- 13.01.2006, 13:57:56
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Volksbank Investmentbank: Freundlicher Jahresauftakt bei den Konjunkturdaten
Trotz hohem Ölpreis neue Rekorde an der Wiener Börse
Wien (OTS) - Einen durchaus freundlichen Jahresauftakt liefern die
Konjunkturdaten - berichtet die Volksbank Investmentbank in ihrem
wöchentlichen Finanzmarktkommentar. So ist die deutsche Wirtschaft im
Jahr 2005 um 0,9 Prozent gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt lag zu
Jahresende um 0,5 Prozent über dem Vorjahresdurchschnitt, sodass sich
ein statistischer Überhang von 0,5 Prozent ergibt. Das bedeutet, dass
selbst bei unveränderter Wirtschaftsleistung mit dieser Wachstumsrate
auch für den Durchschnitt 2006 zu rechnen wäre. Das Zentrum für
Europäische Wirtschaftsforschung bestätigte die Verbesserung. Der
ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen ist stärker als erwartet auf
71 Punkte angestiegen, der Gegenwartsindex blieb allerdings trotz des
Anstiegs negativ.
In den USA hat der Arbeitsmarkt im Dezember etwas enttäuscht, die
Stundenlöhne sind aber weiter angestiegen und die Arbeitslosenquote
blieb unter fünf Prozent. Die US-Handelsbilanz hat sich im November
stärker erholt als angenommen. Der Rückgang um 5,6 Prozent auf 64,2
Mrd USD war im Monatsvergleich vor allem dem niedrigeren Ölpreis und
einem Rekordhoch der Exporte aufgrund von Flugzeuglieferungen und
anderen Kapitalgütern zu verdanken. Bei den US-Konsumentenkrediten
setzte sich im November der im Oktober begonnen Rückgang fort. Nach
revidierten -8,4 Mrd USD (-4,7 Prozent) im Oktober fiel das
ausstehende Volumen um weitere 648 Millionen Dollar bzw. -0,4
Prozent. Dies war der erste Rückgang in zwei aufeinander folgenden
Monaten seit Mai/Juni 1992. Diese Daten bestätigen die Wirksamkeit
der geldpolitischen Straffung.
Wie erwartet hat die EZB am 12. Jänner ihren
Mindestrefinanzierungssatz von 2,25 Prozent beibehalten. Der
Notenbankchef zeichnete ein gemischtes Bild der europäischen
Konjunktur: Zwar sei die Erholung durch die jüngsten Daten bestätigt,
der hohe Ölpreis und das fehlende Verbrauchervertrauen brächten aber
ein Abwärtsrisiko mit sich. Gleichzeitig beständen aufgrund der
reichlichen Liquiditätsversorgung (Geldmenge) auch Risiken für die
mittelfristige Preisstabilität. Der europäische 3-Monatszins hat nur
leicht zugelegt, während der USD-Libor seinen gleichmäßigen Anstieg
fortsetzte. Ein ähnliches Bild zeigten die Anleihenmärkte mit leicht
rückläufiger Bund- und etwas ansteigender T-Bond-Rendite. In den USA
sollten Beige Book und Konsumentenpreisindex am Mittwoch neuen
Aufschluss über die weitere Geldpolitik bringen. Die Volksbank
Investmentbank rechnet mit einer leichten Abkühlung und einem
verlangsamten Aufwärtstrend am US-Geldmarkt.
Im Vorfeld der EZB-Zinsentscheidung ist der Euro zum Dollar etwas
stärker geworden, schwächte sich nach den Handelsbilanzzahlen sowie
den Kommentaren von FOMC-Mitglied Moskow (Zinsen derzeit neutral,
weitere Schritte notwendig) und Trichet (ohne eindeutiges Signal)
aber Ende der Woche wieder ab. Zum Yen blieb die Gemeinschaftswährung
nach kurzem Aufwärtstrend unverändert, zum Schweizerfranken schwächte
sie sich recht deutlich ab. In der kommenden Woche rechnen die
Analysten aufgrund ihrer Zinsannahmen wieder mit einem etwas
schwächeren Dollar.
Die US-Berichtssaison begann gemischt. Der Aluminiumerzeuger Alcoa
erwirtschaftete im vierten Quartal 2005 einen niedrigeren Gewinn als
im vierten Quartal 2004. Apple hingegen berichtete von einem
florierenden Weihnachtsgeschäft und übertraf mit seinem Umsatz im
vierten Quartal 2005 alle Erwartungen.
Die internationalen Aktienmärkte wurden vom steigenden Ölpreis
belastet. Dennoch waren in Tokio und Wien neue Rekorde zu
verzeichnen. Der Nikkei erreichte am Donnerstag mit 16.445 Punkten
ein Fünf-Jahres-Hoch. Der ATX erreichte ein All-time high, gab zum
Ende der Woche hin aber wieder etwas nach. Die begonnene
Kapitalerhöhung der Erstebank mit einem Volumen, das um etwa 2,5mal
über dem bisherigen Primärmarktrekord liegt, scheint den Markt kaum
zu belasten. Im laufenden Jahr steht mit dem am Donnerstag
beschlossenen Börsegang der Post noch eine weitere große Transaktion
am Primärmarkt an. Aufgrund der Unsicherheiten für den Ölpreis (Irak)
und der noch dünnen Datenlage bei den Unternehmensergebnissen rechnet
die Volksbank Investmentbank in der kommenden Woche nur mit wenig
Aufwärtspotenzial für die Aktienmärkte.
Rückfragehinweis:
Research-Team der VB Investmentbank AG
Dipl.-Vw. Uta Pock: [email protected] Tel. 050 4004-7022
Mag. Friedrich Glechner, CFA: [email protected] Tel. 050 4004-7017
Dana Kharchenko, MIB, MBA: [email protected], Tel 050 4004-7006
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