Neues Volksblatt: "Angebot" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 11. Jänner 2006

Linz (OTS) - Es bedeutet für die katholische Kirche in Österreich wohl kaum Grund zum Jubeln, dass im Vorjahr 43.855 Schäfchen ihrer Herde und ihren Hirten den Rücken gekehrt haben - ist das doch der dritthöchste Wert seit 1945. Aber ebenso kann es als Signal gewertet werden, dass nach dem Negativrekord von 2004 die Zahl der Austritte um 15 Prozent gesunken ist.
Diese Trendumkehr nur dem Faktum zuzuschreiben, dass im Vorjahr ganz offensichtlich die innerkirchlichen Querelen und Turbulenzen (zumindest nach außen hin) überwunden werden konnten, wäre eine zu enge Interpretation. Aber dass es nicht gut ankommt, wenn scheinbar mehr gestritten als gebetet wird, darf wohl angenommen werden. Bedeutsamer freilich erscheint, dass die Kirche dem vom Pastoraltheologen Paul Zulehner georteten Trend zu mehr Spiritualität Rechnung tragen kann. Immerhin tummeln sich im Spektrum der Heilsanbieter und Helfer bei der Sinnsuche für die Kirche viele Konkurrenten. Dass hier, um in der Wirtschaftsdiktion zu bleiben, ihr Angebot stimmt (immerhin gibt es auch mehr Rückkehrer), ist wohl auch eine gute Nachricht.

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