Schönheitsoperation oder Schönheitsfehler?

Gefahren und mögliche Komplikationen

Wien (OTS) - Meist ist es die veränderte Selbstwahrnehmung, die Menschen dazu bringt, sich auf den OP-Tisch zu legen. Denn wer möchte nicht auch ewig jung und strahlend, wie ein Filmstar aussehen. Jedoch kann die plastische Chirurgie einen Menschen nicht in einen anderen verwandeln und birgt wie jeder andere operative Eingriff auch Gefahren und Komplikationen. +++

Der Wunsch nach einem idealen Körper oder starker Leidensdruck treiben immer mehr Österreicher zum plastischen Chirurgen. Jedes Jahr unterziehen sich ca. 40.000 Menschen einer Schönheitsoperation. Tendenz stark steigend. Auch die Zahl der Männer, die sich für die Schönheit unters Messer legen, nimmt immer mehr zu und liegt bereits bei 20 bis 25 Prozent. Für ästhetische Chirurgie interessieren sich auch mehr und mehr Jugendliche, oft entschließen sich erst 14-Jährige zu einem Eingriff. Berichte aus den USA belegen, dass in den manchen Fällen Eltern ihren Töchtern bereits zur Matura eine Schönheitsoperation geschenkt haben. In Österreich ist der Prozentsatz der sehr jungen Patienten noch gering.

"Schönheits-Tourismus" boomt

Schönheitsoperationen sind jedoch nicht billig. Die Kosten muss der Patient fast immer selbst tragen, denn die Krankenkassen kommen nur sehr selten dafür auf. Daher weichen immer mehr Patienten nach Osteuropa aus. Der "Schönheits-Tourismus" boomt wie nie zuvor und wird sich in den nächsten Jahren sogar noch verstärken. Hunderte Frauen pilgern monatlich nach Ungarn, Tschechien, Polen und Serbien, um dort günstig zu einer Fettabsaugung, Brustvergrößerung oder Brustverkleinerung, Nasenkorrektur, Facelifting, Lippenvergrößerung usw. zu kommen. Es gibt mittlerweile sogar eigene Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben, Patienten für OPs nach Ungarn und Tschechien zu vermitteln. Im Osten sind die Preise wesentlich niedriger, man kann bis zu 70 Prozent sparen. So kostet beispielsweise eine Brust-Korrektur in Österreich im Schnitt 5.500 Euro und in Tschechien 2.000 Euro. Grund für den erheblichen Preisunterschied sind die wesentlich geringeren Löhne, die zum Teil viermal niedriger als bei uns sind.

Zahlreiche Risiken und Komplikationen möglich

Eine Schönheitsoperation birgt - wie jede andere Operation -Risiken, es kann immer zu Nebenwirkungen, wenn nicht gar zu Komplikationen kommen. Ein seriöser Arzt wird daher nicht nur über die Risiken der Behandlung, sondern auch über die Grenzen des Machbaren informieren und manchmal einen Eingriff ablehnen. So bergen verlockende Billigangebote aus dem europäischen Osten oft zusätzliche Gefahren, wodurch das Risiko einer misslungen OP steigt. Das fängt bereits bei den möglichen sprachlichen Hürden an, die eine ausführliche Beratung und Betreuung erschweren können. Schönheitsoperationen laufen dort zudem häufig am Fließband ab, daher wird für Beratungsgespräche wenig Zeit genommen, was auch zu Lasten der Patienten geht. Viele unseriöse Schönheitsmogule im Ausland haben nur den Profit vor Augen, Pfusch und Schlamperei verursachen verheerende Folgen für die Betroffenen mit bleibenden Schäden oder Verstümmelungen, sie können sogar tödlich enden. Die Ärzte sind oft nicht ausreichend geschult, verfügen über mangelnde Ausbildung und Erfahrung. Durch fehlendes Wissen werden die Operationen unprofessionell und falsch durchgeführt. Die Bezeichnung "Schönheitschirurg" ist nicht geschützt, deshalb ist auf den Titel "Facharzt für plastische Chirurgie" zu achten und der Patient sollte sich anhand von Bildmaterial davon überzeugen, dass der Arzt auch auf dem Gebiet der ästhetischen Chirurgie versiert ist. Dazu kommt häufig mangelnde Hygiene und auch bei der Nachbehandlung wird gespart. Das bei den OPs verwendete Material entspricht oft nicht den heimischen Standards und ist von minderer Qualität. Es werden zum Teil sogar bei uns längst verbotene Brust-Implantate benutzt, da die Herstellerfirmen diese Produkte in den Osten abstoßen; sogar bereits abgelaufene Produkte kommen so in Verwendung. In Folge der verpfuschten Eingriffe ist viel Reparaturarbeit nötig, von Korrektur-OPs bis hin zu Not-OPs. "Oft rechnen die Patienten, die ins Ausland gehen, aber von vorne herein mit einem schlechten Ergebnis und gehen quasi einen Kompromiss ein, weil sie die Operation möglichst günstig haben wollen", so der Experte Univ.-Doz. Dr. Helmut Hoflehner, Facharzt für Plastische Chirurgie, stv. Ärztlicher Leiter der Schwarzl Tagesklinik und Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie.

