• 18.01.2006, 13:17:31
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Morak zu Karl-Markus Gauß: ein brillant schreibender Moralist und Aufklärer

Manès Sperber-Preis an Karl-Markus Gauß verliehen

Wien (OTS) - "Karl-Markus-Gauß ist ein Aufklärer ohne
geschichtsphilosophisch definierte Ziele oder Utopien, ein
skeptischer Humanist ohne größere Hoffnung und ein brillant
schreibender Moralist. In seinen Büchern finden Sie keine papierene
Schönschreibkunst, keine postmoderne Beliebigkeit und keine bemühte
Begriffsakrobatik. Stattdessen begegnen Ihnen wissens- und
erfahrungsgesättigte Essays, die ihren eigentlichen Glanz durch die
in allen Stil-Lagen sichere, pointiert argumentierte Stimme des
Autors erhalten", so Kunststaatssekretär Franz Morak heute, Mittwoch,
anlässlich der Verleihung des Manès Sperber-Preises an Karl-Markus
Gauß im Vorfeld der Eröffnung des Symposions über Manès Sperber im
Jüdischen Museum.

"Seine Literatur, in der Reportage, Erzählung und Reisebild, Journal,
historischer Exkurs und politische Analyse auf wunderbare Weise mit-
und untereinander verbunden sind, ist vieles: präzise recherchiert
und prägnant erzählt, theoretisch fundiert und historisch
untermauert", würdigte Morak den Preisträger in seiner Rede.

In seinen Büchern mache sich Karl-Markus-Gauß immer wieder ins
unentdeckte Österreich auf, "um uns mit den widerspenstigen Geistern
und eigensinnigen Genies aus der Vergangenheit unseres Landes bekannt
zu machen. Dabei kommt freilich auch die Gegenwart nie zu kurz. Und
so entsteht ein Sittenbild der Zweiten Republik, bei dem mit
Phantasie und Witz die Wechselwirkungen zwischen Macht und Geist,
Staat und Kultur, politisch-bürokratischem Apparat und kritischer
Intelligenz vorgeführt werden", so der Staatssekretär.

Karl-Markus Gauß habe aber auch die Ränder Europas erforscht. Bei
seinen Expeditionen in diese Randgebiete Europas - den imaginären
gleichermaßen wie den realen - habe er so manches entdeckt und wieder
ins Gedächtnis zurückgeholt, "was aus Ignoranz, Überheblichkeit und
Desinteresse vergessen oder schlicht und einfach nie wirklich zur
Kenntnis genommen worden ist", so Morak. Gerade in unserer Zeit, in
der Europa politisch, wirtschaftlich und kulturell wieder
zusammenwächst, was vor der kurzen Geschichte des 20. Jahrhunderts
zusammengehört hat, seien die Werke dieses österreichischen Europäers
von besonderer Aktualität: "Denn nur dann, wenn wir wissen, woher wir
kommen, nur dann, wenn wir auf gemeinsam geteilte Erinnerungen und
Erfahrungen zurückgreifen können, öffnet sich uns auch der Blick auf
eine wünschenswerte Zukunft in jener größeren europäischen Heimat,
deren Vielfalt Karl-Markus Gauß in seiner Literatur so eindrucksvoll
rekonstruiert und nachgezeichnet hat", so der Staatssekretär
abschließend.

Der Manès Sperber-Preis wird zumindest alle fünf Jahre von der
Republik Österreich. für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des
gesellschaftspolitischen Romans, der politisch-literarischen Essays
oder der gesellschaftspolitisch bedeutsamen Kulturphilosophie
vergeben und ist mit Euro 7.300 dotiert.

Rückfragehinweis:
Staatssekretariat für Kunst und Medien
Mag. Katharina Stourzh
Tel.: (++43-1) 53115/2228
mailto:katharina.stourzh@bka.gv.at

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