Die Entscheidung über die Flughafenprivatisierung Bratislawa bringt auch beachtliche Konsequenzen für die Reisenden in Österreich

Wien (OTS) - Noch ist die Entscheidung, wer die 66 Prozent Anteile der slowakischen Flughäfen erhält, nicht getroffen. Es ist jedoch klar: die Entscheidung wird auch Konsequenzen für Österreich haben. Immer mehr heimische Wirtschaftstreibende haben Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Wien. Droht ein Weiterbestehen der Monopolsituation, wirkt sich das mit großer Wahrscheinlichkeit stark auf die Preispolitik des im europäischen Vergleich ohnehin als teuer geltenden Flughafens Wien aus. Höhere Reisekosten treffen nicht nur Einzelreisende in Ostösterreich, sondern insbesondere die Unternehmen der gesamten Region.

"In einer breiten Öffentlichkeit wurden die möglichen Konsequenzen für die österreichischen Reisenden noch nicht diskutiert." wundert sich Johann Frank, Geschäftsführer der Airport Consulting Vienna, jenem österreichischen Unternehmen, das als Spezialist für internationale Flughafenprivatisierungen umfassendes Know-How im Flughafenmanagement weltweit erfolgreich exportiert, und das sich mit dem Flughafen Köln-Bonn in einem Joint Venture für die Privatisierung slowakischer Flughäfen zusammengeschlossen hat. Der Flughafen Köln/Bonn verfügt über spezielle Betreibererfahrungen mit erprobten Marketingmethoden und überführendes Know-How-im Luftfrachtgeschäft eines Flughafens.

Das Konsortium "Independent Slovak Airport Partners" (ISAP) ist einer der fünf Favoriten, die sich im Rennen um den 66-prozentigen Anteilskauf der slowakischen Flughäfen befinden. ISAP hat sich in seinem Angebot verpflichtet, beide Flughäfen als selbstständige und eigenständige Unternehmen zu entwickeln und zu betreiben. Insbesondere soll die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens Bratislava, der nur 60 Kilometer von Wien entfernt liegt, langfristig gesichert und eine Monopol-Situation in der Wien-Bratislava Region vermieden werden. Diese Auffassung wird auch von der slowakischen Anti-Monopolbehörde geteilt, die im Frühjahr 2005 in einem Brief die slowakische Regierung vor dem Entstehen eines solchen Monopols gewarnt hat. Daher ist ISAP auch bereit, bei Weiterbestehen bzw. Vergrößerung des vorhandenen Monopols ein entsprechendes Anti-Monopolverfahren nicht nur in der Slowakei sondern auch bei der Europäischen Union einzuleiten.

"Eine Monopolsituation für das Flughafensystem in der Wien-Bratislava Region ist weder von Interesse noch von Nutzen für die rund 4 Million Einwohner in Ostösterreich und die rund 2 Millionen Einwohner in der Westslowakei", sagt Michael Garvens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Köln/Bonn GmbH, die am Konsortium beteiligt ist. "Es ist erwiesen, dass Monopole teure Preise generieren, da der gesunde Wettbewerb ausbleibt. Schlechte und teure Dienstleistungen sind häufig Konsequenzen." Eine selbstständige und eigenständige Positionierung des Flughafens Bratislava wird dazu beitragen, dass der Flughafen ein ständig wachsendes Airline-Angebot mit einer stetig größeren Anzahl an Destinationen anbieten könnte. "Unser erklärtes Ziel ist, den Fluglinien und den slowakischen und auch den österreichischen Passagieren einen besseren Service billiger und effizienter zur Verfügung zu stellen", so Garvens.

Das strapazierte Argument der Kostensynergien bei einer Monopolsituation möge unter Umständen zwar für den Eigentümer und eine handvoll Manager wirklich gelten, für die Millionen Reisenden und Wirtschaftstreibenden gelte es jedoch nicht, so Garvens weiter.

Das ISAP-Konsortium hat die wichtige Rolle des Flughafens Bratislava in der Donauregion erkannt und ist davon überzeugt, dass durch die eigenständige und vor allem unabhängige Entwicklung ein erfrischender Wettbewerb für die Wirtschaft und die Bevölkerung der Region von großem Nutzen sein wird.

Gemäß den Ausschreibungsbedingungen müssen die Konsortien bestimmte Erfolgsfaktoren aufweisen können. Dazu zählen beispielsweise umfassende Erfahrungen in der Entwicklung und im Management des Geschäfts mit Low-Cost-Carriern besondere Erfahrungen in der Airline-Akquise und bei der Förderung von Verkehrswachstum.

Der Flughafen Köln/Bonn, größter Low Cost-Airport auf dem europäischen Kontinent, erfüllt mit einem 64-prozentigen Low-Cost-Anteil an den insgesamt 9,4 Millionen Passagieren und einem Marktanteil von 20 Prozent am deutschen Low-Cost-Verkehrssegment optimal die vorgegebenen Bedingungen. Mit einem Passagierplus von 82 Prozent in nur drei Jahren ist er der schnellst wachsende deutsche Flughafen. Germanwings und Hapag Lloyd Express haben ihn zu ihrem Heimatflughafen gemacht. Im Frachtgeschäft belegt Köln/Bonn mit 640.000 Tonnen pro Jahr Platz 2 im deutschen Ranking und wickelt rund drei Mal soviel Fracht ab wie der Flughafen Wien mit 209.000 Tonnen. Köln/Bonn bietet den slowakischen Partnern ein einzigartiges Wertschöpfungspotential.

Die Stärke der beiden Branchenexperten wird im ISAP-Konsortium maßgeblich ergänzt durch SNC Lavalin aus Kanada sowie dem in Europa führenden Transport Infrastruktur Equity Fond - Galaxy Fund. Als europäischer Finanzspezialist für alle vier Transportbereiche (Strasse, Schiene, Seehäfen, Flughäfen) verfügt Galaxy Fund über die Co-Investition der Europäischen Kommission und wird des weiteren von seinen Hauptaktionären, der Caisse des Dépôts et Consignations (CDC) aus Frankreich und der Kreditanstalt für Wiederaufbau aus Deutschland unterstützt. Ein für die slowakischen Flughäfen nicht unbedeutender Faktor wird auch die Gewährleistung einer besonders günstigen, wettbewerbsfähigen und attraktiven Finanzierungs-Variante sein, die für ISAP zweifelsohne kein Hindernis darstellt.

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