• 02.12.2005, 14:29:30
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ÖRK-Präsident Fredy Mayer fordert eine Koalition der Vernünftigen in der medizinischen Nahversorgung

Linz (OTS) - Im Rahmen der Medizinrechtstage an der Johannes
Kepler Universität Linz fand ÖRK-Präsident Fredy Mayer bei einer
hochrangig besetzten Podiumsdiskussion klare Worte gegen eine
übertriebene, nach rein betriebswirtschaftlichen Vorgaben
ausgerichtete Ausschreibungs- und Vergabepraxis im medizinischen
Bereich in Österreich und im EU-Raum. Er brachte ein anschauliches
Beispiel aus dem Blutspendewesen, das in Österreich ausschließlich
nicht profitorientiert ist und auf freiwilligen Blutspenden basiert.
Eine Versorgung rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, wird so
garantiert.
"Kommt nun die Initiative, die Versorgung mit Blut und Blutprodukten
europaweit auszuschreiben, so könnten etwa kommerzielle deutsche
Großanbieter, die Blut unter ganz anderen Voraussetzungen gegen
Bezahlung in einigen Abnahmezentralen gewinnen, ein deutlich
billigeres Angebot machen. Schließlich muss nicht großer Aufwand mit
mobilen, dezentralen Abnahmeteams, die ins kleinste Dorf fahren,
getrieben werden. Rein betriebswirtschaftlich gesehen macht das
vielleicht Sinn. Gleichzeitig heißt das aber, dass ein
funktionierendes Gesamtsystem, welches etwa bei Katastrophenfällen
seine Leistungsfähigkeit vielfach unter Beweis gestellt hat, zerstört
wird. Eine von Betriebswirten geprägte Kommerzialisierung dieses
zentralen Versorgungsauftrages hätte damit unabsehbare Folgen für
Österreich. Ungeheure Verbürokratisierung und unzählige juristische
Fallstricke graben der Nahversorgung durch eine Vielfalt
unterschiedlicher Unternehmen und Institutionen im gesamten
medizinischen Bereich das Wasser ab. Profitieren würden primär
internationale Konzerne. Das ist also nicht nur ein Problem des Roten
Kreuzes, sondern aller Klein- und Mittelbetriebe in Österreich. Ich
entlasse die Politik nicht aus der Pflicht, gegen eine solche
drohende Entwicklung geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Es ist
höchste Zeit für eine Koalition der Vernünftigen!", so der
Rotkreuzpräsident

Rückfragehinweis:
DI Eckhart Herbe
Tel. 0732/7644-152
[email protected]
www.roteskreuz.at

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