Volksbank Investmentbank: Freundlicher Jahresauftakt bei den Konjunkturdaten

Trotz hohem Ölpreis neue Rekorde an der Wiener Börse

Wien (OTS) - Einen durchaus freundlichen Jahresauftakt liefern die Konjunkturdaten - berichtet die Volksbank Investmentbank in ihrem wöchentlichen Finanzmarktkommentar. So ist die deutsche Wirtschaft im Jahr 2005 um 0,9 Prozent gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt lag zu Jahresende um 0,5 Prozent über dem Vorjahresdurchschnitt, sodass sich ein statistischer Überhang von 0,5 Prozent ergibt. Das bedeutet, dass selbst bei unveränderter Wirtschaftsleistung mit dieser Wachstumsrate auch für den Durchschnitt 2006 zu rechnen wäre. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung bestätigte die Verbesserung. Der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen ist stärker als erwartet auf 71 Punkte angestiegen, der Gegenwartsindex blieb allerdings trotz des Anstiegs negativ.

In den USA hat der Arbeitsmarkt im Dezember etwas enttäuscht, die Stundenlöhne sind aber weiter angestiegen und die Arbeitslosenquote blieb unter fünf Prozent. Die US-Handelsbilanz hat sich im November stärker erholt als angenommen. Der Rückgang um 5,6 Prozent auf 64,2 Mrd USD war im Monatsvergleich vor allem dem niedrigeren Ölpreis und einem Rekordhoch der Exporte aufgrund von Flugzeuglieferungen und anderen Kapitalgütern zu verdanken. Bei den US-Konsumentenkrediten setzte sich im November der im Oktober begonnen Rückgang fort. Nach revidierten -8,4 Mrd USD (-4,7 Prozent) im Oktober fiel das ausstehende Volumen um weitere 648 Millionen Dollar bzw. -0,4 Prozent. Dies war der erste Rückgang in zwei aufeinander folgenden Monaten seit Mai/Juni 1992. Diese Daten bestätigen die Wirksamkeit der geldpolitischen Straffung.

Wie erwartet hat die EZB am 12. Jänner ihren Mindestrefinanzierungssatz von 2,25 Prozent beibehalten. Der Notenbankchef zeichnete ein gemischtes Bild der europäischen Konjunktur: Zwar sei die Erholung durch die jüngsten Daten bestätigt, der hohe Ölpreis und das fehlende Verbrauchervertrauen brächten aber ein Abwärtsrisiko mit sich. Gleichzeitig beständen aufgrund der reichlichen Liquiditätsversorgung (Geldmenge) auch Risiken für die mittelfristige Preisstabilität. Der europäische 3-Monatszins hat nur leicht zugelegt, während der USD-Libor seinen gleichmäßigen Anstieg fortsetzte. Ein ähnliches Bild zeigten die Anleihenmärkte mit leicht rückläufiger Bund- und etwas ansteigender T-Bond-Rendite. In den USA sollten Beige Book und Konsumentenpreisindex am Mittwoch neuen Aufschluss über die weitere Geldpolitik bringen. Die Volksbank Investmentbank rechnet mit einer leichten Abkühlung und einem verlangsamten Aufwärtstrend am US-Geldmarkt.

Im Vorfeld der EZB-Zinsentscheidung ist der Euro zum Dollar etwas stärker geworden, schwächte sich nach den Handelsbilanzzahlen sowie den Kommentaren von FOMC-Mitglied Moskow (Zinsen derzeit neutral, weitere Schritte notwendig) und Trichet (ohne eindeutiges Signal) aber Ende der Woche wieder ab. Zum Yen blieb die Gemeinschaftswährung nach kurzem Aufwärtstrend unverändert, zum Schweizerfranken schwächte sie sich recht deutlich ab. In der kommenden Woche rechnen die Analysten aufgrund ihrer Zinsannahmen wieder mit einem etwas schwächeren Dollar.

Die US-Berichtssaison begann gemischt. Der Aluminiumerzeuger Alcoa erwirtschaftete im vierten Quartal 2005 einen niedrigeren Gewinn als im vierten Quartal 2004. Apple hingegen berichtete von einem florierenden Weihnachtsgeschäft und übertraf mit seinem Umsatz im vierten Quartal 2005 alle Erwartungen.
Die internationalen Aktienmärkte wurden vom steigenden Ölpreis belastet. Dennoch waren in Tokio und Wien neue Rekorde zu verzeichnen. Der Nikkei erreichte am Donnerstag mit 16.445 Punkten ein Fünf-Jahres-Hoch. Der ATX erreichte ein All-time high, gab zum Ende der Woche hin aber wieder etwas nach. Die begonnene Kapitalerhöhung der Erstebank mit einem Volumen, das um etwa 2,5mal über dem bisherigen Primärmarktrekord liegt, scheint den Markt kaum zu belasten. Im laufenden Jahr steht mit dem am Donnerstag beschlossenen Börsegang der Post noch eine weitere große Transaktion am Primärmarkt an. Aufgrund der Unsicherheiten für den Ölpreis (Irak) und der noch dünnen Datenlage bei den Unternehmensergebnissen rechnet die Volksbank Investmentbank in der kommenden Woche nur mit wenig Aufwärtspotenzial für die Aktienmärkte.

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