• 21.10.2005, 10:50:15
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Offener Brief an Landesrätin Johann Mikl-Leitner vom Landesvorsitzenden der Kinderfreunde Niederösterreich, Andreas Kollross

Betreff: Parteipolitik in Sachen NÖ-Familienreferat!

Wien (OTS) - Sehr geehrte Frau Landesrätin!

Am 22. Juni 2005 wurde in St. Pölten den Medien die damals neu
gegründete Plattform "Netzwerk für Kinder und Familie" präsentiert.
Als Ziel des Netzwerkes wurde die Interessensvertretung von Kindern,
Müttern und Vätern gegenüber Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und
Medien genannt. Kooperationspartner der Plattform sind das NÖ
Familienreferat, die NÖ Kinderwelt, der NÖ Familienbund und das NÖ
Hilfswerk. Als größte Familienorganisation Niederösterreichs und
Mitglied der gesetzlich verankerten Interessensvertretung der NÖ
Familien erfuhren wir von dieser Initiative aus den Medien und wurden
zur Kooperation nicht eingeladen.

Am 19. Oktober 2005 fand nun eine Informations- und
Diskussionsveranstaltung der Plattform "Netzwerk für Kinder und
Familie" in Mödling, organisiert vom NÖ Familienreferat, statt. Auch
diesmal wurden ausschließlich ÖVP nahe Vereine zur Präsentation ihrer
Arbeit eingeladen. Trotz fehlender Einladung nahm der von den
Kinderfreunden nominierte Vizepräsident der Interessensvertretung der
NÖ Familien an der Veranstaltung teil und war überrascht, dass auch
den ÖVP Frauen eine Präsentationsmöglichkeit geboten wurde.

Um die Interessen von Kindern, Müttern und Vätern gegenüber
Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Medien optimal vertreten zu
können, existiert in Niederösterreich eine gesetzlich verankerte
Interessensvertretung für Familien, in der alle großen
Familienorganisationen parteiübergreifend zusammenarbeiten.

Parteipolitisch motivierte Netzwerke wie die Plattform "Netzwerk
für Kinder und Familie" schaden der Zusammenarbeit der
Familienorganisationen und sind daher abzulehnen. Will man die
Familien in Niederösterreich tatsächlich stärken, sollte die
Landespolitik der Interessensvertretung der NÖ Familien mehr
Mitsprache in der Gesetzgebung einräumen, und nicht einem
Zusammenschluss von ÖVP-Organisationen den Mantel der Unabhängigkeit
durch die Unterstützung des NÖ Familienreferat überstülpen.

Durch das Auftreten der ÖVP Frauen in Mödling wurde vom Leiter des
Familienreferates klar gemacht, dass die parteiübergreifende
Interessensvertretung der NÖ Familien nur ein Lippenbekenntnis ist.
Wir fordern sie daher auf, dieser Fehlentwicklung im Sinne der Arbeit
für unsere Familien in ihrer Autorität als Landesrätin
entgegenzuwirken.

Lassen sie es nicht zu, dass Organisationen wie die Kinderfreunde
oder die Volkshilfe durch diese Politik ausgegrenzt werden, und
unterstützen Sie vor allem nicht ÖVP-Parteiveranstaltungen mit
öffentlichen Steuergeldern, ohne auch nur daran zu denken, dass es
auch andere als ÖVP-nahe Organisationen in Niederösterreich gibt, die
sich für die Kinder und Familien in unserem Bundesland einsetzen.

Die Kinderfreunde als die größte Familienorganisation des Landes,
sollten auch vom Landesjugendreferat anerkannt und bei etwaigen
unabhängigen Aktivitäten berücksichtigt werden.

In diesem Sinne, fordere ich nicht nur um Aufklärung dieser
Aktivitäten, sondern auch hinkünftig einen sensibleren Umgang in
solchen Fragen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Kollross
Landesvorsitzender Kinderfreunde NÖ

Rückfragehinweis:
Kinderfreunde Niederösterreich
Tel.: 02742 / 22 55 500
http://www.noe.kinderfreunde.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SJO

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