Volkshilfe NÖ: Zukunftsprogramm in der Pflege

Wr. Neustadt (OTS) - In der heutigen Pressekonferenz in St.Pölten forderten Präsident Ewald Sacher und Vizepräsidentin LH-Stv. Heidemaria Onodi den Ausbau und die Förderung von Tageszentren für ältere Menschen und die Einführung der psychosozialen Betreuung in der mobilen Pflege in Niederösterreich.

Sozial integrierte Personen mit großem Freundeskreis werden älter und bleiben gesünder. Durch Alter und Krankheit verlieren viele Menschen jedoch ihre Mobilität und vereinsamen. Wenn dann auch noch die Angehörigen überfordert sind, landen viele früher oder später im Pflegeheim. Davor fürchten sich die meisten. Die ideale Betreuungsform, auch für desorientierte und demente Personen, ist das Tageszentrum. Die betroffenen Personen wohnen weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung und kommen durchschnittlich dreimal pro Woche ins Tageszentrum. Die Lebensqualität bleibt erhalten und die pflegenden Angehörigen werden entlastet, da eine Betreuung mit Unterstützung von professionellen Anbietern sichergestellt wird. Es müssen weniger Pflegeheimplätze neu geschaffen werden, Krankenhausaufenthalte werden verkürzt oder verhindert und der ambulante Dienst ist kostengünstiger als ein Pflegeheim. Derzeit führt die Volkshilfe NÖ zwei Tageszentren und hat mehrere in Planung bzw. Errichtung.

Gängige Bedarfsschätzungen liegen derzeit bei ca. drei Betreuungsplätzen pro 1000 EinwohnerInnen ab 65 Jahren, d.h. in Niederösterreich ergibt sich ein Bedarf von 780 Betreuungsplätzen. Besonders wichtig ist für betroffene Menschen, dass sich das Tageszentrum in Wohnortnähe (ca. 20-30 km) befindet und leistbar ist. Sie wollen den Tag aktiv gestalten, ihren Lebenssinn wieder finden, geistig fit bleiben und in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Wichtig ist den älteren Menschen auch die Entlastung ihrer Angehörigen. Tageszentren sollten außerhalb von Dauerpflegeeinrichtungen geschaffen werden, da die Gefahr des "Hineinpflegens" ins Heim nicht besteht und erfahrungsgemäß diese Formen besser von Betroffenen angenommen werden, da eine geringere Schwellenangst besteht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die mobile psychosoziale Betreuung. Über 50% der Pflegebedürftigen leiden zuminderst an einer psychischen Erkrankung. Bei psychiatrischen Diagnosen sind pflegende Angehörige im Regelfall heillos überfordert. Die Volkshilfe Niederösterreich stellt sich zur Verfügung ein Pilotprojekt zu starten, wo auch die Weiterbildung der MitarbeiterInnen im mobilen Dienst eine wichtige Rolle spielt.

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