OMV präsentiert 2. Corporate Social Responsibility-Bericht

Wien (OTS) -

  • Erster OMV Bericht nach Global Reporting Initiative-Standards (GRI)
  • Dialogprozess: Multi-Stakeholder-Forum ab 2006
  • Durchführung eines umfassenden Hepatitis-Impfprogramms in Pakistan

Die OMV Aktiengesellschaft, Mitteleuropas führender Öl- und Gaskonzern, legt den Performance Report über ihre Aktivitäten im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) vor. Basis dafür bildet der freiwillige "Code of Conduct", in dem die OMV 2003 als erstes österreichisches Unternehmen ihre Wertehaltung und Standards definierte. Enthielt der darauf folgende erste
CSR-Bericht vor allem deskriptive Teile zu den Rahmenbedingungen und CSR-Vorhaben, so legt der aktuelle, zweite Bericht konkreter und umfassender Rechenschaft über die Umsetzung des Code of Conduct in der täglichen Unternehmenspraxis für die Jahre 2003 und 2004 ab. Der zweite CSR-Performance Report ist erstmals nach der Global Reporting Initiative (GRI), dem weltweit gültigen CSR-Reporting Standard erstellt. Damit liegt die OMV in Österreich unter den Besten. Als Schwerpunkte ihrer CSR-Aktivitäten für 2006 hat sich die OMV die Bereiche Menschenrechte und Entwicklungsprojekte gesetzt.

Schon der Code of Conduct auf Basis der Triple Bottom Line, also die Verknüpfung von Ökonomie, Umwelt und sozialer Verantwortung, wurde in enger Zusammenarbeit mit den Führungskräften und dem Betriebsrat entwickelt. Dieses dialogorientierte Prinzip wurde nun für den aktuellen CSR-Report erweitert: Im Vorfeld der Berichterstellung wurde ein Roundtable mit Repräsentanten aus den Bereichen Umwelt, Soziales (Menschenrechte-, Arbeitnehmer- und Konsumentenvertreter) sowie einer Ratingagentur und dem Tankstellensprecher-Beirat veranstaltet. Vor Report-Abschluss, wurde der Bericht den Interessenvertretern vorgelegt, ihre Kommentare aufgenommen und der Bericht entsprechend modifiziert. Basis für den Code of Conduct der OMV bildet die UN-Initiative des Global Compact (UNGC), der Schwerpunkte in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsrechte, Umwelt und Antikorruption vorsieht.

Wolfgang Ruttenstorfer, OMV Generaldirektor: "Bei einem solch tief greifenden Prozess wie der Implementierung der Nachhaltigkeit ist Dialog ein unverzichtbares Element. Schließlich geht es um ein verbindliches Engagement - gerade auch für unsere Aktivitäten in den Entwicklungsländern. Ferner geht es uns darum, die Erwartungshaltung unserer Stakeholder besser kennen zu lernen und unsere Sensibilität zu steigern. Wir haben klare Positionen bei sensiblen Themen wie Menschenrechte, zum Beispiel Zwangs- oder Kinderarbeit einzunehmen. Unternehmen werden eben nicht nur an ihrem wirtschaftlichen Erfolg gemessen, sondern auch daran, ob und wie sie ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Wir wollen diese Verhaltensstandards nachvollziehbar machen. Darüber hinaus ist Nachhaltigkeit für mich eine Voraussetzung, um Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu halten."

Der mit den Interessenvertretern laufende, pro-aktive Dialog soll ab 2006 mit einem jährlich stattfindenden, umfangreichen "Multi-Stakeholder-Forum" vertieft werden, das heißt ein Zusammentreffen von Vertretern aus Nichtregierungsorganisationen und der OMV im Sinne eines offenen Dialogs. Rede und Antwort steht die OMV auch Ratingagenturen; etwa mit einem umfangreichem "Questions & Answers" Katalog, der im OMV Portal abrufbar ist. Selbstverständlich setzt die OMV auch auf aktive, zeitgleiche und transparente Finanzkommunikation: Allein 2004 hatte der Vorstand der OMV 250 Meetings mit über 1.000 Analysten und Anlegern in Europa und den USA.

