• 02.12.2005, 13:33:02
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In Österreich werden Kinder für die sexuelle Orientierung ihrer Eltern bestraft

Wien (OTS) - "Der gesellschaftliche Fortschritt in ganz Europa
lässt sich einfach nicht aufhalten, da kann sich der Papst noch so
sehr dagegen stemmen", kommentiert Kurt Krickler, Generalsekretär der
Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien, die Entscheidung des belgischen
Abgeordnetenhauses, die Adoption von Kindern durch
gleichgeschlechtliche Ehepaare zu ermöglichen. "Wie wir immer betont
haben, geht es in dieser Frage ja in erster Linie um die Rechte der
betroffenen Kinder. In Österreich werden sie für die sexuelle
Orientierung ihrer Eltern bestraft. Etwa im Erbrecht: So kann es
passieren, dass ein Kind jahrelang gemeinsam von der Partnerin der
leiblichen Mutter mit aufgezogen wird, aber wenn die 'Stiefmutter'
stirbt, hat das Kind z. B. keinen Anspruch auf ein Pflichterbteil.
Und sollte sie für diesen Fall testamentarisch vorgesorgt haben,
kommt für das Kind dennoch der höchste Erbschaftssteuersatz zum
Tragen, obwohl die Stiefmutter jahrelang wie ein leiblicher
Elternteil für das Kind gesorgt hat."

Weniger Grundrechte in Österreich

"Wir fordern daher", so Krickler weiter, "endlich gesetzliche
Abhilfe für diese und ähnliche Fälle zu schaffen - und zwar durch die
Eingetragene PartnerInnenschaft für gleichgeschlechtliche Paare nach
nordischem Modell - mit gleichen Rechten und Pflichten wie für die
Ehe."

In Europa bestehen mehrere Formen der Adoption durch
gleichgeschlechtliche Paare: Am weitreichendsten ist die Regelung in
Schweden, wo auch die internationale Adoption möglich ist (wie jetzt
in Belgien); in den Niederlanden und Spanien ist nur die Adoption
einheimischer Kinder durch gleichgeschlechtliche Paare möglich,
ebenso in Großbritannien, wo auch gleichgeschlechtliche
LebensgefährtInnen bisher schon Kinder adoptieren konnten.
Stiefkindadoption (also Adoption leiblicher Kinder durch den/die
Partner/in) ist in Dänemark, Norwegen, Island und Deutschland
möglich.

Eine detaillierte Übersicht über die Rechtslage zur "Lesben- und
Schwulenehe" in Europa findet sich auf dem Website der HOSI Wien auf
www.hosiwien.at/page_id=108

Rückfragehinweis:
Christian Högl, Obmann: Tel. 0699-11811038
Bettina Nemeth, Obfrau: Tel. 0699-11965265
Kurt Krickler, Generalsekretär: Tel.: 5451310 oder 0664-5767466
mailto:[email protected] ; www.hosiwien.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HOI

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