- 14.12.2005, 10:00:00
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LH Niessl übergibt Pflegepreis Burgenland 2005 an Maria Habeler aus Wiesen
Wien (OTS) - Ein Unfall beim Misteln-Schneiden für die
Firmenweihnachtsfeier Anfang Dezember 2000 veränderte das Leben von
Maria Habeler drastisch. Ihr Mann Josef erlitt dabei Kopf- und
Halswirbelverletzungen, die zu einer Querschnittslähmung führten.
Seine Bewegungen sind auf das Zentimeterweise Anheben des rechten
Arms beschränkt. Um ihn zu Hause pflegen zu können, stellte Maria
Habeler ihr Leben völlig um. Sie musste ihre Stelle als Frisörin
aufgeben. Zum Glück kann sie auf die volle Unterstützung ihrer
Familie und ihrer Freunde bauen. Am Mittwoch, dem 14. Dezember, um 10
Uhr erhält Maria Habeler den Pflegepreis 2005 von Landeshauptmann
Hans Niessl, Ing. Johann Kaiser, Direktor der AUVA-Landesstelle Wien,
und Arbeiterkammerpräsident Alfred Schreiner im Empire-Saal des
Schlosses Esterhazy in Eisenstadt.
Weiters gratulierten Landesrat Dr. Peter Rezar,
Landtagsabgeordneter Oswald Klikovits, Landtagsabgeordneter Matthias
Weghofer, Bürgermeister Wiesen, Landtagsabgeordneter Christian
Sagartz, Herbert Baumgartner, Vizebürgermeister Wiesen, Chefredakteur
Thomas Orovits, Burgenland-Woche, Mag. Pia-Maria Rosner-Scheibengraf,
Wirtschaftskammer, sowie Kammerrat Rudolf Silvan und Sekretär
Wolfgang Geisinger, Gewerkschaft Bau-Holz, Pflegedirektorin Mag.
Renate Peischl, Burgenländische Krankenanstaltengesellschaft, die
Direktoren der AUVA-Landesstelle Wien, das Betreuerteam der
AUVA-Außenstelle Oberwart, Mitglieder der Jury, Familienmitglieder
und Freunde.
Maria Habeler wurde 1948 in Wiesen geboren und hat vor 36 Jahren
geheiratet. Die Geburt ihres Sohnes Christian und der Zwillinge
Claudia und Thomas unterbrach die Berufstätigkeit. Sie arbeitete
gerne als Frisörin und versuchte dies nach dem Unfall ihres Mannes
zumindest als Teilzeitkraft weiter. Nebenbei wurden seit 1969
Erdbeerfelder als zusätzliche Einnahmenquelle bewirtschaftet. Auch
sie mussten nach dem Unfall aufgegeben werden. Bei der Arbeit im
Gemüsegarten - dient zur Selbstversorgung und als Ausgleich -
verletzte sie sich im Juli 2003 am Fuß. Eine langwierige Therapie war
die Folge. Schmerzen verhinderten den Wiedereinstieg im Frisiersalon.
"Ich musste ins Spital und mehrmals in der Woche zu Infusionen. Vor
allem in dieser Zeit war mir meine Familie eine große Hilfe. Ich kann
mich immer auf sie verlassen," erzählt Maria Habeler. Josef Habeler -
er war Baggerfahrer in einem Bauunternehmen - wird zudem von der
Sozialstation Wiesen betreut.
Maria Habeler musste lernen, los zu lassen und auf den eigenen
Körper zu hören. Unterstützung kommt von den Nachbarn und dem
Freundeskreis der Familie. "Ich bin sehr dankbar, dass uns alle
unsere Freunde treu geblieben sind und weiter auf Besuch kommen. Mein
Mann und ich können so viele schöne Stunden mit ihnen genießen. Sogar
der ehemaligen Chef vom Sepp hat Zeit für ihn und hilft uns immer
wieder."
Josef Habeler hat in der Rehabilitation im AUVA-Zentrum Weißer Hof
(Klosterneuburg, NÖ) begonnen, mit dem Mund zu malen. Zuerst
gestaltete er Seidentücher. Heute beherrscht er mehrere Techniken und
ist im "Verein der Mundmaler" engagiert. Dieses schöne Hobby gibt
seiner Frau die Möglichkeit, eigenen Interessen nachzugehen. Maria
Habeler kocht gerne, gestaltet dekorative Blumengestecke und liest
sehr gerne - vor allem abends. Früher war sie mit dem Rad unterwegs.
Die Fußverletzung hat dies zuletzt verhindert. Sie ist aber
optimistisch, dass sie wieder ohne Schmerzen in die Pedale treten
kann.
Josef Habeler (60 Jahre) ist finanziell versorgt. Er bekommt neben
Pension, Versehrten- und Zusatzrente Pflegegeld der Stufe 7 (1.562,10
Euro). Die AUVA hat ihn mit Zuschüssen und Darlehen zum Ankauf eines
behindertengerechten Fahrzeuges und dem Umbau des Hauses mit
elektronischer Sprachsteuerung (zum Beispiel zum Türe öffnen oder
Licht andrehen) unterstützt. Er wird laufend mit den notwendigen
Hilfsmitteln (Rollstühle, orthopädische Schuhe, Hygienebehelfe etc)
versorgt. Die Aufwendungen und Zuschüsse belaufen sich bis jetzt auf
rund 160.000 Euro.
Der AUVA-Pflegepreis
Der Pflegepreis entstand 1998 auf Initiative der zuständigen
Landesstelle der AUVA (Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt). Er
steht unter der Patronanz des Landeshauptmannes und wird von der
Gewerkschaft Bau-Holz unterstützt. Im Jahre 2005 wird er zum achten
Mal für aufopfernde Pflege im Familienverband vergeben.
Voraussetzung für den Pflegepreises ist die vorbildhafte Betreuung
eines schwerstversehrten Angehörigen nach einem Arbeitsunfall oder
einer Berufskrankheit zu Hause über einen bestimmten Zeitraum. Die
Auswahl der Pflegerin des Jahres erfolgt in einem mehrstufigen
Bewertungsprozess.
Neben einer Urkunde und dem Relief "Sonnenstiege" von Prof. Horst
Aschermann besteht der Preis aus einem Erholungsurlaub in einem
behindertengerechten Hotel in Tirol oder der Steiermark, der von der
Gewerkschaft Bau-Holz zur Verfügung gestellt wird.
Die Pflegepreisträgerinnen 2004 verbrachten im Sommer 2005 ihren
von der Gewerkschaft Bau-Holz gestifteten Erholungsurlaub. Ulrike
Haring-Kremsner war mit ihrem Gatten eine Woche in Kirchberg in Tirol
und Karoline Pöll zwei Wochen in Schladming.
In Österreich leben rund 7.300 nach einem Arbeitsunfall
Schwerstversehrte und rund 3.000 davon in Burgenland,
Niederösterreich und Wien. Im Burgenland sind derzeit zwei
Versicherte in der höchsten Pflegestufe 7 (bis zu Wachkoma).
Pflegestufe 6 gilt für zwei Versehrte, von denen einer in einem
Pflegeheim untergebracht ist. Sechzehn Personen befinden sich in
Pflegestufe 5.
Die AUVA-Landesstelle Wien finden Sie im Internet unter
www.auva.at/wien.
Rückfragehinweis:
Gabriela Würth, GWK,
Tel.: (02242) 38300, (0676) 33 24 879
E-Mail: gabriela.wuerth.gwk@utanet.at
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