Der Performance Bericht liefert neben der Darstellung von Standards und Werthaltungen, die entsprechend der Triple Bottom Line erreicht wurden bzw. werden sollen, auch Informationen zu Managementabläufen und potentiellen Herausforderungen des OMV Betriebs. So findet sich etwa eine Liste der Öl- und Produktaustritte der letzten beiden Jahre. Die Transparenz auf diesem Gebiet zeigt den Willen des Unternehmens, auch Negatives klar aufzuzeigen und die Verpflichtung für laufende Verbesserungen zu verdeutlichen. 2003 wurde ein unternehmensweites integriertes Risikomanagement nach der Triple Bottom Line eingeführt, das Leitlinien beim Eintritt in neue Märkte gibt. Anhand dieses Systems werden hard und soft issues in verschiedenen Risikobereichen beurteilt. Verantwortlichkeiten und Berichtspflichten sind dabei genau festgelegt. Eine solche Risk Map wurde etwa vor der Mehrheitsübernahme der Petrom erstellt und risikominimierende Maßnahmen, vor allem in den Bereichen Umwelt, Versicherungen und Finanzen, definiert.

"CSR ist ein Managementinstrument, um das unternehmensweite Risikomanagement zu stärken, international die Beziehungen zu lokalen Communities zu festigen, die Identifikation unserer Mitarbeiter mit unserer Unternehmenskultur zu erhöhen und nicht zuletzt neue Wege am Kapitalmarkt zu eröffnen", so Ruttenstorfer.

HSE ("Health, Safety and Environment") spielt bei der Erreichung anerkannter CSR-Standards eine wesentliche Rolle. So hat der OMV Konzern etwa im Umweltbereich ein Verfahren zur Lachgasreduktion entwickelt, das allein für 2004 eine Einsparung von 640.000 t Co2 Äquivalenten brachte. Das entspricht der Reduktionsverpflichtung der gesamten österreichischen Industrie für den ersten Allokationsplan zwischen 2005 und 2007 und ist damit eines der bedeutendsten industriellen Klimaschutzprojekte Österreichs. Neben Umweltbelangen ist auch das Sicherheitsthema zentral: So werden etwa knapp ein Drittel der Produkte aus Schwechat und der Lobau über Pipelines geführt - damit werden pro Jahr 218.000 Gefahrenguttransporte eingespart. Dies entspricht wiederum einer Ersparnis von rund zwei Dritteln aller potentiell notwendigen Transporte auf der Straße. Seit 2000 wurden die Arbeitsunfälle um 60% reduziert.

Bis 2010 wurden für HSE unter anderem folgende Ziele gesetzt:
Sowohl bei HSE-Leistungen wie auch bei den branchentypischen Schlüsselindikatoren will die OMV innerhalb des besten Viertels vergleichbarer Unternehmen liegen. Die HSE-Faktoren werden dabei von externen Ratingagenturen überprüft. Für das kommende Jahr ist im HSE Bereich der Aufbau eines konzernweiten HSE Monitoring Systems geplant, das eine genauere Datenlage über Unfallursachen und das dazugehörige Asset-Management liefert. Weiters werden die medizinischen Standards für alle Mitarbeiter - von Gänserndorf bis Pakistan - konzernweit definiert.

Volkswirtschaftliche Bedeutung der OMV

Für den CSR-Bericht wurden auch volkswirtschaftliche Faktoren analysiert. Unter anderem zeigt die Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI): Jeder Arbeitsplatz bei der OMV schafft in anderen Wirtschaftszweigen zwei weitere.

Petrom

Auch der Integration der Petrom, obwohl erst Ende 2004 erworben, wird im Performance Report Rechnung getragen: so wurden im ersten Halbjahr 2005 erste wichtige Schritte gesetzt: etwa EUR 62 Mio für die Verbesserung der Produktqualität, Umweltschutz und die Einhaltung von EU-Richtlinien, um nur ein Beispiel zu nennen.

Exemplarische CSR-Projekte 2005/06

Lieferantenkontrolle

Im Code of Conduct hat sich die OMV verpflichtet, die Beseitigung von Kinderarbeit in ihrem Einflussbereich zu unterstützen. Seit 2005 werden alle Lieferanten der OMV mit einem, von einem unabhängigen Menschenrechtsexperten erstellten Fragebogen zur Selbstüberprüfung aufgefordert. Für 2006 ist geplant, interne Lieferantenkontrollen durch OMV und externe Menschenrechtsexperten durchzuführen. Darüber hinaus ist es der OMV ein besonderes Anliegen, sich neben der Bekämpfung der Kinderarbeit für die Bildung der Kinder vor Ort einzusetzen. Die OMV verfolgt dabei den Ansatz, dass sie sich im Falle eines Vorkommens von Kinderarbeit in ihrer Lieferantenkette verstärkt für die Bildung der betroffenen Kinder einsetzen wird.

