• 14.12.2005, 12:04:55
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Puxbaum/Sturm/Knoflacher: "Tempo 50 bringt Feinstaubreduktion"

Wien (OTS) - "Tempo 50 bringt geringeren Reifenabrieb und
geringere Aufwirbelung und trägt daher mit Sicherheit zur
Feinstaubreduktion bei", kommentiert Prof. Hans Puxbaum vom Institut
für chemische Technologien und Analytik an der TU Wien das von der
Stadt Wien verordnete Tempo 50. Aufwirbelung macht in Wien rund 23 %
der hausgemachten Feinstaubquellen aus, durch geringere
Beschleunigungs- sowie Abbremsvorgänge sinkt der Abrieb von
Bremsbelägen, Kupplungsbelägen und Reifen.

Die Stadt Wien hat neben zahlreichen weiteren Maßnahmen in den
Bereichen Baustellen, Industrie, Baumaschinen und Verkehr Tempo 50 -
wie es in allen Ortsgebieten üblich ist - verordnet, um den Feinstaub
weiter zu reduzieren.

Auch Prof. Peter Sturm vom Institut für
Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik an der TU Graz weist
darauf hin, dass die jüngst medial angesprochenen Emissionsfaktoren
ausschließlich jene Emissionen behandeln, die über den Auspuff an die
Umgebung abgegeben werden. "Dies ist jedoch für die Betrachtung des
Feinstaubs nur ein Teil der möglichen Emissionsquellen. Hier sind
zusätzlich jene Feinstaubmissionen aus den Abriebvorgängen sowie aus
den aufgewirbelten Straßenstäuben zu berücksichtigen. Bei Auswahl der
geeigneten Rahmenbedingungen ist bei Tempo 50 jedenfalls mit einer
Senkung der Gesamtemissionen zu rechnen", kommentiert Sturm.

Für Prof. Hermann Knoflacher vom Institut für Verkehrsplanung
und Verkehrstechnik an der TU Wien sind Maßnahmen im Straßenverkehr
unerlässlich, um gegen die Feinstaubbelastung vorzugehen. "In Italien
werden Fahrverbote verhängt, wenn die Feinstaubgrenzwerte bestimmte
Ausmaße annehmen, Tempo 50 in Wien ist somit eine Mindestmaßnahme,
die zur Reduktion des Feinstaubs beitragen wird. Es geht um die
Gesundheit der Menschen in dieser Stadt", betont Knoflacher.

Auch das Umweltbundesamt bewertet die Maßnahme als zielführend:
"Eine Temporeduktion ist dann positiv, wenn es gelingt, den
Verkehrsfluss störungsfreier zu gestalten", erklärt Georg Rebernig,
Geschäftsführer des Umweltbundesamts. "Dies führt zu weniger
Beschleunigungs- und Abbremsvorgängen und reduziert die
Partikelemissionen im Abgas. Die Verringerung der Geschwindigkeit
führt zudem zu weniger Staub aus Abrieb und Aufwirbelung. Um die
verkehrsbedingte Feinstaubbelastung zu senken, ist ein breites Bündel
an Maßnahmen erforderlich, die Reduktion der Geschwindigkeit leistet
dazu einen Beitrag."

Neben Tempo 50 gilt in Wien künftig ein Fahrverbot für EURO
0-LKWs, weiters Partikelpflicht für Baumaschinen und Bagger, Verbot
von Heizöl leicht. Mit dem umfassenden Maßnahmenpaket wird Wien in
den nächsten Jahren den Feinstaub weiter reduzieren, die Stadt Wien
setzt auch in ihrem eigenen Bereich zahlreiche Maßnahmen, etwa bei
der Umstellung des Winterdiensts. Bei Neuanschaffungen im Fuhrpark
werden nur noch KFZ mit Partikelfilter gekauft. "Die
Feinstaubbekämpfung muss auf allen Ebenen vorangetrieben werden, alle
Emittentengruppen müssen dazu ihren Beitrag leisten", so Dr. Karin
Büchl-Krammerstätter, Leiterin der MA 22, abschließend. (Schluss) vor

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   Mag. Anita Voraberger 
   Tel.: 4000/81 353
   Handy: 0664/16 58 655 
   mailto:[email protected]

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