Sima: MA 48-Winterdienst schont die Umwelt

Deutliche Reduktion bei Salz und Splitt - Millionen-Investition in Modernisierung des Winterdienst-Fuhrparks

Wien (OTS) - Schnee und Eis haben am vergangenen Wochenende
erstmals in dieser Saison auch Wien erreicht. "Der Winterdienst der MA 48 ist für die Herausforderungen bestens gerüstet", betonte die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima heute, Montag, in einem gemeinsamen Pressegespräch mit DI Josef Thon, Abteilungsleiter der MA 48, und MA 48-Winterdienstleiter Ing. Thomas Stähler. Sima: "Wir haben mit der Winterdienst-Verordnung einen tragfähigen Kompromiss zwischen der Sicherheit für Fußgänger und Autofahrer einerseits und dem nachhaltigen Schutz der Umwelt andererseits gefunden. Die von der MA 48 optimierte Feuchtsalz-Technologie hat sich bestens bewährt und reduziert die erforderlichen Salz- und Splittmengen deutlich. Das schont Boden, Pflanzen und Grundwasser und sorgt für eine verbesserte Luftqualität."

Die MA 48 ruhe sich aber auf dem Erreichten nicht aus, so Sima:
"Laufend werden neue technologische Entwicklungen getestet und, so sie den Praxistest positiv bestehen, im Winterdienst eingesetzt. Ein Beispiel dafür sind die in Auslieferung befindlichen, von der MA 48 mitentwickelten Sole-Kehrmaschinen, mit denen auch bei Minusgraden der Splitt von den Straßen gekehrt werden kann. Ein weiterer Beitrag in unserem Kampf gegen den Feinstaub." Auch Fahrzeuge der privaten Partner der MA 48 im Winterdienst werden schrittweise auf die Feuchtsalztechnologie umgerüstet. Sima: "Für die Modernisierung des Winterdienst nimmt die Stadt Wien viel Geld in die Hand. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf mehr als 7,3 Millionen Euro."****

Weniger Salz und Splitt

Der Winter 2004/05 war mit einer Schneehöhe von 108 Zentimeter einer der schneereichsten der letzten zehn Jahre, die MA 48 setzte 17.515 Tonnen Splitt und 12.106 Salz ein. Zum Vergleich: In der Saison 2003/04 fielen 118 Zentimeter Schnee, die MA 48 benötigte damals 28.174 Tonnen Splitt und 13.959 Tonnen Salz. Noch deutlicher fällt der laufende Rückgang beim eingesetzten Streugut im Vergleich zur Saison 2002/03 aus: Trotzdem die Schneehöhe mit 59 Zentimeter fast um die Hälfte niedriger ausfiel, wurde damals knapp doppelt so viel Splitt eingesetzt (siehe Tabelle).

o Winterdienst der MA 48

Saison 2002/03 2003/04 2004/05
Schneehöhe in cm 59 118 108
Streusplitt in t 33.530 28.174 17.515
Salz in t 10.233 13.959 12.106

Richtig streuen in Wien

Was in Wien im Winter auf Straßen und Gehsteige kommen darf, ist in der Winterdienst-Verordnung genau geregelt. Verboten sind etwa Mittel, die Stickstoff enthalten, oder Splitt aus "weichem" Material, der zu erhöhter Staubbelastung führt. Die MA 48 hat das umfangreiche Angebot an Streumitteln genau unter die Lupe genommen und überprüft, ob ihre Verwendung in Wien zulässig ist. Das Ergebnis ist im Folder "Richtig streuen in Wien" nachzulesen. Ulli Sima: "Ein ganz wichtiges Service der MA 48, das Betroffenen beim Einkauf von Streumitteln nun erstmals eine konkrete Hilfestellung gibt. Musste man bisher fast ein Chemiker sein, um im Handel die richtigen Produkte auszuwählen, fällt das mit dem neuen Folder nun ganz einfach." Erhältlich ist der Folder beim Schneetelefon der MA 48 unter der Telefonnummer 01/546 48.

Die Umweltstadträtin erinnerte an das Salzstreuverbot in den Schutzzonen, insbesondere im Umkreis von 10 Metern rund um Bäume und Wiesen. Sima: "Salz im Boden entzieht den Bäumen Wasser, sie 'verdursten' buchstäblich und sterben ab. Daher wird auf die Einhaltung dieses Verbots genau geachtet." Beim Einsatz aller Streumittel, so Sima, müsse der Grundsatz gelten: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich."