Hepatitis-Impfprogramm und Ausbau des Entwicklungsprojektes in Pakistan

Die OMV, als größter internationaler Gas-Operator in Pakistan, engagiert sich seit 2002 gemeinsam mit lokalen NGOs und durch Einbeziehung der lokalen Bevölkerung im Rahmen eines Entwicklungsprojektes in der Provinz Sindh, in der Wüste von Südpakistan. Schwerpunkte sind dabei Wasserversorgung, Gesundheitsförderung, Infrastruktur, Bildung und Einkommensgenerierung. Das Projekt wird gemeinsam mit lokalen Nichtregierungsorganisationen und einheimischen Repräsentanten der betreffenden Gemeinden entwickelt und durchgeführt. OMV hilft dabei der Bevölkerung, sich selbst zu helfen, indem die Projektverantwortung an die Bevölkerung übertragen wird. Dies sichert die Nachhaltigkeit der einzelnen Projekte.

Im Rahmen des Entwicklungsprogramms der OMV ist für 2006 ein Hepatitis B- Prophylaxeprojekt (Impfung und Aufklärungsmaßnahmen) in Zusammenarbeit mit der WHO (Weltgesundheitsorganisation) geplant. Das Projekt wurde auf Initiative der OMV ins Leben gerufen und wird in einer so genannten Private Public Partnership durch Austrian Development Agency (ADA) zu 50% kofinanziert. Im Rahmen des Impfprogramms, das für drei Jahre angesetzt ist, sollen bereits im ersten Jahr 2.000 Kinder und 1.000 Mütter geimpft werden. Um einen nachhaltigen Effekt zu erzeugen, werden die Zielgruppen vor Ort auch Impftraining und Hepatitisaufklärung bekommen.

Um die Community Investment Projekte konzernweit zu fördern, ist für 2006 ein Handbuch für OMV Manager geplant, das die OMV gemeinsam mit dem Verein für Entwicklungszusammenarbeit (Icep) erstellt. Darin wird definiert werden, nach welchen Richtlinien Community-Unterstützungsprojekte bzw. Entwicklungsprojekte durchgeführt werden sollen. Die OMV verfolgt insbesondere mit dem Entwicklungsprojekt in Pakistan die UN-Millenniums Entwicklungsziele.

Hintergrundinformationen:

OMV Aktiengesellschaft:

Mit einem Konzernumsatz von EUR 9,88 Mrd und einem Mitarbeiterstand von 6.475 im Jahr 2004 sowie einer Marktkapitalisierung von rund EUR 14 Mrd ist die OMV Aktiengesellschaft das größte börsenotierte Industrieunternehmen Österreichs. Als führendes Erdöl- und Erdgasunternehmen Mitteleuropas ist der OMV Konzern im Bereich Raffinerien & Marketing (R&M) in 13 Ländern tätig mit dem Ziel den Marktanteil bis 2008 auf 20% zu erhöhen. Im Bereich Exploration & Produktion (E&P) ist die OMV in 17 Ländern auf fünf Kontinenten aktiv. Im Bereich Erdgas verfügt die OMV über Speicher, ein 2.000 km langes Leitungsnetz und transportiert jährlich 43 Mrd m3 in Länder wie Deutschland oder Italien. Die OMV ist an integrierten Chemie- u. Petrochemiebetrieben - zu 50% an AMI Agrolinz Melamin International GmbH und zu 35% an Borealis A/S, einem der weltweit führenden Polyolefin-Produzenten - beteiligt. Weitere wichtige Beteiligungen: 51% an Petrom SA, 50% an der EconGas GmbH, 45% am BAYERNOIL-Raffinerieverbund, 10% an der ungarischen MOL.
Mit der Übernahme der Aktienmehrheit an Petrom durch die OMV im Jahr 2004 entstand der größte Öl- und Erdgaskonzern Mitteleuropas mit Öl-und Gasreserven von über 1,4 Mrd boe, einer Tagesproduktion von rund 340.000 boe und einer jährlichen Raffineriekapazität von 26,4 Millionen Tonnen. OMV verfügt nunmehr über 2.466 Tankstellen in 13 Ländern. Der Marktanteil des Konzerns im Bereich R&M im Donauraum beträgt damit rund 18%.

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