Umwelt-NGOs fordern minus 80 Prozent CO2 bis 2050

Bundesminister Pröll muss Klimaschutzziele gesetzlich verankern

Wien/Montreal. (OTS) - Anlässlich der bevorstehenden internationalen Klimaschutzkonferenz Ende November in Montreal fordern die Umweltorganisationen GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF von Umweltminister Pröll ein klares Bekenntnis zu verbindlichen Klimaschutzzielen. "Wir erwarten vom Umweltminister einen Gesetzesvorschlag, indem Österreich sich selbst verpflichtet bis 2020 30 Prozent und bis 2050 80 Prozent Treibhausgase einzusparen", so die Umweltexperten. Für die Zeit nach dem im Kyoto-Protokoll festgelegten Zeitraum gibt es bis jetzt keine Nachfolgeregelung. Bei einer Nichteinigung der Staatengemeinschaft in drei Wochen in Montreal könnte der Weltklimaschutz im Rahmen des Kyoto-Protokolls in fünf Jahren wieder auslaufen. "Ohne verbindliche Klimaschutzziele für die Staatengemeinschaft droht dem Planeten im 21. Jahrhundert eine unabwendbare Klimakatastrophe. Das Schicksal des Planeten wird auf dieser Konferenz entschieden werden", unterstreicht Greenpeace-Klimaexperte Erwin Mayer die Wichtigkeit dieser Konferenz.

Derzeit ist Österreich völkerrechtlich verpflichtet, nach dem Kyoto-Protokoll bis 2010 minus 13 Prozent einzusparen und liegt aber derzeit bei knapp 17 Prozent über den Werten des Basisjahres 1990. Weltweit sollen bis 2010 die Treibhausgase um 5,2 Prozent eingespart werden. Nur mit einer nationalen Klimaschutzverpflichtung für die Zeit nach 2010 kann Österreich wirklich glaubhaft für verbindliche Klimaschutzziele in Montreal eintreten. Die Umweltexperten fordern bei dieser Klimakonferenz, dass ein "Montreal Mandat" beschlossen werden soll, in dem festgelegt wird, bis wann die notwendigen Klimaschutzziele für die zweite Klimaschutzperiode in Kraft treten werden. "Der Temperaturanstieg muss unter zwei Grad Celsius bleiben um das Abschmelzen des Grönlandeises zu verhindern", warnt WWF-Klimaexperte Markus Niedermair. Einige europäische Staaten wie z.B. Deutschland haben bereits nationale Klimaschutzziele bis 2020 fixiert. Aber Österreich ist nicht nur beim Klimaschutz gegen jegliche verbindliche Ziele sondern auch bei allen Maßnahmen, die in Europa das Erreichen dieser Klimaschutzvorgaben ermöglichen würden, wie bei den Richtlinien für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Im März dieses Jahres hatte sich Minister Pröll gemeinsam mit seinen europäischen Ministerkollegen für eine Reduktion der Treibhausgase von minus 15-30 Prozent bis 2020 und minus 60-80 Prozent bis 2050 ausgesprochen. Dies würde praktisch den Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Energieträger in ganz Europa bedeuten. Im Juni dieses Jahres sprach sich Bundeskanzler Schüssel hingegen als einziger europäischer Regierungschef gegen beide Klimaschutzziele aus und widersprach damit auch seinem eigenen Umweltminister. Karl Schellmann, Klimaexperte von GLOBAL 2000, betont die wichtige Rolle Österreichs als kommendes EU-Präsidentschaftsland, das gemeinsam mit Großbritannien und der Kommission die EU-25 bei der Klimaschutzkonferenz gegenüber den anderen Nationen vertreten wird. "Wer den Mut nicht hat, sich selbst Ziele zu setzen, zeigt damit, dass er eigentlich keine Interesse hat, wirksamen Klimaschutz zu betreiben"so Schellmann.

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MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 01-5454580-29 oder 0676-5147246.
Mag. Erwin Mayer, Klimaexperte Greenpeace, tel. 0664-2700441.
DI Markus Niedermair, WWF Klimaexperte, tel. 0676-83488252.
Karl Schellmann. Klimaschutzexperte GLOBAL 2000, tel. 0699-14200022

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