Rieder: 5-Jahresbilanz der Wiener Technologieoffensive

ZIT: Investitionen von 380 Millionen Euro ausgelöst - setzen erfolgreichen Weg fort

Wien (OTS) - "Wien hat sich in den letzten Jahren zu einem europäisch bedeutenden Technologiestandort entwickelt und gewinnt als europäisches Forschungs- und Kompetenzzentrum immer mehr an Bedeutung. Die Stadt Wien hat diesen Prozess mit dem Ausbau und der Umstellung der Technologieförderung massiv unterstützt. Im Jahr 2000 wurde eine eigene Technologieagentur der Stadt - das Zentrum für Innovation und Technologie - ZIT gegründet. 100 Millionen Euro wurden auf diesem Weg als direkte Förderung an Unternehmen bereitgestellt. Ausgelöst wurden Invests von rund 300 Millionen Euro", erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder am Dienstag im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters, an dem weiters die Geschäftsführerin des ZIT, Mag. Edeltraud Stiftinger, teilnahm.

Der Erfolg der Wiener Technologieoffensive kann sich sehen lassen: "Bereits 20 Prozent der Wiener Jobs - das sind rund 150.000 -hängen direkt oder indirekt mit dem Technologiebereich zusammen. Bei 10 Förderwettbewerben (Calls) hat das ZIT 25 Millionen Euro an 148 Unternehmen ausgeschüttet. Alleine dabei wurde ein Investvolumen von 100 Millionen Euro ausgelöst mit dem Ergebnis, dass heute zusätzliche 1.000 Forscher allein deshalb in Wien aktiv sind. Parallel zu den monetären Förderungen wurde ein spezialisiertes Immobilienmanagement für Technologiezentren entwickelt. Vorzeigeprojekte wie das Vienna Biocenter oder Campus-Poliklinik wurden bzw. werden so realisiert. Das dabei mit privaten Partnern ausgelöste Gesamtinvestvolumen beträgt fast 80 Millionen Euro", so Rieder.

Insgesamt wurden durch die Aktivitäten des ZIT Invests von rund 380 Millionen Euro ausgelöst.****

Erfolgreicher Weg wird 2006 fortgesetzt: 110 Mio. Euro stehen 2006 in Wien für Technologieoffensive bereit

Die Stadt Wien setzt den erfolgreichen Weg der gezielten Förderung von Spitzenprojekten und des Immobilienmanagements für High-Tech-Projekte auch im Jahr 2006 weiter fort. Insgesamt stehen heuer rund 110 Millionen Euro für Technologiemaßnahmen in Wien bereit. 20 Millionen Euro davon laufen über das ZIT, das damit neue Förderwettbewerbe, Kompetenzzentren und Spezialprogramme wie die Vienna Spots of Excellence finanziert. "So stehen für die Wettbewerbe zu den Themen Life Science, IKT (Safe & Security) und zum Thema Nanotechnologie 6 Millionen Euro zur Verfügung. Bei den Technologiezentren steht die dritte Ausbaustufe für das Vienna Biocenter und die Errichtung des Campus Poliklinik im Mittelpunkt. Fertigstellungstermin für beide Zentren wird 2008 sein. Neu angeboten werden auch so genannte Finanzierungsworkshops, bei denen junge Unternehmen mit potenziellen Finanzgebern im kleinen Kreis zusammentreffen. Außerdem werden im Jahr 2006 alle Förderprogramme des ZIT einer umfassenden externen Evaluierung unterzogen, um weitere Verbesserungspotentiale und weitere Effizienzsteigerungen möglich zu machen", so Mag. Edeltraud Stiftinger zu den ZIT-Schwerpunkten 2006.

Neben den 20 Millionen Euro für das ZIT zur unternehmerischen Technologieförderung stehen in Wien im Wege des WWTF rund 7 Millionen Euro hauptsächlich für die Grundlagenforschung und Wissenschaftsförderung bereit. Weitere 13 Millionen gibt es als Wissenschaftsförderungsmittel der Stadt. Dazu kommen 68 Millionen Euro an Invests durch private Partner, die durch die in den Jahren 2000 bis 2004 vergebenen WWFF Darlehen ausgelöst und heuer wirksam werden.

