Neues Projekt für junge Langzeitarbeitslose in Wien startet

EQUAL-Projekt "Generation 19+" wird von der Caritas koordiniert

Wien (OTS) - Laut aktueller Arbeitsmarktstatistik waren im Oktober 2005 mehr als 237.000 Menschen in Österreich ohne Arbeit. Eine Gruppe, die besonders betroffen ist und leider auch größer wird, sind junge Menschen. So stieg die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe 20 bis 24 Jahre zum Vergleichsmonat im Vorjahr österreichweit um erschreckende 11,5 Prozent. Oft haben sie die Schule oder Lehre abgebrochen. Ohne Ausbildung einen Job zu finden, ist angesichts der aktuellen Situation extrem schwierig. "Diese jungen Menschen brauchen eine Chance!" sagt Caritasdirektor Michael Landau. "Denn ohne Perspektive verlieren sie die Hoffnung und das ist nicht nur für die Betroffenen, sondern für die Gesellschaft als Ganze fatal."

Ein neues EQUAL-Projekt mit dem Namen Generation 19+ soll jungen langzeitarbeitslosen Frauen und Männern zwischen 19 und 30 Jahren den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Der Entwicklungspartnerschaft, die von der Caritas der Erzdiözese Wien koordiniert wird, und für die der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF) finanzverantwortlich ist, gehören der Verein DER WÜRFEL, die ÖSB Consulting GmbH und Die Heilsarmee an. Strategisch unterstützt werden sie von der Magistratsabteilung 15 der Gemeinde Wien, dem Arbeitsmarktservice Wien, der Arbeiterkammer und der Wirtschaftskammer Wien. Das Projekt wird gefördert aus Mitteln von BMWA und ESF.

Das Projekt 19+

Zielgruppe von Generation 19+ sind junge Erwachsene im Alter von 19 bis 30 Jahren, die schon lange Zeit arbeitslos sind bzw. noch nie über einen längeren Zeitraum beschäftigt waren. Sie haben in der Regel mit mehreren Vermittlungshindernissen zu kämpfen: keine Schul-oder Berufsausbildung und wenig Arbeitserfahrung gehen oft einher mit problematischen Familienverhältnissen, mangelnder sozialer Integration und Perspektivlosigkeit. Viele leben von der Sozialhilfe.

"Wir wollen alle unterstützen, die Hilfe benötigen", sagt die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Renate Brauner. "Es ist der Stadt Wien ein zentrales Anliegen, Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind, wieder die wichtige Chance auf Arbeit zu geben - und damit auf ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben. Die SozialhilfeempfängerInnen werden in Wien nicht im Stich gelassen."

Im Oktober 2005 waren allein in Wien 2.383 Personen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren länger als 6 Monate als erwerbslos vorgemerkt. "Das Arbeitsmarktservice Wien leistet durch einen überproportional hohen Einsatz finanzieller Mittel einen wichtigen Beitrag, von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohte junge Menschen ins Erwerbsleben zu integrieren", sagt Claudia Finster, Geschäftsführerin des AMS Wien. "Aufgrund der Fülle an erfahrenen Partnern, die in der Entwicklungspartnerschaft Generation 19 + zusammen arbeiten, bin ich überzeugt, dass hier jungen Menschen kompetent geholfen wird, im Berufsleben Fuß zu fassen."

Generation 19+ sieht sich als Vorstufe zu bestehenden Arbeitsprojekten und Qualifizierungsangeboten. Hier sollen grundlegende Arbeitstugenden, einfache handwerkliche Fähigkeiten und Teamfähigkeit in positiver Atmosphäre vermittelt werden. Ziel ist, Handlungsmöglichkeiten und konkrete Berufsperspektiven zu erarbeiten. Angeboten werden geringfügige Beschäftigung und begleitende Betreuung. Die Zuweisung erfolgt durch das AMS Wien, die MA 15 und WAFF. "Gerade die Anzahl der jungen SozialhilfebezieherInnen ist in den letzten Jahren besonders gestiegen. Wir wollen erreichen, dass junge SozialhilfebezieherInnen wieder im Erwerbsleben Fuß fassen können. Daher schaffen wir weiter neue Möglichkeiten, um junge Menschen auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten", so Brauner.

"Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit war bisher die Wohnungslosenhilfe. Durch das zusätzliche Angebot von Arbeit und Qualifizierung wollen wir die drohende Wohnungslosigkeit armutsgefährdeter junger Erwachsener bereits präventiv bekämpfen", begründet Hans-Marcel Leber, Geschäftsführer der Heilsarmee, das Engagement seines Vereins in diesem Projekt. "Die intensive Zusammenarbeit mit den operativen und strategischen Partnern hat sich in der Vergangenheit bewährt und kann nun in der Entwicklungspartnerschaft Generation 19+ fortgeführt werden."

"Eine Grundvoraussetzung für die Teilnahme ist die Freiwilligkeit", stellt Projektkoordinator Michael Kozeluh von der Caritas klar. "Nur auf dieser Basis kann es gelingen, diese Zielgruppe anzusprechen und sie davon zu überzeugen mitzumachen. Denn oft sind Frustration und Hoffnungslosigkeit sehr ausgeprägt."
In den nächsten eineinhalb Jahren sollen etwa 90 junge Menschen mithilfe des Modellprojekts Generation 19+ betreut und gefördert werden.

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Mag.a Doris Becker
Pressesprecherin Caritas der Erzdiözese Wien
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