• 26.01.2006, 11:30:00
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Volkshilfe NÖ: Zukunftsprogramm in der Pflege

Wr. Neustadt (OTS) - In der heutigen Pressekonferenz in St.Pölten
forderten Präsident Ewald Sacher und Vizepräsidentin LH-Stv.
Heidemaria Onodi den Ausbau und die Förderung von Tageszentren für
ältere Menschen und die Einführung der psychosozialen Betreuung in
der mobilen Pflege in Niederösterreich.

Sozial integrierte Personen mit großem Freundeskreis werden älter
und bleiben gesünder. Durch Alter und Krankheit verlieren viele
Menschen jedoch ihre Mobilität und vereinsamen. Wenn dann auch noch
die Angehörigen überfordert sind, landen viele früher oder später im
Pflegeheim. Davor fürchten sich die meisten. Die ideale
Betreuungsform, auch für desorientierte und demente Personen, ist das
Tageszentrum. Die betroffenen Personen wohnen weiterhin in ihrer
gewohnten Umgebung und kommen durchschnittlich dreimal pro Woche ins
Tageszentrum. Die Lebensqualität bleibt erhalten und die pflegenden
Angehörigen werden entlastet, da eine Betreuung mit Unterstützung von
professionellen Anbietern sichergestellt wird. Es müssen weniger
Pflegeheimplätze neu geschaffen werden, Krankenhausaufenthalte werden
verkürzt oder verhindert und der ambulante Dienst ist kostengünstiger
als ein Pflegeheim. Derzeit führt die Volkshilfe NÖ zwei Tageszentren
und hat mehrere in Planung bzw. Errichtung.

Gängige Bedarfsschätzungen liegen derzeit bei ca. drei
Betreuungsplätzen pro 1000 EinwohnerInnen ab 65 Jahren, d.h. in
Niederösterreich ergibt sich ein Bedarf von 780 Betreuungsplätzen.
Besonders wichtig ist für betroffene Menschen, dass sich das
Tageszentrum in Wohnortnähe (ca. 20-30 km) befindet und leistbar ist.
Sie wollen den Tag aktiv gestalten, ihren Lebenssinn wieder finden,
geistig fit bleiben und in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Wichtig
ist den älteren Menschen auch die Entlastung ihrer Angehörigen.
Tageszentren sollten außerhalb von Dauerpflegeeinrichtungen
geschaffen werden, da die Gefahr des "Hineinpflegens" ins Heim nicht
besteht und erfahrungsgemäß diese Formen besser von Betroffenen
angenommen werden, da eine geringere Schwellenangst besteht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die mobile psychosoziale
Betreuung. Über 50% der Pflegebedürftigen leiden zuminderst an einer
psychischen Erkrankung. Bei psychiatrischen Diagnosen sind pflegende
Angehörige im Regelfall heillos überfordert. Die Volkshilfe
Niederösterreich stellt sich zur Verfügung ein Pilotprojekt zu
starten, wo auch die Weiterbildung der MitarbeiterInnen im mobilen
Dienst eine wichtige Rolle spielt.

Rückfragehinweis:
Volkshilfe Niederösterreich / Service Mensch GmbH
Mag. (FH) Beatrix Plochberger
Tel.: 02622 / 82200-6920, Fax -46920, Mobil: 0676 / 8700 26920
mailto:[email protected]; www.noe-volkshilfe.at

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