Weltmarktführer - internationale Hightech-Konzerne und erfolgreiche Startups

Die Wiener Technologieoffensive rückt bewusst die vier Stärkefelder Life Sciences, IKT-Informations- und Kommunikationstechnologien, die Automotive Branche, aber auch die Creative Industries in den Mittelpunkt. In diesen vier Bereichen haben sich die Wiener Unternehmen in den letzten Jahren weit über die Landesgrenzen hinaus international positioniert. Weltmarktführer wie Frequentis (Flugsicherung), Otto Bock (Orthopädietechnik), Thomastik Infeld (Musiksaitenherstellung), internationale Konzerne wie Siemens oder Boehringer Ingelheim sowie junge, erst in den letzten Jahren neu gegründete Unternehmen wie Austrianova, Biovertis oder Intercell tragen wesentlich zur Stärke Wiens bei.

Die Wiener Technologieoffensive wirkt: Anhaltender Boom für Forschung und Entwicklung ausgelöst

Im Zeitraum von fünf Jahren (1998 bis 2002) erhöhten sich die für einen Technologiestandort entscheidenden Eckdaten, wie die folgenden und letztverfügbaren "harten" Daten der Statistik Austria, die bis 2002 vorliegen, zeigen.

o Die Summe der Investitionen von Wiener Unternehmen in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist seit 1998 um 22 Prozent auf rund 1,15 Milliarden Euro gestiegen (das sind 36,8 Prozent der gesamtösterreichischen Ausgaben). o Die Anzahl der Wiener Unternehmen, die Forschung und Entwicklung konnte seit 1998 von 242 auf 370 Unternehmen gesteigert werden. Das entspricht einem Anstieg um 53 Prozent. o Die Zahl der in der unternehmerischen Forschung und Entwicklung tätigen Personen ist von 8.249 im Jahr 1998 auf 9.555 gestiegen o Im gesamten Technologiebereich - also nicht nur in der unternehmerischen Forschung und Entwicklung - sind in Wien heute schon 150.000 Menschen beschäftigt, das sind rund 20 Prozent aller Wiener Erwerbstätigen. o Alle Prognosen weisen eindeutig darauf hin, dass dieser gewaltige Aufwärtstrend Wiens als Technologiestandort weiter anhält.

ZIT-FÖRDER-BILANZ: Seit 2001 100 Millionen Euro ZIT-Fördermittel für Technologieunternehmen

Alleine im Wege des ZIT wurden seit 2001 rund 100 Millionen Euro an Förderungen für Wiener Technologieunternehmen eingesetzt. Ausgelöst wurden damit rund 300 Millionen Euro.

o 25 Millionen Euro für Technologie-Calls

Herzstück der Wiener Technologieförderung sind die Förderungswettbewerbe für betriebliche Forschung und Entwicklung (Calls). Allein davon haben 148 Unternehmen mit insgesamt knapp 25 Millionen Euro profitiert. Damit wurden nahezu 1.000 hochwertige Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert und Gesamtinvestitionen von über 100 Millionen Euro ausgelöst.

o 30 Millionen Euro für Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft - Weitere 30 Millionen Euro wurden zur Unterstützung von Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft aufgewendet.

25 Millionen für die Schaffung so genannter Kompetenzzentren. (Diese werden im Weg einer Kofinanzierung mit dem Bund (35 Prozent) sowie Unternehmen (40 Prozent) finanziert.) Dort erfolgt eine intensive Zusammenarbeit von universitären Spitzeneinrichtungen und Wiener Technologieunternehmen. Ein erfolgreiches Beispiel für ein solches Kompetenzzentrum ist das Forschungszentrum Telekommunikation, bei dem die wesentlichen Player der Telekomindustrie (mobilkom, Siemens, Telekom Austria, Kapsch, Alcatel etc.) mit der TU-Wien grundlagenorientierte Forschung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie betreiben. Insgesamt gibt es 10 Kompetenzzentren. Die Palette reicht von den Bereichen Life Science, IKT, Automotive über Luftfahrt bis hin zur Lichttechnologie. Ebenso wurde das Programm "Vienna Spots of Excellenc" im Jahr 2005 mit einem Volumen von 5 Millionen Euro gestartet.

