Fonds Gesundes Österreich: Modediäten schmälern eher Geldbörse als Körperumfang

Das Angebot von Diäten und Schlankheitspräparaten ist unüberschaubar. Die meisten bringen nichts, manche sind sogar gefährlich, warnt der Fonds Gesundes Österreich.

Wien (OTS) - Verbreitetes Übergewicht und der gute Vorsatz, etwas dagegen zu tun, scheinen Hand in Hand zu gehen: Immerhin 217 Millionen EuropäerInnen, schätzt der Statistikdienst Datamonitor, versuchen pro Jahr mit einer Diät Gewicht zu verlieren. Auf Österreich bezogen bedeutet das: Stolze 3,9 Millionen AlpenrepublikanerInnen setzen sich jährlich "auf Diät". Grund genug, für den Fonds Gesundes Österreich, im Rahmen seiner aktuellen Informationsoffensive zum Thema Ernährung Mode- und Blitzdiäten genauer unter die Lupe zu nehmen.

Vorsicht vor Wundermitteln und -diäten

"Wundermittel oder Patentrezepte zum Abnehmen schmälern eher den Geldbeutel als das Gewicht. Gewichtsabnahme lässt sich nicht mit Wundermitteln erzwingen", sagt Dennis Beck, Geschäftsführer des Fonds Gesundes Österreich: "Wer generell auf ausgewogene Ernährung setzt und sich seinen Möglichkeiten entsprechend bewegt, hat die besten Chancen, schlank zu werden und zu bleiben."

Modediäten setzen - im Gegensatz zu allen wissenschaftlich abgesicherten Ernährungsempfehlungen - oft auf die vorrangige Verwendung einer Lebensmittelgruppe. "Sehr einseitige Diäten, wie Reis-, Kartoffel-, Eier- oder Ananasdiät haben eines gemeinsam: Sie weichen sehr stark vom gewohnten Essen und Trinken ab", warnt Mag. Rita Kichler, Ernährungswissenschafterin und Gesundheitsreferentin im Fonds Gesundes Österreich. "Deshalb werden sie nur ein paar Tage oder ein, zwei Wochen durchgeführt und durchgehalten. Die rasche Gewichtsreduktion beruht meist auf kurzfristigen Wasserverlusten. Bei Durchführung solcher Diäten über einen längeren Zeitraum besteht die ernsthafte Gefahr, dass es zu Mangelerscheinungen kommt oder dass Stoffwechselerkrankungen entstehen."

Low Carb oder vielversprechende Glyx Diät?

Sie beschäftigen derzeit ExpertInnen und abnehmwillige Laien ganz besonders: Kohlenhydratarme Diäten. Da gibt es die einen, die raten, wenig oder gar keine Kohlenhydrate zu essen und die anderen, die empfehlen nur Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischen Index (GI oder Glyx genannt). Der GI gibt an, wie sehr ein bestimmtes Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Alle Zuckerarten und Weißmehlprodukte zählen demnach zu den Kohlenhydraten mit hohem GI, sind also Lebensmittel, auf die man weitgehend verzichten sollte. Erwünscht ist hingegen die Aufnahme von Vollkornprodukten, die einen hohen GI haben. "Vermehrt komplexe Kohlenhydrate in Form von Vollkornprodukten aufzunehmen entspricht ja grundsätzlich auch den wissenschaftlich fundierten Ernährungsempfehlungen der Fachgesellschaften. Allerdings werden bei den Glyx Diäten plötzlich bislang als gesund geltende Lebensmittel, wie Karotten oder Kartoffel als Dickmacher dargestellt", sagt Mag. Rita Kichler.

Blutgruppendiät

Spektakulär, aber aus ExpertInnensicht unseriös ist auch die Blutgruppendiät. Das Ernährungskonzept, das sich nach den vier Blutgruppen richtet, verspricht neben einem leichten Erreichen des Idealgewichts sogar eine Risikosenkung für eine Reihe von Erkrankungen. Mag. Kichler: "Die Rolle der Lektine, das sind bestimmte Eiweißstoffe in der Nahrung, wird dabei erheblich überschätzt, die blutgruppenspezifische Ernährung entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Die meisten pflanzlichen Lektine sind unbedenklich; sie finden sich z.B. in Hülsenfrüchten, wie Bohnen oder Linsen, also in Lebensmitteln, die ohnehin nur in gegarter Form genießbar sind. Durch das Kochen werden sie inaktiv und somit unschädlich."

Langfristige Änderung des Essverhaltens statt Crash-Diät

"Essen soll ja auch Spaß machen", betont Dennis Beck den psychologischen Lerneffekt einer empfehlenswerten Ernährungsweise. Nur so sei es möglich, die Motivation für das nachhaltige Abnehmen zu halten: "Kein Lebensmittel ist ungesund oder gar "verboten" Aber manche Dinge sollten eben nur sehr selten gegessen werden, andere täglich und reichlich.", erklärt Dennis Beck, ganz im Sinne des Prinzips der Ernährungspyramide. Mag. Kichler fügt hinzu: "Eine Ernährungsumstellung hat am ehesten dann Aussicht auf langfristigen Erfolg, wenn man sie schrittweise angeht. Eine von heute auf morgen übergestülpte neue Essweise hilft vielleicht kurzfristig, führt aber nicht zu einer Änderung des Essverhaltens, das für immer beibehalten werden kann. Nicht das Öl im Salat oder die Butter am Brot führen zu Übergewicht, sondern vielmehr versteckte Fette in Wurst, Süßigkeiten und üppigen Soßen.

Mag. Rita Kichler empfiehlt daher: "Wie in der Ernährungspyramide veranschaulicht, gehören Gemüse, Obst, Brot, Kartoffeln, Nudeln nicht nur auf den Diät-Speiseplan. Und viel Flüssigkeit - am besten mindestens eineinhalb Liter Getränke, wie Wasser, Mineralwasser, Kräuter- oder Früchtetee ohne Zucker." Die Ernährungswissenschafterin Kichler rät zu "Fett mit Augenmaß": Sie empfiehlt, vor allem bei Wurst und Käse auf fettarme Lebensmittel zurückzugreifen und bei der Zubereitung sparsam mit Ölen umzugehen.

Die Ernährungspyramide baut auf!

Verschiedene grafische Varianten der Ernährungspyramide stehen in druckfähiger Qualität als Download auf www.fgoe.org bereit: aus Fotos zusammengesetzt für großformatige Abbildungen; gezeichnet in Farbe und Schwarzweiß für Abbildungen in kleiner Größe.

Mehr praktische Tipps zum ausgewogenen Essen gibt es im Internet unter www.gesundesleben.at; bei der Ernährungs-Hotline: 0810 810 227 (Montag bis Freitag, jeweils 9:00 bis 15:00 Uhr zum Ortstarif aus ganz Österreich) oder in den Publikationen des Fonds Gesundes Österreich: Broschüre: Bewusst lebt besser. Ernährung. Folder: Die Ernährungspyramide baut auf.

Eine Langversion dieser Pressemeldung inklusive praktischer Tipps finden Sie auf www.fgoe.org.

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Mag. Markus Mikl
Pressereferent
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