- 23.11.2005, 17:00:00
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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Neidgenossen" (Von Kurt Horwitz)
Ausgabe vom 24.11.2005
Wien (OTS) - Knapp 165.000 Euro sind viel Geld: Es ist gut das
Siebenfache eines österreichischen Durchschnittseinkommens und das
Jahresgehalt von Jörg Schörghofer, Spitzenmanager in der
Sozialversicherung und Geschäftsführer der Gesellschaft, die die
e-Card in Österreich eingeführt hat.
Das just die Wiener Ärztekammer in diesem Zusammenhang
"Millionenverträge" anprangert (man rechnet dort offenbar noch in
Schilling) und von Pfründen sowie Gagenrittern spricht, ist pikant.
Unter ihren Mitgliedern dürften etliche deutlich mehr verdienen als
die Spitzenmanager der Sozialversicherung. Aber Neid und Missgunst
sind nun einmal zutiefst österreichische Eigenschaften.
Bedenklich ist allerdings das Zustandekommen der Topgage: Da wurde
mit Vordienstzeiten und Prämien jongliert und das Einkommen zwischen
Hauptverband und e-Card-Gesellschaft gesplittet, um eine günstigere
Optik - sprich: ein scheinbar niedrigeres Gehalt - zu erreichen.
Misstrauisch stimmt auch, dass der Generalsekretär des
VP-Wirtschaftsbundes blitzartig zur Verteidigung Schörghofers
ausgeritten ist. Das spricht für eine politische Besetzung.
Trotzdem gilt: Entweder ist ein Manager tüchtig, dann soll man ihn
auch gut bezahlen. Oder er ist sein Geld nicht wert. Dann gehört er
schleunigst ausgetauscht.
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