MA 48 aktiv gegen den Feinstaub

Um die Staubbelastung der Luft möglichst gering zu halten, gilt in Wien die "Einkehrpflicht": Bei länger anhaltenden Schönwetterperioden muss auch in den Wintermonaten der gestreute Splitt wieder eingekehrt werden. Die MA 48 setzt eine Reihe von Maßnahmen, um die Staubbelastung dabei so gering wie möglich zu halten: So wird nur besonders staubarmes Hartgestein verwendet, das Einkehren erfolgt ausschließlich feucht. Dafür stehen 42 Kehrmaschinen, 58 Kehrgeräte ("Kehrwespen") und 12 Sauggeräte zur Verfügung.

Von den 21 Großkehrmaschinen (Fassungsvolumen 6 m3) werden künftig 5 mit Sole betrieben, was das Einkehren auch bei Minustemperaturen ermöglicht. Die neuen Kehrmaschinen werden mit einem besonders umweltfreundlichen Umluftsystem ausgerüstet: 80 Prozent der Abluft bleiben "in der Maschine" und werden durch den Umluftkanal zurück zum Saugmund geführt. Ein weiterer Vorteil der neuen Kehrmaschinen liegt im verbesserten Wassersystem: Ein Sprühnebel im Kessel sorgt für eine bessere Bindung des Feinstaubs.

Wer räumt wo?

Gehsteige sind laut Straßenverordnung vom jeweiligen Liegenschaftseigentümer zu betreuen, Hausbesitzer sind also dafür verantwortlich. Die MA 48 ist für den Winterdienst auf allen Wiener Straßen mit Ausnahme von Autobahnen und Privatstraßen zuständig. Zusätzlich hat die MA 48 rund 26.000 Straßenübergänge für FußgängerInnen zu betreuen. Im Haltestellenbereich von öffentlichen Verkehrsmitteln sind die jeweiligen Betreiber und die AnrainerInnen zuständig.

Menschen und Maschinen

Das Straßennetz, das die MA 48 im Winterdienst zu betreuen hat, ist 2.800 Kilometer lang. Das entspricht der Strecke Wien-Lissabon. Die zu betreuende Fläche beträgt mehr als 40 Millionen Quadratmeter -das entspricht rund 5.200 Fußballfeldern. Rund 1.400 MitarbeiterInnen können im Winterdienst eingesetzt werden. Weiters stehen insgesamt 442 Fahrzeuge zur Verfügung, davon 287 von der MA 48: 79 Großfahrzeuge des MA 48-Fuhrparks (weitere 4 in Reserve) und 155 Fahrzeuge privater Partner sind bei Bedarf rund um die Uhr unterwegs. Für Nebengassen hat die Straßenreinigung Klein-Lkw und Traktoren zur Verfügung, insgesamt 180 Fahrzeuge und 24 Kleinlader. Die Abfolge der Betreuung der einzelnen Straßenzüge erfolgt nach einem genauen Plan, der jährlich überarbeitet wird. Jede/r MitarbeiterIn weiß also ganz genau, was wann zu tun ist. Die Pläne sind nach Prioritäten und in Abstimmung mit den Wiener Linien erstellt worden. Auch Hinweise der Polizei und der Autofahrerklubs werden in die Winterdienstplanung einbezogen.

"Das beste Konzept nützt aber nichts, wenn der Schneepflug hinter einem hängen gebliebenen Fahrzeug im Stau steckt", sagt MA 48-Chef Thon. Er appelliert an die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer: "Adäquates Schuhwerk bei Fußgängern und Winterreifen an den Fahrzeugen sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Sind Witterungs- und Fahrbahnverhältnisse ungünstig, ist der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel die beste Alternative."

Mistkübel freischaufeln! Auch im Winter muss die MA 48 die Müllabfuhr sicher stellen. Die ohnehin schon schwere Arbeit der Müllaufleger, die 390.000 Mistkübel in Wien betreuen, wird durch Eis und Schnee noch härter. Sima appelliert: "Sind die Mistkübel in den Höfen freigeschaufelt und von ihrer Schneehaube befreit, erleichtert das den Job der 48er-Mitarbeiter. Aber auch unnötige Verzögerungen im Straßenverkehr werden dadurch vermieden."

Antworten am Schneetelefon

Für Anfragen und Beschwerden rund um den Winterdienst stehen MitarbeiterInnen der MA 48 am Schneetelefon unter der Nummer 546 48 zur Verfügung. Besetzt ist das Schneetelefon normalerweise Montag bis Freitag von 8-18 Uhr, bei Schneefall aber rund um die Uhr und auch an Wochenenden.

o Allgemeine Informationen zum Winterdienst:
http://www.wien.at/ma48/reinigung/winterdienst.htm

(Schluss) wög

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Mag. Karl Wögerer
Tel.: 4000/81 359
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