Durch diese beiden Förderschienen wurde eine Investvolumen von rund 110 Millionen Euro ausgelöst.

o 45 Millionen für laufende Projekte und neue Netzwerke

Bedeutende Anteile flossen in die Finanzierung von bereits vor der Reform der Technologieförderung angelaufenen Forschungsprojekten von Unternehmen. Außerdem wurde der Aufbau von Netzwerkstrukturen gefördert: Zum Beispiel der Life Science Austria-Vienna Region-Cluster oder der Automotive Cluster Vienna Region. Weiters das Universitäre Gründerzentrum "inits", das potenzielle Unternehmensgründer aus dem wissenschaftlichen Bereich erfolgreich unterstützt.

ZIT-IMMOBILIEN-BILANZ: Seit 2001 rund 80 Millionen Euro in Technologiezentren investiert

Kapital ist zwar eine notwendige, aber keinesfalls eine hinreichende Bedingung für wirtschaftlichen Erfolg. Oftmals stellt das Fehlen von passenden Forschungslabors einen Engpass in der Entwicklung eines Unternehmens dar. Neben den Förderungen stellt das ZIT deshalb spezifische Technologiegebäude bereit. Alle Standortprojekte des ZIT werden in Form von Public Private Partnership-Modellen durchgeführt. Durch diese Public Private Partnership-Modelle kann privates Kapital lukriert und das Risiko für die öffentliche Hand reduziert werden. Die eingesetzten öffentlichen Mittel entfalten so ein Vielfaches an Wirkung. Das ZIT hat gemeinsam mit privaten Partnern seit 2001 Infrastrukturinvestitionen im Wert von rund 80 Millionen Euro realisiert. Prominentes Beispiel ist die Erweiterung des Campus Vienna Biocenter. Verantwortlich für den Immobilienbereich des ZIT ist Geschäftsführer Dr. Claus Hofer.

Folgende Projekte hat das ZIT mit privaten Partnern errichtet bzw. werden derzeit weiter ausgebaut:

o Laborgebäude VBC 2 am Campus Vienna Biocenter, 4.500m2, vollständig vermietet (fertiggestellt 2004) o Laborgebäude VBC 3 am Campus Vienna Biocenter, 7.000m2, bereits vor Baubeginn vollständig vermietet, Fertigstellung Anfang 2008 o Campus Poliklinik: Auf dem Areal der ehemaligen Poliklinik entstehen 18.000m2 neue Labor- und Wohnflächen, Fertigstellung 2008 o Medienzentrum Marx: Studios und Büros am Areal des ehemaligen Schlachthofes St. Marx, 2.000m2, fertiggestellt seit 2004 und vollständig vermietet. Auf einem angrenzenden Areal (ehemalige "Gustana") soll der Medienstandort erweitert werden. Auf 24.000 m2 sollen dann weitere Medienunternehmen, Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen sowie medienaffine Dienstleister angesiedelt werden und in einem Netzwerk mit den bereits vor Ort ansässigen Unternehmen ein sichtbares Zeichen in der sterreichischen und internationalen Medienlandschaft setzen.

Privates Kapital für Technologiebetriebe: ZIT-Finanzierungsworkshops ab 2006

Das ZIT reizt mit seinen Förderungen das innerhalb der Europäischen Union zulässige Höchstmaß aus. Dennoch ist es gerade für junge Unternehmen sehr schwierig, eine längerfristige Finanzierung zu lukrieren. Das liegt vor allem an der Zurückhaltung der privaten Kapitalgeber, in einen sehr riskanten Sektor zu investieren. Die Bedingungen der Banken für Unternehmen haben sich durch Basel II weiter verschärft. Risikobehaftet sind diese Investitionen nicht zuletzt deshalb, weil es zum Teil sehr lange dauert, bis ein Produkt auf den Markt kommt. So dauert eine Medikamentenentwicklung etwa sieben bis zehn Jahre. Bis dahin hat ein Unternehmen im Wesentlichen lediglich Ausgaben - und die Möglichkeiten des Scheiterns sind vielfältig. Im Zentrum des Jahres 2006 steht daher der Aufbau von Finanzierungsworkshops, bei denen junge Unternehmen mit potenziellen Finanzgebern im kleinen Kreis zusammentreffen. Die Unternehmen werden dabei durch das ZIT von der Aufbereitung der Präsentationsunterlagen bis zum Abschluss von Finanzierungsverträgen begleitet.

