Infrastruktur: Industrie fordert Verfahrensbeschleunigungen und Priorisierung bei Projektauswahl

Gut ausgebaute Infrastruktur ist "Backbone" des Wirtschaftsstandortes Österreich - Projektpriorisierung nach Umwegrentabilität soll im Vordergrund stehen

Wien (OTS) - (PdI) Eine leistungsfähige Infrastruktur bildet die Grundlage für Wachstum und Entwicklung der Wirtschaft und damit für den Wohlstand eines Landes. Somit entspricht die Entwicklung der Infrastruktur den Zielsetzungen der Lissabon-Agenda. Die Junge Industrie stellte heute, Dienstag, im Rahmen einer Pressekonferenz die Initiative "Future Business Austria" (FBA) vor und präsentierte die Ergebnisse der OGM-Top Manager Befragung "Infrastruktur in Österreich", bei der 240 Manager aus Unternehmen mit mehr als 100 Angestellten befragt wurden.

IV-Präsident Dr. Veit Sorger zur OGM-Studie: "Die Befragung unterstreicht die Bedeutung des Faktors Infrastruktur für die österreichischen Unternehmen. Die Infrastruktur in Österreich ist nicht schlecht per se, wir müssen aber Schwächen ausmerzen. Es gibt ein hohes Potenzial, das gehoben werden muss. Jedenfalls sei die Infrastruktur "Backbone" des Wirtschaftsstandortes Österreich. An die Politik appelliert Sorger deshalb: "Es ist erfreulich, dass es zu wiederholten politischen Willensbekundungen und auch einigen Umsetzungsmaßnahmen gekommen ist. Allerdings muss nun noch rascher in die Umsetzung gegangen werden."

Im Bereich der Verkehrsinfrastruktur fordert die Industrie eine Evaluierung und Aktualisierung des Generalverkehrsplans im Lichte europäischer Entwicklungen - insbesondere Erweiterung und TEN. Bei Verkehrsinfrastrukturprojekten seien PPP-Modelle verstärkt einzusetzen. "Privatfinanzierung bedeutet Effizienzsteigerung", so Sorger. "Sowohl beim Thema Verkehr als auch im Energiebereich - hier vor allem beim Bau neuer effizienter Kraftwerke und notwendiger Leitungen - sind weitere Verfahrensbeschleunigungen von großer Wichtigkeit", sagte der IV-Präsident. Weiters müsse das Commitment der Regierung zum Kraftwerksausbau nun durch einen gesamtösterreichischen Optionenbericht, der bestehende Potenziale für den Kraftwerks- und Leitungsbau identifiziert, konkretisiert werden. Ein Energie-Generalplan solle zur langfristigen Sicherung der österreichischen Energieversorgung dienen. Dies sei "eine Grundvoraussetzung", so Sorger.

Ebenso spricht sich die Industrie für einen nationalen IKT-Masterplan mit konkreten Zielen, Zeitplan und klaren Verantwortlichkeiten aus, um zu definieren, wie Österreich sich betreffend IKT im europäischen Spitzenfeld positionieren kann. Für die Umsetzung des Masterplans solle ein IKT-Beauftragter bestimmt werden, der bei Nichterfüllung der Ziele die Möglichkeit hat, von sich aus konkrete Maßnahmen zur Zielerreichung vorzuschlagen, so Sorger. Den Breitband-Ausbau bezeichnete der IV-Präsident als "Eckpfeiler einer modernen Regionalpolitik". Im "Panel 50", dem neuen Standortbarometer der IV, sei das IKT-Potenzial im Land festgehalten. "Wir liegen nicht schlecht, aber es gibt noch große Möglichkeiten", so Sorger.

Unabhängig von den vielen erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen ist für den Vorsitzenden der Jungen Industrie, Mag. Martin Ohneberg, ein Punkt von besonderer Wichtigkeit: "Eine vernünftige Priorisierung der Infrastrukturprojekte sollte im Vordergrund stehen. Das Hauptkriterium muss dabei der volkswirtschaftliche Nutzen des Projekts bzw. seine Umwegrentabilität sein. Das Ziel in der Folge ist die Realisierung von Projekten mit höchster Umwegrentabilität. Die Initiative ‚Future Business Austria’ setzt dabei Schritte in die richtige Richtung und promotet eine zukunftsorientierte Infrastrukturpolitik."

Am 8. November findet das prominent besetzte Future Business Austria Symposium zum Thema "Zukunftsinfrastruktur Österreichs" im Haus der Industrie statt.

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