Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Kommentar

Wien (OTS) - Hassprediger aller Art

Noch nie habe ich einen Menschen gesehen, der ständig so viel Schaum vor dem Mund hat wie H.C. Strache. Sein jüngstes Hass-Objekt sind die Gäste der Wiener Islam-Konferenz. Das, was er da an Aggression so von sich gibt, lässt nur den Schluss zu: Strache wünscht (aus Amerika-Hass?) Afghanistan die Herrschaft der Taliban zurück, also einer der schlimmsten, blutrünstigsten und sadistischsten Horden, die in den letzten Jahrzehnten irgendwo regiert haben. Dem Mann ist nicht mehr zu helfen.

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Diese Konferenz ist - jenseits des Geflimmers nervöser Sicherheitsmaßnahmen und prominenter Namen - ein nobles, wenn auch schwieriges Unterfangen. Denn auch Blauäugigkeit hilft nicht zu einem objektiven Blick auf die islamische Welt.

So ist es zwar natürlich richtig, dass nicht jeder Moslem ein Terrorist ist. Richtig ist aber auch, dass heute fast alle Terroristen Moslems und viele davon - etwa Selbstmordattentäter -zutiefst religiös inspiriert sind. Ferner steht fest, dass der Islam auch eine tolerante und hochkulturelle Geschichte hat. Ebenso richtig aber ist, dass heute keines der mehr als 50 islamischen Länder eine funktionierende Demokratie ist; dass auch Irak, Afghanistan und die Türkei noch weit davon entfernt sind; dass die islamischen Ländern den Nichtmoslems nirgendwo jene vollen Menschenrechte gewähren, die Moslems lautstark dort einfordern, wo sie (noch) nicht die Mehrheit haben. Dem Islam fehlt in seiner Grundkonzeption einfach das Verständnis dafür, dass Religion nicht jeden staatlichen Lebensbereich erfassen darf - was das Christentum zumindest nach Reformation und Aufklärung gelernt hat.

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Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat bei einem offiziellen Besuch in Kopenhagen eine Pressekonferenz boykottiert, weil ein kurdischer Journalist anwesend war. Nun: Normalerweise bemüht man sich zumindest bis zum Tag der Eheschließung, dem Partner nur seine schönste Seite zu zeigen. Aber Ankara scheint sich ja der EU-Mitgliedschaft schon absolut sicher zu sein.

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