- 15.11.2005, 18:13:56
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Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Kommentar
Wien (OTS) - Hassprediger aller Art
Noch nie habe ich einen Menschen gesehen, der ständig so viel Schaum
vor dem Mund hat wie H.C. Strache. Sein jüngstes Hass-Objekt sind die
Gäste der Wiener Islam-Konferenz. Das, was er da an Aggression so von
sich gibt, lässt nur den Schluss zu: Strache wünscht (aus
Amerika-Hass?) Afghanistan die Herrschaft der Taliban zurück, also
einer der schlimmsten, blutrünstigsten und sadistischsten Horden, die
in den letzten Jahrzehnten irgendwo regiert haben. Dem Mann ist nicht
mehr zu helfen.
*
Diese Konferenz ist - jenseits des Geflimmers nervöser
Sicherheitsmaßnahmen und prominenter Namen - ein nobles, wenn auch
schwieriges Unterfangen. Denn auch Blauäugigkeit hilft nicht zu einem
objektiven Blick auf die islamische Welt.
So ist es zwar natürlich richtig, dass nicht jeder Moslem ein
Terrorist ist. Richtig ist aber auch, dass heute fast alle
Terroristen Moslems und viele davon - etwa Selbstmordattentäter -
zutiefst religiös inspiriert sind. Ferner steht fest, dass der Islam
auch eine tolerante und hochkulturelle Geschichte hat. Ebenso richtig
aber ist, dass heute keines der mehr als 50 islamischen Länder eine
funktionierende Demokratie ist; dass auch Irak, Afghanistan und die
Türkei noch weit davon entfernt sind; dass die islamischen Ländern
den Nichtmoslems nirgendwo jene vollen Menschenrechte gewähren, die
Moslems lautstark dort einfordern, wo sie (noch) nicht die Mehrheit
haben. Dem Islam fehlt in seiner Grundkonzeption einfach das
Verständnis dafür, dass Religion nicht jeden staatlichen
Lebensbereich erfassen darf - was das Christentum zumindest nach
Reformation und Aufklärung gelernt hat.
*
Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat bei einem offiziellen
Besuch in Kopenhagen eine Pressekonferenz boykottiert, weil ein
kurdischer Journalist anwesend war. Nun: Normalerweise bemüht man
sich zumindest bis zum Tag der Eheschließung, dem Partner nur seine
schönste Seite zu zeigen. Aber Ankara scheint sich ja der
EU-Mitgliedschaft schon absolut sicher zu sein.
Rückfragehinweis:
Wiener Zeitung
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Tel.: 01/206 99-478
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