ÖAMTC warnt: Trinkgelage zu Silvester enden auf der Straße schnell tödlich

Die fünf häufigsten Alkohol-Mythen, die fünf besten Heimweg-Tipps

Wien (OTS) - "Der Jahreswechsel rückt näher und die Silvesterfeier ist ein planbares Ereignis. Viele Alkounfälle auf der Straße könnten vermieden werden, würde sich so mancher vorher überlegen, wie er nach der durchzechten Partynacht heimkommt", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. Ihr Silvester-Appell: Nur nüchtern hinter das Steuer setzen. Weder zu einem Alkoholisierten ins Auto steigen, noch im Rausch zu Fuß den Heimweg antreten.

In den vergangenen fünf Jahren wurden zum Jahreswechsel bei 101 Alkoholunfällen 154 Menschen verletzt, zwei getötet. In der Relation zum gesamten Unfallgeschehen machen Alkoholunfälle noch immer 6,7 Prozent aller Verkehrsunfälle aus. In den ersten drei Quartalen 2005 gab es laut Statistik Austria 2.029 Alkoholunfälle, 2.835 Personen wurden dabei verletzt, 40 getötet. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gibt es aber zumindest einen leichten Rückgang bei der Zahl der Alkoholunfälle.

"Wichtig ist, schon vor dem ersten Schluck eine Entscheidung zu treffen", erinnert Donosa. "Entweder man trinkt oder man fährt. Beides geht nicht." Keinesfalls darf man sich unter Alkoholbeeinträchtigung auf sein subjektives Gefühl verlassen, zumal sich die Selbsteinschätzung verändert und die Risikobereitschaft steigt.

Die fünf häufigsten Alkohol-Mythen:

* "Promille-Killer bauen den Alkohol schneller ab" - Stopp: Auch wenn es noch so verlockend klingt, es gibt kein Mittel, das den Alkoholabbau beschleunigt. Immer wieder kommen Tabletten, Pulver oder Getränke auf den Markt, die einen rascheren Alkoholabbau versprechen, um innerhalb weniger Stunden wieder fahrtüchtig zu sein. "Von all diesen 'Wundermitteln' ist dringend abzuraten, weil ihre Wirksamkeit stark zu bezweifeln und wissenschaftlich nicht belegt ist", warnt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Das eigene Gefühl der "Ernüchterung" täuscht, am tatsächlichen Promillewert (entscheidend hinsichtlich Unfallrisiko und rechtlicher Konsequenzen) ändert sich nichts. Entscheidend ist einzig und allein die Zeit. Pro Stunde werden durchschnittlich etwa 0,1 bis 0,15 Promille abgebaut.

  • "Wenn ich viel esse, werd' ich nicht betrunken" - Irrtum. Ein reichhaltiges Silvestermenü verzögert zwar die Aufnahme von Alkohol ins Blut - wodurch die Wirkung zunächst weniger stark empfunden wird
  • letztendlich kann aber nicht verhindert werden, dass Alkohol in den Blutkreislauf gelangt und der Promillepegel steigt.

* "Beim Tanzen werd' ich wieder nüchtern"- Falsch. Alkohol kann nicht durch Bewegung rausgeschwitzt werden. Alkohol wird zu zirka 95 Prozent in der Leber abgebaut, lediglich etwa fünf Prozent werden über die Haut, die Lunge und die Nieren ausgeschieden.

* "Nach einer kalten Dusche und einer Tasse Kaffee bin ich wieder fit"- Keineswegs. Man fühlt sich nach einer Dusche oder einem Kaffee vielleicht subjektiv etwas besser und wacher, nüchtern und fahrtauglich ist man aber noch lange nicht.

* "Wenn ich mich kurz hinlege, kann ich schon wieder fahren"-Halt. Auch am Tag nach dem Rausch das Auto stehen lassen. Je nach Menge und Art des Alkohols dauert es, bis man wieder vollkommen nüchtern ist. Jedem Lenker müssen die Gefahren und Folgen des Restalkoholgehaltes im Blut bekannt sein.

Fünf ÖAMTC-Tipps für den sicheren Heimweg vom Silvesterfest:

* Wer vor hat, mit dem Auto zu fahren, dem muss klar sein: Alkohol ist absolut tabu. Am besten sollte man gar nicht erst mit dem Auto zum Silvesterfest kommen, denn sonst ist die Versuchung groß, auch damit heimzufahren. Nicht vergessen: Taxinummer einstecken oder gleich ins Handy einspeichern.

* Nicht mit einem alkoholisierten Lenker mitfahren. Es fällt in dieser Situation manchmal besonders schwer - trotzdem unbedingt "nein" sagen. Wenn sich ein Fahrer alkoholisiert hinter das Lenkrad setzen will, muss man als Mitfahrer die Notbremse ziehen.

* Nicht wegschauen, wenn jemand betrunken selbst heimfahren will. Soziale Kontrolle ist erforderlich, um Alko-Lenker vom Fahren abzuhalten. Auch wenn der Betroffene hundert Mal beteuert, er könne noch fahren, muss man ihn daran hindern bzw. ihm notfalls den Schlüssel wegnehmen.

* Als Fußgänger sollte man zum Selbstschutz auf jeden Fall auf gute Sichtbarkeit achten. Statt schwer alkoholisiert auf der Straße nach Hause zu torkeln, ist es besser, ein Taxi zu nehmen, das einen sicher nach Hause bringt.

* Verantwortungsbewusstsein hinter dem Lenkrad ist gefragt. Autofahrer müssen besonders aufmerksam und konzentriert unterwegs sein. Unbedingt auf Fußgänger achten, die den Heimweg von Silvesterfeiern noch spät in der Nacht bzw. erst in der Früh antreten.

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