• 20.11.2005, 09:00:00
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"trend": Geheimplan zur Stromlöung-neu

Nun soll auch der Haushaltsmarkt zwischen Verbundgesellschaft und Energie Allianz aufgeteilt werden

Wien (OTS) - Einen letzten Versuch, die seit drei Jahren ohne
Abschluss verhandelte Österreichische Stromlösung (ÖSL) doch noch zu
retten, unternehmen nun die Strom-Manager aus Niederösterreich und
Wien (gemeinsam mit Oberösterreich, Linz und Burgenland die Energie
Allianz Austria, EAA): Der potenzielle Partner, die
Verbundgesellschaft, die sich zuletzt immer stärker gegen die
Umsetzung der von Brüssel eigentlich bereits genehmigten
Zusammenarbeit gewehrt hatte, soll zusätzlich noch am
Haushaltskundengeschäft der Landesversorger mitpartizipieren,
berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Dienstag
erscheinenden Ausgabe. Das soll Verbundchef Hans Haider umstimmen,
der zunehmend die mangelnde Einsparungseffekte der geplanten ÖSL
kritisierte, heißt es im Büro von Niederösterreichs Finanzlandesrat
Wolfgang Sobotka, dem politischen Eigentümervertreter der
Allianz-Schwergewichtes EVN.
Konkret soll die Verbundgesellschaft jeweils 24 Prozent (spätere
"Weiterentwicklung" möglich) an jenen Gesellschaften übernehmen, in
die die Landesstromversorger bei der Bildung der EAA seinerzeit ihr
Haushaltskundengeschäft ausgelagert hatten. Im Gegenzug dafür stimmt
die Verbundgesellschaft dem ihr zugedachten Platz in der
ÖSL-Konstruktion zu: Die Mehrheit in einer gemeinsamen
Kraftwerke-Gesellschaft und eine Minderheit bei der
Großkundengesellschaft.
"Man werde das Angebot prüfen", heißt in der Verbundgesellschaft
nicht ganz ablehnend. Immerhin hat man zum Ärger der Energie Allianz
bereits selbst begonnen, den Haushaltskundenmarkt zu bearbeiten. Und
tatsächlich verschob Hans Haider schon mal auf sanften Druck von
Wirtschaftsminister Martin Bartenstein den als Abbruch aller
ÖSL-Verhandlungen geltenden Rückkauf der APC. Die Großkundenfirma
wurde im Zuge der Brüsseler Auflagen zur ÖSL-Alt erst vor einem Jahr
verkauft.
Wettbewerbsrechtlich allerdings könnte dieser Plan zweifelhafter
nicht sein, schreibt der "trend". Immerhin würde die ohnehin
misstrauisch beäugte angestrebte Zusammenarbeit bei
Kraftwerken/Großhandel damit auch noch auf rund 80 Prozent der
Haushaltskunden Österreichs (Einzugsgebiet der Allianz- und
Verbundpartner) ausgeweitet. ÖSL-Befürworter hatten bisher damit
argumentiert, dass dieses Marktsegment ohnehin aus den Vereinbarungen
ausgenommen sei.
Die Österreichischen Wettbewerbsbehörden ließen schon bisher kein
gutes Haar an der Unternehmenskonzentration. Ihre zwei
Zwischenberichte über die Österreichischen Stromversorger mündeten
sogar in ein "Wettbewerbsbelebungsprogramm" von Wirtschaftsminister
Martin Bartenstein. Der Schlussbericht ist noch ausständig.

Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402

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