- 21.11.2005, 11:53:54
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Sima: MA 48-Winterdienst schont die Umwelt
Deutliche Reduktion bei Salz und Splitt - Millionen-Investition in Modernisierung des Winterdienst-Fuhrparks
Wien (OTS) - Schnee und Eis haben am vergangenen Wochenende
erstmals in dieser Saison auch Wien erreicht. "Der Winterdienst der
MA 48 ist für die Herausforderungen bestens gerüstet", betonte die
Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima heute, Montag, in einem gemeinsamen
Pressegespräch mit DI Josef Thon, Abteilungsleiter der MA 48, und MA
48-Winterdienstleiter Ing. Thomas Stähler. Sima: "Wir haben mit der
Winterdienst-Verordnung einen tragfähigen Kompromiss zwischen der
Sicherheit für Fußgänger und Autofahrer einerseits und dem
nachhaltigen Schutz der Umwelt andererseits gefunden. Die von der MA
48 optimierte Feuchtsalz-Technologie hat sich bestens bewährt und
reduziert die erforderlichen Salz- und Splittmengen deutlich. Das
schont Boden, Pflanzen und Grundwasser und sorgt für eine verbesserte
Luftqualität."
Die MA 48 ruhe sich aber auf dem Erreichten nicht aus, so Sima:
"Laufend werden neue technologische Entwicklungen getestet und, so
sie den Praxistest positiv bestehen, im Winterdienst eingesetzt. Ein
Beispiel dafür sind die in Auslieferung befindlichen, von der MA 48
mitentwickelten Sole-Kehrmaschinen, mit denen auch bei Minusgraden
der Splitt von den Straßen gekehrt werden kann. Ein weiterer Beitrag
in unserem Kampf gegen den Feinstaub." Auch Fahrzeuge der privaten
Partner der MA 48 im Winterdienst werden schrittweise auf die
Feuchtsalztechnologie umgerüstet. Sima: "Für die Modernisierung des
Winterdienst nimmt die Stadt Wien viel Geld in die Hand. Die
Gesamtinvestitionen belaufen sich auf mehr als 7,3 Millionen
Euro."****
Weniger Salz und Splitt
Der Winter 2004/05 war mit einer Schneehöhe von 108 Zentimeter
einer der schneereichsten der letzten zehn Jahre, die MA 48 setzte
17.515 Tonnen Splitt und 12.106 Salz ein. Zum Vergleich: In der
Saison 2003/04 fielen 118 Zentimeter Schnee, die MA 48 benötigte
damals 28.174 Tonnen Splitt und 13.959 Tonnen Salz. Noch deutlicher
fällt der laufende Rückgang beim eingesetzten Streugut im Vergleich
zur Saison 2002/03 aus: Trotzdem die Schneehöhe mit 59 Zentimeter
fast um die Hälfte niedriger ausfiel, wurde damals knapp doppelt so
viel Splitt eingesetzt (siehe Tabelle).
o Winterdienst der MA 48
Saison 2002/03 2003/04 2004/05
Schneehöhe in cm 59 118 108
Streusplitt in t 33.530 28.174 17.515
Salz in t 10.233 13.959 12.106
Richtig streuen in Wien
Was in Wien im Winter auf Straßen und Gehsteige kommen darf, ist
in der Winterdienst-Verordnung genau geregelt. Verboten sind etwa
Mittel, die Stickstoff enthalten, oder Splitt aus "weichem" Material,
der zu erhöhter Staubbelastung führt. Die MA 48 hat das umfangreiche
Angebot an Streumitteln genau unter die Lupe genommen und überprüft,
ob ihre Verwendung in Wien zulässig ist. Das Ergebnis ist im Folder
"Richtig streuen in Wien" nachzulesen. Ulli Sima: "Ein ganz wichtiges
Service der MA 48, das Betroffenen beim Einkauf von Streumitteln nun
erstmals eine konkrete Hilfestellung gibt. Musste man bisher fast ein
Chemiker sein, um im Handel die richtigen Produkte auszuwählen, fällt
das mit dem neuen Folder nun ganz einfach." Erhältlich ist der Folder
beim Schneetelefon der MA 48 unter der Telefonnummer 01/546 48.
Die Umweltstadträtin erinnerte an das Salzstreuverbot in den
Schutzzonen, insbesondere im Umkreis von 10 Metern rund um Bäume und
Wiesen. Sima: "Salz im Boden entzieht den Bäumen Wasser, sie
'verdursten' buchstäblich und sterben ab. Daher wird auf die
Einhaltung dieses Verbots genau geachtet." Beim Einsatz aller
Streumittel, so Sima, müsse der Grundsatz gelten: "So viel wie nötig,
so wenig wie möglich."