Geschwindigkeit, Transparenz und Qualität sind die Grundsätze des ZIT

Eine Institution, die Unternehmen erfolgreich unterstützen will, muss hohe Maßstäbe an sich selbst anlegen. Das ZIT agiert nach folgenden Grundsätzen und Zielen:

o Geschwindigkeit:

Unternehmen müssen im Wettbewerb rasch handeln - genauso rasch müssen die öffentlichen Förderstellen agieren: Bei den Förderungen des ZIT vergehen von der Antragsstellung bis zur Verständigung des Unternehmens maximal drei Monate. Die Auszahlung von 50 % der zugesagten Fördersumme erfolgt unmittelbar darauf.

o Transparenz:

Das Angebot an Unterstützungen und die Entscheidungsfindung über die Vergabe müssen einem Höchstmaß an Transparenz genügen. Das heißt, dass gerade diejenigen, die keine Förderung erhalten, die Gründe für die negative Entscheidung erfahren.

o Qualität:

Oberster Maßstab für die Vergabe von Förderungen ist die Qualität der Projekte. Denn ausschließlich Exzellenz ist eine Garantie für das Bestehen am globalen Markt. Durch das vom ZIT praktizierte Wettbewerbssystem und die Bewertung der Projekte im Wesentlichen durch eine von internationalen Experten und Expertinnen zusammengesetzte Jury ist die Vergleichbarkeit der Projekte untereinander gegeben und die Qualität und der Grundsatz der Transparenz sind damit sicher gestellt.

ZIT-Ziel: Positive Stimmung für Technologieunternehmen fördern

Ein Technologiestandort kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Menschen, den Sinn und die Vorteile der technologischen Entwicklungen für sich erkennen. Deshalb unterstützt das ZIT auch Projekte, die die Akzeptanz und das Verständnis der Öffentlichkeit für Forschung und (neue) Technologien verstärken. So zum Beispiel wird ein Projekt des Kindermuseums Zoom unterstützt, dessen Ziel es ist, Kinder schon in jungem Alter mit Wissenschaft und Technik vertraut zu machen. Auch das Medienhaus Wien wurde unterstützt bei der Ausarbeitung eines Konzepts zur Wissenschaftsjournalistenausbildung, mit dem Ziel die Fach-, Sach- und Methodenkompetenz zu erhöhen und somit einschlägiges Wissen bei kritischer Berichterstattung zu unterstützen.

ZIT ist Vorreiter für innovative Technologieförderung in Österreich

Die Themensetzung technologiepolitischer Maßnahmen muss einerseits auf die bestehende Wirtschaftsstruktur mit ihren Stärken und Schwächen Bedacht nehmen, andererseits bedeutet eine aktive Politikgestaltung auch, (neue) Themen zu setzen und neue Wege zu gehen. In den fünf Jahren seiner Tätigkeit ist das dem ZIT eindrucksvoll gelungen: So wurden mit dem Call FemPower Vienna 2004 Österreich weit erstmals Forschungs- und Entwicklungsprojekte unterstützt, die von Frauen geleitet oder mehrheitlich von Frauen durchgeführt werden.

Ebenfalls einen neuen Akzent in der Förderpolitik setzte das ZIT mit dem grenzüberschreitenden Call Co Operate enlargend - Vienna 2005. Im Rahmen dieses Wettbewerbs wurden F&E-Kooperationen von Wiener Unternehmen mit Partnern aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten und Ländern Südosteuropas ebenso unterstützt wie Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

Mit dem Call Innovative Services Vienna 2005 unterstützte das ZIT als erste österreichische Förderinstitution innovative Dienstleistungen, wie etwa maßgeschneiderte Beratungsleistungen für den Sektor der Creative Industries oder die Entwicklung eines Preisoptimierungssystems. Dieser Bereich wird von der Wirtschaftsforschung als ein besonders wichtiger Beschäftigungsmotor der nächsten Jahre gehandelt wurde für die Wirtschaftsförderung in Österreich erstmals durch das ZIT unterstützt. (Schluss) mmr/gaw

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