im Team" - zeigt Unfallsituationen auf, welche tatsächlich passiert sind und mit schwerwiegenden Folgen für die Beteiligten (körperliche Schäden und rechtliche Bestrafungen durch die Gerichte) geendet haben. Die Schülerinnen und Schüler sollen Richter im Team sein, den Unfallhergang in einer Klassendiskussion erörtern und das Unfallgeschehen beurteilen. Wer hat welche Fehler begangen und FIS-Pistenregeln verletzt? Welche Schutzausrüstung hätte Unfallfolgen vermieden oder verringert? Die Lösung der Klasse muss spätestens bis 31. März 2006 an die AUVA gesendet werden.

Rückfragen & Kontakt:

Dipl.-Ing. Wolfgang Glaser, AUVA-Landesstelle Wien,
Tel.: (01) 33133 252
E-Mail: wolfgang.glaser@auva.at

Dr. Mechthild Rotter, AUVA,
Tel.: (01) 33 111-0
E-Mail: mechthild.rotter@auva.at

Gabriela Würth, GWK,
Tel.: (02242) 38300, (0676) 33 24 879
E-Mail: gabriela.wuerth.gwk@utanet.at

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