Aber nicht nur im Ausland ist Vorsicht geboten. "Der Patient sollte immer über die OP-Technik unterrichtet werden, die Art der Narkose, die Nachbehandlung und die Zeit der Rekonvaleszenz. Er sollte durch Vorher-Nachher-Bilder eine Vorstellung davon bekommen, welches Ergebnis realistisch ist. Auch die Simulation von OP Ergebnissen kann hier hilfreich sein", erklärt Hoflehner. Bei jeder Operation gibt es allgemeine Risiken, wie Nachblutung, Infektion und Thrombose, weiters gibt es spezielle Probleme, die von der Operationsart abhängen. Was der Patient fast nie bei Operationen fragt, ist wo er operiert wird und wer sich während der OP um ihn kümmert. Dabei sind das elementare Dinge für die Sicherheit des Patienten, oft werden chirurgische Eingriffe in Hinterzimmern der Ordination durchgeführt, die vom Sterilitätsgrad absolut nicht ausreichen, außerdem ersparen sich viele den Anästhesisten ein, der sich während einer Operation eigentlich darum kümmern sollte, dass es dem Patienten von seinen Kreislaufparametern her gut geht.

Hartinger: Vor dem Eingriff ausführliche Informationen einholen!

Die stellvertretende Generaldirektorin des Hauptverbandes der Österreichischen Sozialversicherungsträger, Mag. Beate Hartinger, spricht sich dafür aus, dass sich der behandelnde Arzt gemeinsam mit seiner Patientin vor dem Eingriff die Zeit nimmt und in einem ausführlichen Informationsgespräch das Was, Wie und Warum etwas geändert werden soll, abklärt. Die individuelle Beratung sowie intensive Betreuung vor und nach dem Eingriff sind für qualitativ hochwertige Arbeit und entsprechenden Erfolg wichtig. "Erst wenn sich die Patienten über den Ablauf und die Auswirkungen eines Eingriffes bewusst sind, sollten sie über die Durchführung der Operation entscheiden. Leider werden viele Entscheidungen getroffen, ohne vorher bestens informiert geworden zu sein und ohne gründlich darüber nachgedacht zu haben. Und die Patienten sind sich oft über die Auswirkungen des Eingriffs und der damit einhergehenden Unannehmlichkeiten nicht im Klaren. Besonders sehr junge Patienten sollte der behandelnde Arzt darauf hinweisen, dass sich der Körper noch verändern kann und der Wachstumsprozess vor dem 22. oder 23. Lebensjahr noch nicht abgeschlossen ist", so Hartinger. Diese Meinung teilt auch der Experte Hoflehner.

Es ist auf jeden Fall im Sinne des Einzelnen, sich vor jedem Eingriff ausreichend zu informieren und auch auf das Informationsangebot über Schönheitsoperationen bei Informations- und Kontaktstellen, im Internet und in der Literatur zurück zu greifen. Sollte es dennoch zu Komplikationen kommen oder sind bereits Schäden bei einer kosmetischen Operation entstanden, so kann man sich bei dem von der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie angebotenem Projekt "Serviceprojekt für verunsicherte Patienten nach ästhetischen Eingriffen" informieren. An diesem Projekt, das eine schnelle und kostenlose Hilfe vor allem für bereits operierte, verunsicherte Patienten darstellt, sind österreichweit 13 Fachärzte für Plastische Chirurgie beteiligt. "Immer mehr Patienten lassen ästhetische Eingriffe durchführen, auch die Zahl der Ärzte, die solche Eingriffe durchführen steigt im Inland wie im Ausland. Diese Ärzte sind nicht immer dafür ausgebildet, sondern haben OP-Techniken gerade einmal in einem Wochenendkurs gesehen oder gelernt, oft fehlt das grundlegende Verständnis zur Chirurgie, wie etwa in Sachen Sterilität, nicht umsonst dauert eine Chirurgieausbildung sechs Jahre", so Hoflehner.

Aber auch eine übertriebene Erwartungshaltung des Patienten kann der Grund sein, dass eine Operation nicht zum Erfolg führt. Hier ist eine detaillierte Aufklärung des Patienten wichtig und die Erfahrung des Operateurs gefragt. Das Serviceprojekt soll vor allem Patienten helfen, die nach einer OP verunsichert sind, entweder weil wirklich ein Fehler passiert ist oder aber auch nur weil die Heilung länger als erwartet dauert und der Patient sich fragt, ob alles normal verläuft. Oft ist der Patient auch nur ungeduldig und die Meinung eines Unparteiischen kann hier helfen. In diesem Fall kann der Patient kostenlos eine objektive Meinung eines Fachmannes einholen. "Mit einer objektive Beurteilung und einem Vorschlag für eine Problemlösung ist dem Patienten hier am besten geholfen. Es geht also hier keinesfalls darum, andere Kollegen schlecht zu machen, sondern dem Patienten eine schnelle und kostengünstige Lösung anzubieten. Patienten können sich unter der Hotline Nummer 0820 820600 melden und werden dann je nach Bundesland an einen Facharzt für Plastische Chirurgie zugeteilt", erklärt Hoflehner weiter.

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