- 17.01.2006, 10:06:30
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100 NGOs fordern Andritz AG und Raiffeisen Zentralbank zum Rückzug aus Borneo auf
Weltweiter Widerstand gegen geplante Zellstofffabrik auf Borneo wächst
Wien/Washington/Jakarta (OTS) - Über 100 Umwelt- und
Menschenrechtsorganisationen aus 25 Ländern fordern in einem offenen
Brief die österreichischen Unternehmen Andritz AG und Raiffeisen
Zentralbank dazu auf, ihre Geschäftsbeziehungen mit dem
Zellstoffkonzern "United Fiber System" (UFS) sofort zu beenden. Der
Brief wurde von GLOBAL 2000, Environmental Defense (USA), CAPPA und
Walhi (beide Indonesien) initiiert. UFS will mit österreichischer
Hilfe eine neue Zellstofffabrik und ein Hackschnitzelwerk auf Borneo
errichten.
Dabei droht die Zerstörung riesiger ökologisch wertvoller
Regenwaldgebiete, neue Landrechtskonflikte werden entfacht. "Allein
37 indonesische Organisationen haben den Brief an die
österreichischen Firmen unterzeichnet. Dies macht deutlich, wie
vehement die indonesische Zivilgesellschaft die Errichtung neuer
Zellstofffabriken auf Borneo ablehnt", erklärt Longgena Ginting von
Friends of the Earth International. Für die Bevölkerung vor Ort
bringen diese Fabriken kaum neue Jobs, dafür aber den Verlust ihres
Landes, ihres Waldes und ihrer Gesundheit. Ginting leitete über viele
Jahre die größte indonesische Umweltschutzorganisation WALHI.
Wie UFS in einer Studie selbst einräumt, würden durch die geplante
Zellstofffabrik im Süden Borneos bis zu 1.200 Fischerfamilien ihre
Existenz verlieren, bei nur 700 neu geschaffenen Jobs für die Region.
"Die österreichischen Unternehmen müssen sich umgehend aus den
Projekten auf Borneo zurückziehen, wenn sie ihre Verantwortung
gegenüber den Menschen und der Umwelt in Indonesien Ernst nehmen",
fordert Daniel Hausknost von GLOBAL 2000.
Die einzige bisher auf Borneo bestehende Zellstofffabrik "Kiani
Kertas" wurde in den Neunziger Jahren mitten im unberührten Urwald
gebaut und führte zur teilweise gewaltsamen Vertreibung tausender
Ureinwohner der Region.
Dr. Stephanie Fried, wissenschaftliche Leiterin von "Environmental
Defense" in den USA, lebte zwei Jahre lang in der betroffenen Region
in Ostkalimantan in einem Dorf indigener Dayak. "Die Raiffeisen
Zentralbank und die Andritz AG sollten sich über ihre bedeutende
Rolle bei der Entwaldung und Zerstörung Kalimantans im Klaren sein.
Die Errichtung der neuen Zellstofffabrik und der Hackschnitzelfabrik
in Südkalimantan werden die Entwaldung Kalimantans weiter
vorantreiben, die Küstengewässer verschmutzen und Landrechte
indigener Gemeinschaften verletzen. Wir fragen uns, ob die Aktionäre
und Kunden der Firmen diese Projekte unterstützen würden, wenn sie
über die negativen Auswirkungen der Projekte Bescheid wüssten", so
Dr. Fried. Durch die Kiani Kertas-Zellstofffabrik wurden bis heute
rund 150.000 Hektar tropischer Urwälder zerstört. "Noch immer
versorgen sich die Zellstoff- und Papierfabriken Indonesiens zu 70
Prozent mit Holz aus Urwäldern und nur zu 30 Prozent mit Holz aus
Plantagen. Eine weitere Zellstofffabrik auf Borneo würde das Aus für
viele indigene Kommunen der Insel bedeuten, weil den Menschen ihr
Wald weggenommen wird", kritisiert Dr. Fried. "Auch die Orang Utans
und viele andere endemische Säugetiere wie Elefanten und Tiger werden
durch den Zellstoff-Boom auf Borneo weiter zurückgedrängt. Die Zahl
der Orang Utans auf Borneo nimmt jährlich um etwa 10 Prozent ab. Das
ist eine dramatische Entwicklung", so Dr. Fried abschließend.
Rückfragehinweis:
Global 2000 Daniel Hausknost:0650/740 53 70 mailto: [email protected] Martina Rammer: 0699/14 2000 26 mailto: [email protected] Andreas Baur: 0664 103 24 23 mailto:[email protected]
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