- 14.11.2005, 11:15:00
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Neues Projekt für junge Langzeitarbeitslose in Wien startet
EQUAL-Projekt "Generation 19+" wird von der Caritas koordiniert
Wien (OTS) - Laut aktueller Arbeitsmarktstatistik waren im Oktober
2005 mehr als 237.000 Menschen in Österreich ohne Arbeit. Eine
Gruppe, die besonders betroffen ist und leider auch größer wird, sind
junge Menschen. So stieg die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe 20
bis 24 Jahre zum Vergleichsmonat im Vorjahr österreichweit um
erschreckende 11,5 Prozent. Oft haben sie die Schule oder Lehre
abgebrochen. Ohne Ausbildung einen Job zu finden, ist angesichts der
aktuellen Situation extrem schwierig. "Diese jungen Menschen brauchen
eine Chance!" sagt Caritasdirektor Michael Landau. "Denn ohne
Perspektive verlieren sie die Hoffnung und das ist nicht nur für die
Betroffenen, sondern für die Gesellschaft als Ganze fatal."
Ein neues EQUAL-Projekt mit dem Namen Generation 19+ soll jungen
langzeitarbeitslosen Frauen und Männern zwischen 19 und 30 Jahren den
(Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Der
Entwicklungspartnerschaft, die von der Caritas der Erzdiözese Wien
koordiniert wird, und für die der Wiener
ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF) finanzverantwortlich ist,
gehören der Verein DER WÜRFEL, die ÖSB Consulting GmbH und Die
Heilsarmee an. Strategisch unterstützt werden sie von der
Magistratsabteilung 15 der Gemeinde Wien, dem Arbeitsmarktservice
Wien, der Arbeiterkammer und der Wirtschaftskammer Wien. Das Projekt
wird gefördert aus Mitteln von BMWA und ESF.
Das Projekt 19+
Zielgruppe von Generation 19+ sind junge Erwachsene im Alter von
19 bis 30 Jahren, die schon lange Zeit arbeitslos sind bzw. noch nie
über einen längeren Zeitraum beschäftigt waren. Sie haben in der
Regel mit mehreren Vermittlungshindernissen zu kämpfen: keine Schul-
oder Berufsausbildung und wenig Arbeitserfahrung gehen oft einher mit
problematischen Familienverhältnissen, mangelnder sozialer
Integration und Perspektivlosigkeit. Viele leben von der Sozialhilfe.
"Wir wollen alle unterstützen, die Hilfe benötigen", sagt die
Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Renate Brauner. "Es
ist der Stadt Wien ein zentrales Anliegen, Menschen, die auf dem
Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind, wieder die wichtige Chance
auf Arbeit zu geben - und damit auf ein eigenständiges und
selbstbestimmtes Leben. Die SozialhilfeempfängerInnen werden in Wien
nicht im Stich gelassen."
Im Oktober 2005 waren allein in Wien 2.383 Personen im Alter
zwischen 20 und 29 Jahren länger als 6 Monate als erwerbslos
vorgemerkt. "Das Arbeitsmarktservice Wien leistet durch einen
überproportional hohen Einsatz finanzieller Mittel einen wichtigen
Beitrag, von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohte junge Menschen ins
Erwerbsleben zu integrieren", sagt Claudia Finster, Geschäftsführerin
des AMS Wien. "Aufgrund der Fülle an erfahrenen Partnern, die in der
Entwicklungspartnerschaft Generation 19 + zusammen arbeiten, bin ich
überzeugt, dass hier jungen Menschen kompetent geholfen wird, im
Berufsleben Fuß zu fassen."
Generation 19+ sieht sich als Vorstufe zu bestehenden
Arbeitsprojekten und Qualifizierungsangeboten. Hier sollen
grundlegende Arbeitstugenden, einfache handwerkliche Fähigkeiten und
Teamfähigkeit in positiver Atmosphäre vermittelt werden. Ziel ist,
Handlungsmöglichkeiten und konkrete Berufsperspektiven zu erarbeiten.
Angeboten werden geringfügige Beschäftigung und begleitende
Betreuung. Die Zuweisung erfolgt durch das AMS Wien, die MA 15 und
WAFF. "Gerade die Anzahl der jungen SozialhilfebezieherInnen ist in
den letzten Jahren besonders gestiegen. Wir wollen erreichen, dass
junge SozialhilfebezieherInnen wieder im Erwerbsleben Fuß fassen
können. Daher schaffen wir weiter neue Möglichkeiten, um junge
Menschen auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten", so Brauner.
"Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit war bisher die
Wohnungslosenhilfe. Durch das zusätzliche Angebot von Arbeit und
Qualifizierung wollen wir die drohende Wohnungslosigkeit
armutsgefährdeter junger Erwachsener bereits präventiv bekämpfen",
begründet Hans-Marcel Leber, Geschäftsführer der Heilsarmee, das
Engagement seines Vereins in diesem Projekt. "Die intensive
Zusammenarbeit mit den operativen und strategischen Partnern hat sich
in der Vergangenheit bewährt und kann nun in der
Entwicklungspartnerschaft Generation 19+ fortgeführt werden."
"Eine Grundvoraussetzung für die Teilnahme ist die
Freiwilligkeit", stellt Projektkoordinator Michael Kozeluh von der
Caritas klar. "Nur auf dieser Basis kann es gelingen, diese
Zielgruppe anzusprechen und sie davon zu überzeugen mitzumachen. Denn
oft sind Frustration und Hoffnungslosigkeit sehr ausgeprägt."
In den nächsten eineinhalb Jahren sollen etwa 90 junge Menschen
mithilfe des Modellprojekts Generation 19+ betreut und gefördert
werden.
Rückfragehinweis:
Mag.a Doris Becker
Pressesprecherin Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: (++43-1) 87812 - 221 od. 0664/8482618
mailto:[email protected]
http://www.caritas-wien.at
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