Greenpeace: Keine faulen Kompromisse beim Transitproblem!

Weitergehende Maßnahmen in Österreich sind notwendig

Wien/Strassburg. (OTS) - Greenpeace lehnt den "faulen Kompromiss" zur Wegekostenrichtline zwischen dem EU-Parlament und den europäischen Verkehrsministern ab. "Die stark zunehmende Belastung an Feinstaub, Stickoxiden und Lärm durch den Transitverkehr wird durch diese EU-Entscheidung nicht eingebremst. Die Anrainer werden weiter unter den LKW-Abgasen leiden", befürchtet Greenpeace-Verkehrsexperte Erwin Mayer konkrete Auswirkungen dieser Entscheidung und kritisiert dabei Tempo-160 Minister Hubert Gorbach.

Greenpeace lehnt den vorliegenden Entwurf der Wegekostenrichtlinie ab, weil darin die Festlegung von externen Kosten wie Umweltverschmutzung, Gesundheitsfolgekosten und Unfälle auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Die im Vorschlag angeführte geringfügig höhere Bemautung in sensiblen Regionen und Alpentälern reicht nicht aus um das LKW-Verkehrsaufkommen insgesamt einzudämmen und einen großen Anteil auf die Schiene zu verlagern. Die Lenkungseffekte durch die jetzt festgesetzten Gebühren sind dazu viel zu gering. "Wir bräuchten bei der Mauthöhe zumindest das Schweizer Niveau um Österreich wieder aufatmen zu lassen", vergleicht Mayer die europäische Verkehrspolitik mit dem besseren Schweizer System. In der Schweiz beträgt die LKW-Maut einen Eurocent pro Kilometer und wird weiter erhöht.

Jetzt muss Österreich selbst Maßnahmen ergreifen um den Transit einzudämmen und um das nachzuholen was viele Jahre versäumt wurde. Greenpeace fordert erstens, dass die Dieselbesteuerung angehoben wird, weil die mitteleuropäische Dieselsteueroase Österreich zusätzlichen Transit nach Österreich anzieht. Zweitens muss entlang den Transitstrecken in Luftsanierungsgebieten das Tempo für LKW auf 60 km/h reduziert werden. Drittens braucht es selektive Fahrverbote auf den Transitstrecken für LKW ohne Partikelfilter und Katalysator bzw. Harnstoffeinspritzung.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 0664-6126721.
Mag. Erwin Mayer, Verkehrsexperte Greenpeace, tel. 0664-6126721.

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