Kukacka: Neuer ÖBB-Fahrplan setzt wichtige verkehrspolitische Signale

Attraktives Zugsangebot nach Bratislava und erster EuroCity von Prag nach Ljubljana

Wien (OTS) - "Neben dem ab kommenden Sonntag, 11. Dezember 2005, erstmals täglich geführten EuroCity-Zug (EC 100 bzw. 101) von Prag über Linz und Graz weiter nach Ljubljana, der eine strategische Nord-Süd-Verbindung darstellt und drei Länder und zahlreiche Regionen miteinander verbindet, wurde auch zu einem anderen Nachbarland, der Slowakei, ein wichtiges verkehrspolitisches vor allem aber kundenfreundliches Signal gesetzt", so Kukacka. Der ebenfalls neue, als Stunden-Takt geführte Sprinter von Wien nach Bratislava, der die bisherige zweistündige Euregio-Takt-Verbindung vom Südbahnhof ergänzt, benötigt nur mehr 59 Minuten und bringt den Bahnkunden eine nahezu konkurrenzlose Fahrzeit zwischen den Twincities.

"Dieses Angebot ist ein weiterer Schritt zur Stärkung und Attraktivierung der Schienenverbindungen in die Slowakei. Die österreichische Infrastrukturpolitik wird eher in den kommenden Jahren noch mehr Aktivitäten in Richtung der Anbindung Bratislavas setzen", erklärte der Verkehrsstaatssekretär. Der Neubau der Götzendorfer Schleife (vom Flughaben Wien-Schwechat nach Götzendorf an die Ostbahn) bis zum Jahre 2011 sei bereits beschlossen und wird dann eine durchgehende elektrifizierte Hochleistungsverbindung zwischen Flughafen Wien und Bratislava darstellen. "Es sei wesentlich für den Betrieb einer effizienten Schienenverbindung zwischen Wien und Bratislava, dass die Errichtung der Götzendorfer Schleife als Flughafenverbindung südlich der Donau und der Ausbau des Marchegger Astes nördlich der Donau zeitgleich bis 2011 realisiert werden. Damit entsteht ein Ringverkehr zwischen Wien und Bratislava nördlich und südlich der Donau", betonte Kukacka die Wichtigkeit der Projekte.

Die Götzendorfer Schleife wird künftig die Einbindung des Flughafens Wien-Schwechat in die internationale Verbindung zwischen Wien und Bratislava gewährleisten. Die Streckenführung verläuft vom Wiener Südbahnhof (künftig Bahnhof Wien) über den Flughafen Wien, zur neuen Schleife Götzendorf und von dort weiter über die bestehende Ostbahn nach Bratislava. Die Realisierung der 12 km langen Neubaustrecke vom Schwechater Flughafen-Bahnhof zur Ostbahn (Spange Fischamend -Götzendorf) nach Bratislava-Petrzalka koste rund 105 Mio. Euro.

Auch der geplante Ausbau des Marchegger Astes wird die Fahrzeit zwischen Wien und Bratislava weiter verkürzen, die dann deutlich unter einer Stunde liegen wird. So wird man für die Strecke vom Bahnhof Wien zum Hauptbahnhof nach Bratislava über den Marchegger Ast nördlich der Donau nur mehr etwa 40 Minuten benötigen, zwischen Flughafen Wien und Flughafen Bratislava überhaupt nur mehr 30 Minuten.

Der Ausbau des Marchegger Astes um rund 79 Mio. Euro besteht einerseits aus einer durchgehenden Elektrifizierung der Strecke zwischen Gänserndorf über Marchegg nach Bratislava, die bis 2008 realisiert werden soll. Damit ergibt sich eine durchgehend elektrifiziert geführte Strecke von Wien-Nord nach Bratislava. Die Kosten belaufen sich auf 10,5 Mio. Euro. In einer zweiten Etappe erfolgt eine Elektrifizierung und ein Kapazitätsausbau zwischen Hausfeldstraße und Marchegg Grenze über den Marchegger-Ast, der laut derzeitiger Planung bis 2014 realisiert werden solle. "Dazu finden gegenwärtig Verhandlungen zwischen Bundesregierung und ÖBB zur Vorziehung diese Maßnahme bereits auf 2011 statt", erklärte Kukacka.

Aufgrund des rasanten Wirtschaftswachstums der Region Bratislava, sei die Attraktivierung der Schienenverbindungen zwischen den beiden, nur 60 Kilometer von einander entfernten "Twin Cities", von zentralem Interesse für die wirtschaftliche Entwicklung und den Standort. "Das ist eine enorme Chance für Österreich, weil der Großraum Wien-Bratislava zu den großen Hoffnungs-Regionen Europas zählt", so Kukacka.

Rund 2 Mio. Menschen leben in Wien, rund 500.000 in Bratislava, wovon 20.000 täglich die Grenze zwischen Wien und Bratislava passieren. Davon reisen 10 Prozent, also 2.000 Personen, zum Flughafen Schwechat. Berechnungen der ÖBB hätten ergeben, dass der Bedarf massiv ansteigen werde und in 15 Jahren 40.000 Personen täglich zwischen Wien und Bratislava unterwegs sein könnten, wovon rund 10.000 zum Flughafen reisen.

Auch mit dem ersten EuroCity-Zug (EC 100 bzw. 101) von Prag über Linz und Graz weiter nach Ljubljana wurde ein wichtiges Signal gesetzt. "Er stellt eine strategische Nord-Süd-Verbindung dar und verbindet drei Länder und zahlreiche Regionen", schloss Kukacka.

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