- 10.11.2005, 11:03:18
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Umwelt-NGOs fordern minus 80 Prozent CO2 bis 2050
Bundesminister Pröll muss Klimaschutzziele gesetzlich verankern
Wien/Montreal. (OTS) - Anlässlich der bevorstehenden
internationalen Klimaschutzkonferenz Ende November in Montreal
fordern die Umweltorganisationen GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF von
Umweltminister Pröll ein klares Bekenntnis zu verbindlichen
Klimaschutzzielen. "Wir erwarten vom Umweltminister einen
Gesetzesvorschlag, indem Österreich sich selbst verpflichtet bis 2020
30 Prozent und bis 2050 80 Prozent Treibhausgase einzusparen", so die
Umweltexperten. Für die Zeit nach dem im Kyoto-Protokoll festgelegten
Zeitraum gibt es bis jetzt keine Nachfolgeregelung. Bei einer
Nichteinigung der Staatengemeinschaft in drei Wochen in Montreal
könnte der Weltklimaschutz im Rahmen des Kyoto-Protokolls in fünf
Jahren wieder auslaufen. "Ohne verbindliche Klimaschutzziele für die
Staatengemeinschaft droht dem Planeten im 21. Jahrhundert eine
unabwendbare Klimakatastrophe. Das Schicksal des Planeten wird auf
dieser Konferenz entschieden werden", unterstreicht
Greenpeace-Klimaexperte Erwin Mayer die Wichtigkeit dieser Konferenz.
Derzeit ist Österreich völkerrechtlich verpflichtet, nach dem
Kyoto-Protokoll bis 2010 minus 13 Prozent einzusparen und liegt aber
derzeit bei knapp 17 Prozent über den Werten des Basisjahres 1990.
Weltweit sollen bis 2010 die Treibhausgase um 5,2 Prozent eingespart
werden. Nur mit einer nationalen Klimaschutzverpflichtung für die
Zeit nach 2010 kann Österreich wirklich glaubhaft für verbindliche
Klimaschutzziele in Montreal eintreten. Die Umweltexperten fordern
bei dieser Klimakonferenz, dass ein "Montreal Mandat" beschlossen
werden soll, in dem festgelegt wird, bis wann die notwendigen
Klimaschutzziele für die zweite Klimaschutzperiode in Kraft treten
werden. "Der Temperaturanstieg muss unter zwei Grad Celsius bleiben
um das Abschmelzen des Grönlandeises zu verhindern", warnt
WWF-Klimaexperte Markus Niedermair. Einige europäische Staaten wie
z.B. Deutschland haben bereits nationale Klimaschutzziele bis 2020
fixiert. Aber Österreich ist nicht nur beim Klimaschutz gegen
jegliche verbindliche Ziele sondern auch bei allen Maßnahmen, die in
Europa das Erreichen dieser Klimaschutzvorgaben ermöglichen würden,
wie bei den Richtlinien für Erneuerbare Energien und
Energieeffizienz.
Im März dieses Jahres hatte sich Minister Pröll gemeinsam mit seinen
europäischen Ministerkollegen für eine Reduktion der Treibhausgase
von minus 15-30 Prozent bis 2020 und minus 60-80 Prozent bis 2050
ausgesprochen. Dies würde praktisch den Ausstieg aus der Verbrennung
fossiler Energieträger in ganz Europa bedeuten. Im Juni dieses Jahres
sprach sich Bundeskanzler Schüssel hingegen als einziger europäischer
Regierungschef gegen beide Klimaschutzziele aus und widersprach damit
auch seinem eigenen Umweltminister. Karl Schellmann, Klimaexperte von
GLOBAL 2000, betont die wichtige Rolle Österreichs als kommendes
EU-Präsidentschaftsland, das gemeinsam mit Großbritannien und der
Kommission die EU-25 bei der Klimaschutzkonferenz gegenüber den
anderen Nationen vertreten wird. "Wer den Mut nicht hat, sich selbst
Ziele zu setzen, zeigt damit, dass er eigentlich keine Interesse hat,
wirksamen Klimaschutz zu betreiben"so Schellmann.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 01-5454580-29 oder 0676-5147246.
Mag. Erwin Mayer, Klimaexperte Greenpeace, tel. 0664-2700441.
DI Markus Niedermair, WWF Klimaexperte, tel. 0676-83488252.
Karl Schellmann. Klimaschutzexperte GLOBAL 2000, tel. 0699-14200022
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