Christine Haidegger erhält Salzburger Lyrikpreis 2005

Aufmerksamkeit der Gedichte liegt auf sensibler Beobachtung und Mitteilung über Innen- und Erfahrungsräume

Salzburg (OTS) - Christine Haidegger ist die Preisträgerin des mit 2.900 Euro dotierten Salzburger Lyrikpreises 2005, teilte heute, Dienstag, 25. Oktober, Kulturreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Othmar Raus mit. 59 Autorinnen und Autoren hatten für den Lyrikpreis 2005 Arbeiten eingereicht. Teilnahmeberechtigt waren alle in Salzburg geborenen oder seit mindestens fünf Jahren in Salzburg lebenden Autorinnen und Autoren. Raus hob hervor, dass die heimische Literaturszene sehr lebendig sei. Sie zu fördern, sei eines der wesentlichen Anliegen der Kulturabteilung des Landes. Wichtige Instrumente neben dem Lyrikpreis sind die Rauriser Literaturtage, der Rauriser Förderungspreis, der Georg-Trakl-Preis für Lyrik und der Georg-Trakl-Förderungspreis.

Die Jury bestehend aus Barbara Neuwirth (Autorin), Univ.-Prof. Dr. Karl Müller (Fachbereich Germanistik der Universität Salzburg), Mag. Cornelius Hell (Literaturkritiker), hat die Preisvergabe an die Salzburger Schriftstellerin Christine Haidegger folgendermaßen begründet: "Ihre Gedichte wurden aus insgesamt 59 Bewerbungen ausgewählt, die der Jury anonymisiert vorlagen. Alle Texte Haideggers verstehen es überzeugend, sowohl Momentaufnahmen von Jah-reszeiten, der Natur und des Lebens als auch existenzielle Erfahrungen wie Trauer, Einsamkeit, Zeit und Vergänglichkeit in einer nicht-manierierten Sprache wiederzugeben, die sich besonders durch ihre scheinbare Einfachheit und behutsame Bildhaftigkeit auszeichnet.

Haideggers Ton hat nichts Aufgeregtes oder gar Auftrumpfendes an sich, im Gegenteil, die Gedichte sind leise und dezent, sie wollen keine Weisheiten oder Sentenzen verkünden.

Haidegger verzichtet auf Sprachexperimentelles oder Spielerisches, ihre Aufmerksamkeit liegt auf der sehr sensiblen Beobachtung und Mitteilung über Innen- und Erfahrungsräume, die in knappen, ja lakonischen, nicht klischierten poetischen Formulierungen festgehalten werden und gerade deswegen überzeugen und berühren."

Christine Haidegger wurde 1942 in Dortmund geboren und lebt seit 1965 in Salzburg. 1973 war sie Mitbegründerin der Autorengruppe "Projekt-IL" und Herausgeberin der gleichnamigen Literaturzeitschrift. Sie ist Mitglied der IG-Autorinnen/Autoren, der Grazer Autorenversammlung (Regionaldelegierte für Salzburg), Obfrau der Salzburger Autorengruppe und Vorstands-Stellvertreterin des Vereines Literaturhaus Salzburg. Sie ist Trägerin von mehr als einem Dutzend in- und ausländischen Literaturpreisen, darunter der oberösterreichische Dr.-Ernst-Koref-Preis (1979), der Kulturpreis der Stadt Salzburg, der Georg-Rendl-Literaturpreis (1984), das Österreichische Staatsstipendium für Literatur, der Romanpreis des Österreichischen Rundfunks, der Salzburger Landeskulturpreis (1990) und der Max-von-der-Grün-Preis (2002). Im Jahr 2002 wurde sie mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Salzburg ausgezeichnet.
Zur den Veröffentlichungen von Christine Haidegger zählen "Entzauberte Gesichte" (Lyrik, 1976); "Zum Fenster hinaus" (Roman, 1979); "Adam/Adam" (Roman, 1985); "Atem. Stille"
(Lyrik, 1993); "Erotik der Distanz" (Hrsg., Prosa von Meta Merz, 1991); "Schöne Landschaft" (Kurzprosa, 1993); "Eingesammelte Prosa" (1993); "Amerikanische Verwunderung" (Skizzenbuch zu einem Aufenthalt, 1993); "Cajuns, Cola, Cadillac. American Sightseeing" (1997), "Metaphysik der Begierde" (Hrsg., Prosa von Meta Merz, 1996) und "Weiße Nächte" (Lyrik, 2002). Außerdem sind zahlreiche Beiträge von ihr in Anthologien, Zeitschriften, Zeitungen und Rundfunk im In-und Ausland erschienen; Gedichte wurden auch in mehreren Fremdsprachen veröffentlicht.

Die Überreichung des Preises an Christine Haidegger wird Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Othmar Raus am Montag, 14. November, 19.30 Uhr, im Literaturhaus Salzburg vornehmen. Nach der Laudatio wird die Preisträgerin aus ihrem Werk, insbesondere aus dem preisgekrönten Text, lesen.

Das Land Salzburg vergibt seit 1993 in den Jahren, in denen kein Georg-Trakl-Preis ausgeschrieben wird, einen Lyrikpreis. Der Lyrikpreis wird heuer bereits zum siebten Mal vergeben. Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger sind Hansjörg Zauner (1993), Gudrun Seidenauer (1995), Roswitha Klaushofer (1996), Lisa Mayer (1998), Brigitte Niederseer (2000) und Christoph Janacs (2003).

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