Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Kommentar

Schutz gegen Tansania

Wien (OTS) - Die EU hat eine Idee zum Asylantenproblem: Sie wird
den "regionalen Schutz für Flüchtlinge in Tansania" stärken. Bisher war freilich unbekannt, dass Tansania oder seine Nachbarn eine Quelle der Migrantenströme wäre. Diese kommen vielmehr vor allem aus Nigeria, also vom anderen Ende Afrikas.

Das Herumstottern angesichts des wachsenden Einwanderungsdrucks ist nichts Neues. Europas Bürger lehnen zwar mehrheitlich die Masseneinwanderung unter dem Asyl-Vorwand ab. Es gibt jedoch keine Methode, diese ohne Härten zu bremsen, wobei die größte die Verweigerung der Einwanderung ist. Bei jeder zielführenden Idee schreien die Sympathisanten der Einwanderungswilligen in UNO und Vereinen auf: "So nicht!". Die Regierungen tun daher, was sie können:
Sie lavieren.

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Lavieren ist auch das richtige Wort für das, was der heimischen Sozialdemokratie zur Postprivatisierung einfällt. Sie will zwar schon irgendwie den Eindruck erwecken, im 21. Jahrhundert angekommen zu sein. Die Gewerkschaft aber will das nicht. Also ruft die SPÖ ohne weitere Begründung: "Zu früh, nicht jetzt!" Und: "Die Post wird ja nur zum Stopfen der Budgetlöcher Grassers verkauft."

Was ist eigentlich schlimm am Zurückzahlen von Schulden - die nota bene nicht zuletzt durch die verstaatlichte Misswirtschaft entstanden ist? Oder will die SPÖ andeuten, der Finanzminister habe die Schulden zum Privatvergnügen gemacht, etwa zum Kauf von Glasschmuck für seine neue Frau, die sich solchen nicht leisten konnte?

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Die Postgewerkschaft will eine Arbeitsplatzgarantie. Super! Die wollen wir doch alle. Oder gibt es irgendein Argument, warum Briefträger bessere Menschen sind, die dieses Privileg eher verdienen?

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Seltsame Beobachtungen am Straßenrand: In der abgelaufenen Woche verkaufte ein Illustrierten-Verlag in Selbstbedienungstaschen zwei Wochen alte Hefte. Raffiniert: So kann man noch aus Altpapier Geld machen.

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