MA 48 aktiv gegen den Feinstaub
Um die Staubbelastung der Luft möglichst gering zu halten, gilt
in Wien die "Einkehrpflicht": Bei länger anhaltenden
Schönwetterperioden muss auch in den Wintermonaten der gestreute
Splitt wieder eingekehrt werden. Die MA 48 setzt eine Reihe von
Maßnahmen, um die Staubbelastung dabei so gering wie möglich zu
halten: So wird nur besonders staubarmes Hartgestein verwendet, das
Einkehren erfolgt ausschließlich feucht. Dafür stehen 42
Kehrmaschinen, 58 Kehrgeräte ("Kehrwespen") und 12 Sauggeräte zur
Verfügung.
Von den 21 Großkehrmaschinen (Fassungsvolumen 6 m3) werden
künftig 5 mit Sole betrieben, was das Einkehren auch bei
Minustemperaturen ermöglicht. Die neuen Kehrmaschinen werden mit
einem besonders umweltfreundlichen Umluftsystem ausgerüstet: 80
Prozent der Abluft bleiben "in der Maschine" und werden durch den
Umluftkanal zurück zum Saugmund geführt. Ein weiterer Vorteil der
neuen Kehrmaschinen liegt im verbesserten Wassersystem: Ein
Sprühnebel im Kessel sorgt für eine bessere Bindung des Feinstaubs.
Wer räumt wo?
Gehsteige sind laut Straßenverordnung vom jeweiligen
Liegenschaftseigentümer zu betreuen, Hausbesitzer sind also dafür
verantwortlich. Die MA 48 ist für den Winterdienst auf allen Wiener
Straßen mit Ausnahme von Autobahnen und Privatstraßen zuständig.
Zusätzlich hat die MA 48 rund 26.000 Straßenübergänge für
FußgängerInnen zu betreuen. Im Haltestellenbereich von öffentlichen
Verkehrsmitteln sind die jeweiligen Betreiber und die AnrainerInnen
zuständig.
Menschen und Maschinen
Das Straßennetz, das die MA 48 im Winterdienst zu betreuen hat,
ist 2.800 Kilometer lang. Das entspricht der Strecke Wien-Lissabon.
Die zu betreuende Fläche beträgt mehr als 40 Millionen Quadratmeter -
das entspricht rund 5.200 Fußballfeldern. Rund 1.400 MitarbeiterInnen
können im Winterdienst eingesetzt werden. Weiters stehen insgesamt
442 Fahrzeuge zur Verfügung, davon 287 von der MA 48: 79
Großfahrzeuge des MA 48-Fuhrparks (weitere 4 in Reserve) und 155
Fahrzeuge privater Partner sind bei Bedarf rund um die Uhr unterwegs.
Für Nebengassen hat die Straßenreinigung Klein-Lkw und Traktoren zur
Verfügung, insgesamt 180 Fahrzeuge und 24 Kleinlader. Die Abfolge der
Betreuung der einzelnen Straßenzüge erfolgt nach einem genauen Plan,
der jährlich überarbeitet wird. Jede/r MitarbeiterIn weiß also ganz
genau, was wann zu tun ist. Die Pläne sind nach Prioritäten und in
Abstimmung mit den Wiener Linien erstellt worden. Auch Hinweise der
Polizei und der Autofahrerklubs werden in die Winterdienstplanung
einbezogen.
"Das beste Konzept nützt aber nichts, wenn der Schneepflug
hinter einem hängen gebliebenen Fahrzeug im Stau steckt", sagt MA
48-Chef Thon. Er appelliert an die Eigenverantwortung der
Verkehrsteilnehmer: "Adäquates Schuhwerk bei Fußgängern und
Winterreifen an den Fahrzeugen sollten eine Selbstverständlichkeit
sein. Sind Witterungs- und Fahrbahnverhältnisse ungünstig, ist der
Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel die beste Alternative."
Mistkübel freischaufeln!
Auch im Winter muss die MA 48 die Müllabfuhr sicher stellen. Die
ohnehin schon schwere Arbeit der Müllaufleger, die 390.000 Mistkübel
in Wien betreuen, wird durch Eis und Schnee noch härter. Sima
appelliert: "Sind die Mistkübel in den Höfen freigeschaufelt und von
ihrer Schneehaube befreit, erleichtert das den Job der
48er-Mitarbeiter. Aber auch unnötige Verzögerungen im Straßenverkehr
werden dadurch vermieden."
Antworten am Schneetelefon
Für Anfragen und Beschwerden rund um den Winterdienst stehen
MitarbeiterInnen der MA 48 am Schneetelefon unter der Nummer 546 48
zur Verfügung. Besetzt ist das Schneetelefon normalerweise Montag bis
Freitag von 8-18 Uhr, bei Schneefall aber rund um die Uhr und auch an
Wochenenden.
o Allgemeine Informationen zum Winterdienst:
http://www.wien.at/ma48/reinigung/winterdienst.htm
(Schluss) wög
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz: http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/ Mag. Karl Wögerer Tel.: 4000/81 359 Handy: 0664/826 82 15 mailto:[email protected]
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