• 10.11.2005, 08:44:21
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  • OTS0021 OTW0021

Vorarlberger Soldaten in britischer Kriegsgefangenschaft

Vortrag im Vorarlberger Landesarchiv

Bregenz (VLK) - Im Oktober 1945 befanden sich rund 11.000
Vorarlberger, die während des Zweiten Weltkrieges in der Deutschen
Wehrmacht gedient hatten, in alliierter Kriegsgefangenschaft. Der
Zeithistoriker Wolfgang Weber ist im Britischen Staatsarchiv in
London dem Schicksal jener österreichischen Kriegsgefangenen
nachgegangen, die in Großbritannien inhaftiert waren. Die Ergebnisse
seiner Forschungen stellt er am Mittwoch, 16. November 2005, 17.00
Uhr, im Vorarlberger Landesarchiv in Bregenz (Kirchstraße 28) vor.
Der Eintritt ist frei.

Wolfgang Weber schildert in seinem Vortrag die politischen und
sozialen Rahmenbedingungen, unter denen die österreichischen
Kriegsgefangenen insbesondere in Großbritannien lebten und
arbeiteten. Sein Vortrag basiert auf einer Studie, die er im Oktober
2005 in einem vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung
herausgegebenen Sammelband über die Geschichte der Kriegsgefangenen
des Zweiten Weltkrieges veröffentlichte. Dieses Buch wird ebenfalls
vorgestellt.

Zwischen 1943 und 1947 kamen rund 58.600 österreichische Soldaten
in britische Kriegsgefangenschaft. Zu Beginn wurden sie gemeinsam mit
den deutschen Kriegsgefangenen in Lagern in Großbritannien und
Übersee inhaftiert, eine Trennung nach Nationen oder gar nach
österreichischen Bundesländern fand bis 1944 nicht statt, weil für
das Vereinigte Königreich Österreich 1938 zu existieren aufgehört
hatte. Erst wenige Monate vor Kriegsende erklärte sich Großbritannien
bereit, die österreichischen Gefangenen völkerrechtlich anders als
die deutschen zu behandeln. Das führte unter anderem dazu, dass die
Österreicher nach dem Krieg früher zurück in die Heimat durften und
auch bei der Entnazifizierung besser behandelt wurden.

Der Vortrag ist ein weiterer Beitrag des Landesarchivs zum
Jubiläumsjahr 2005 im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Aufbruch in
eine neue Zeit - Vorarlberg nach dem Zweiten Weltkrieg". Am 30.
November, 17 Uhr, wird Klaus Eisterer im Landesarchiv über "Die
französische Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg" referieren. Mehr
dazu: www.landesarchiv.at, www.vorarlberg.at/2005.

Rückfragehinweis:

Landespressestelle Vorarlberg
   Tel.: 05574/511-20137
   Fax: 05574/511-20190
   Hotline: 0664/625 56 68 oder 625 56 67
   mailto:[email protected]
   http://www.vorarlberg.at/presse

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