- 21.12.2005, 15:32:31
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Regulierungsbehörde ändert eigenen Gleitpfad für Mobilterminierungsentgelte massiv - und greift damit unerwartet und verzerrend in funktionierenden Wettbewerbsmarkt ein
Wien (OTS) -
- Gleitpfad" wird gegenüber dem im September veröffentlichten Entwurf völlig unerwartet um drei Jahre verkürzt - Entscheidung entzieht mobilkom austria im Jahr 2006 EUR 42 Mio. Terminierungserlösen - Die relativen Abstände zu Mitbewerbern wachsen. Nettoauszahlungen an Mitbewerb für 2006: EUR 36 Mio. - Einseitige Förderung von Hutchison 3G setzt sich fort - Ankündigung eines einheitlichen Terminierungsentgelts ab Ende 2008 nicht glaubwürdig
In den heute veröffentlichten Entscheidungen zu den
Netzzustellungstarifen in Mobilnetzen ("Terminierungsentgelte") ist
der österreichische Regulator in einer völlig unerwarteten Härte von
seinem eigenen noch Ende September veröffentlichten "Gleitpfadmodell"
abgerückt. Das ursprünglich bis Ende 2011 laufende Modell zur
Erreichung eines einheitlichen Mobilterminierungsentgelts (in Höhe
von ca. Eurocent 6,8) wurde auf Ende 2008 und damit um nicht weniger
als die Hälfte verkürzt. Vorgegebene Begründung für diesen Schritt:
ein Brief der EU-Kommission, in dem eine Verkürzung des Gleitpfades
eingefordert wird.
Gegenüber 2005 wird mobilkom austria allein 2006 eine Erlöseinbuße
aus dem Netzzustellungsgeschäft in Höhe von EUR 42 Mio. haben. "Das
wird nicht folgenlos an unserer
Investitionskraft, egal ob im In- oder Ausland, vorübergehen. Der
Regulator trägt hierfür die volle Verantwortung", so Boris Nemsic,
Generaldirektor mobilkom austria und COO Wireless Telekom Austria.
Besonders pikant ist, dass entgegen der Langzeitforderung von
mobilkom austria, sämtlichen Erfahrungen in anderen
EU-Mitgliedsstaaten und insbesondere auch entgegen der vorgegebenen
Logik des Gleitpfads die relativen Abstände der von den
Mobilfunkbetreibern einander gezahlten Tarife statt kleiner immer
größer werden: Der Tarifabstand zwischen T-Mobile und mobilkom
austria wächst von heute 21% (Eurocent 13,18 zu 10,86) auf 28% an,
der Abstand von One zu mobilkom austria vergrößert sich auf 35% und
jener von Hutchison 3G auf 91% (jeweils auf Basis Entgelte Juli
2007).
mobilkom austria wird daher auch im nächsten Jahr die eigenen
Mitbewerber durch Nettoauszahlungen aus dem wechselseitigen
Netzzustellungsgeschäft "stützen" müssen - und zwar mit stattlichen
EUR 36 Mio.
Die zuletzt eingeschlagene offensive Förderpolitik zugunsten von
Hutchison 3G setzt sich damit logisch fort: Nicht nur, dass Hutchison
3G "der" große Profiteur der T-Mobile (infolge des Erwerbs von
tele.ring) voraussichtlich treffenden Fusionskontrollauflagen sein
wird. Dort geht es immerhin um UMTS-Frequenznutzungsrechte und eine
österreichweite Flächendeckung mit Ex-tele.ring-Mobilfunkstandorten,
die weit unter ihrem wahren Wert abgegeben werden sollen. Darüber
hinaus wird Hutchison durch die vorliegende Regulierungsentscheidung
nun auch bis auf weiteres erlaubt, bei mobilkom austria als
nationales Roaming eingekaufte Netzleistungen mit 300% Preisaufschlag
als Terminierungsleistung an rufende Endkunden wiederzuverkaufen.
Last but not least berücksichtigt die Entscheidung die
voraussichtliche Konsolidierung des Mobilfunkmarktes im Gefolge der
T-Mobile-tele.ring-Fusion nicht - und verlängert damit die
"Schutzfrist" zugunsten von T-Mobile faktisch um voraussichtlich
weitere zwei Jahre.
Angesichts all dessen schenkt mobilkom austria der in Aussicht
gestellten Vereinheitlichung der Mobilfunkterminierungsentgelte ab
Anfang 2009 keinen Glauben. "Ich bin gespannt, was die RTR hier noch
auf den Gaben-Tisch legen wird", so Boris Nemsic. "Schon diesmal hat
uns die Regulierungsbehörde durch einen vorgegebenen Kniefall vor der
EU-Kommission die abgeschlossenen Geschäftspläne für die kommenden
Jahre rückwirkend zerzaust."
Rückfragehinweis:
mobilkom austria AG & Co KG
Mag. Elisabeth Mattes,
Leiterin Corporate Communications und
Unternehmenssprecherin
Tel.: +43 664 331 27 30
e-mail: [email protected]
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