Puxbaum/Sturm/Knoflacher: "Tempo 50 bringt Feinstaubreduktion"

Wien (OTS) - "Tempo 50 bringt geringeren Reifenabrieb und
geringere Aufwirbelung und trägt daher mit Sicherheit zur Feinstaubreduktion bei", kommentiert Prof. Hans Puxbaum vom Institut für chemische Technologien und Analytik an der TU Wien das von der Stadt Wien verordnete Tempo 50. Aufwirbelung macht in Wien rund 23 % der hausgemachten Feinstaubquellen aus, durch geringere Beschleunigungs- sowie Abbremsvorgänge sinkt der Abrieb von Bremsbelägen, Kupplungsbelägen und Reifen.

Die Stadt Wien hat neben zahlreichen weiteren Maßnahmen in den Bereichen Baustellen, Industrie, Baumaschinen und Verkehr Tempo 50 -wie es in allen Ortsgebieten üblich ist - verordnet, um den Feinstaub weiter zu reduzieren.

Auch Prof. Peter Sturm vom Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik an der TU Graz weist darauf hin, dass die jüngst medial angesprochenen Emissionsfaktoren ausschließlich jene Emissionen behandeln, die über den Auspuff an die Umgebung abgegeben werden. "Dies ist jedoch für die Betrachtung des Feinstaubs nur ein Teil der möglichen Emissionsquellen. Hier sind zusätzlich jene Feinstaubmissionen aus den Abriebvorgängen sowie aus den aufgewirbelten Straßenstäuben zu berücksichtigen. Bei Auswahl der geeigneten Rahmenbedingungen ist bei Tempo 50 jedenfalls mit einer Senkung der Gesamtemissionen zu rechnen", kommentiert Sturm.

Für Prof. Hermann Knoflacher vom Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik an der TU Wien sind Maßnahmen im Straßenverkehr unerlässlich, um gegen die Feinstaubbelastung vorzugehen. "In Italien werden Fahrverbote verhängt, wenn die Feinstaubgrenzwerte bestimmte Ausmaße annehmen, Tempo 50 in Wien ist somit eine Mindestmaßnahme, die zur Reduktion des Feinstaubs beitragen wird. Es geht um die Gesundheit der Menschen in dieser Stadt", betont Knoflacher.

Auch das Umweltbundesamt bewertet die Maßnahme als zielführend:
"Eine Temporeduktion ist dann positiv, wenn es gelingt, den Verkehrsfluss störungsfreier zu gestalten", erklärt Georg Rebernig, Geschäftsführer des Umweltbundesamts. "Dies führt zu weniger Beschleunigungs- und Abbremsvorgängen und reduziert die Partikelemissionen im Abgas. Die Verringerung der Geschwindigkeit führt zudem zu weniger Staub aus Abrieb und Aufwirbelung. Um die verkehrsbedingte Feinstaubbelastung zu senken, ist ein breites Bündel an Maßnahmen erforderlich, die Reduktion der Geschwindigkeit leistet dazu einen Beitrag."

Neben Tempo 50 gilt in Wien künftig ein Fahrverbot für EURO 0-LKWs, weiters Partikelpflicht für Baumaschinen und Bagger, Verbot von Heizöl leicht. Mit dem umfassenden Maßnahmenpaket wird Wien in den nächsten Jahren den Feinstaub weiter reduzieren, die Stadt Wien setzt auch in ihrem eigenen Bereich zahlreiche Maßnahmen, etwa bei der Umstellung des Winterdiensts. Bei Neuanschaffungen im Fuhrpark werden nur noch KFZ mit Partikelfilter gekauft. "Die Feinstaubbekämpfung muss auf allen Ebenen vorangetrieben werden, alle Emittentengruppen müssen dazu ihren Beitrag leisten", so Dr. Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der MA 22, abschließend. (Schluss) vor

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