• 20.10.2005, 14:48:24
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Gorbach zu BAWAG-Affäre: Haben Zwettler und Verzetnitsch die Wahrheit gesagt?

Zehn Fragen an die BAWAG

Wien, 2005-10-20 (bpb) - Hat er nun, oder hat er nicht? Die Frage,
ob der Aufsichtsrat der BAWAG die durch das Management in einer
Blitzaktion gewährte Kreditvergabe abgesegnet hat, stellt sich heute
nicht nur der geschäftsführende BZÖ-Obmann Hubert Gorbach.
Vorstandsvorsitzender Zwettler und ÖGB-Präsident Verzetnitsch hatten
dies mehrfach öffentlich behauptet, es gibt allerdings begründete
Zweifel. "In der für heute einberufenen Sonderaufsichtsratssitzung
wird diese Frage, neben anderen, für die Öffentlichkeit beantwortet
werden müssen", fordert Gorbach.****

Viele Ungereimtheiten werden nach und nach zu Tage gefördert. Das BZÖ
stellt zehn Fragen:

1. Warum wurde der Millionenkredit an einem Sonntag von einem Dreier-
   Vorstandsgremium in Windeseile und einen Tag vor dem Beginn des
   Absturzes der Refco-Aktie vergeben?

2. Warum wurde eine absolut unübliche und risikoreiche Art der  
   Besicherung durch Aktien des Kreditnehmers akzeptiert?

3. Wusste der Aufsichtsrat von der Kreditvergabe, wie behauptet, 
   oder haben Zwettler und Verzetnitsch die Öffentlichkeit getäuscht?
 
4. Wieso war man kurz nach der Anweisung des Kredits so hektisch
   betriebsam und hat versucht, das Kreditgeschäft rückgängig zu 
   machen? Hat man da bereits jene Fehler erkannt, die man jetzt 
   nicht eingestehen will?
 
5. Widerspricht die Vorgehensweise dem österreichischen 
   Bankengesetz?

6. Wusste die BAWAG von der drohenden Insolvenz der Refco?

7. Gibt es noch andere Kredite, die an die Firma Refco oder Phillip 
   Bennett vergeben wurden, wenn ja, wie wurden diese besichert? 

8. Welche Rolle spielte die Refco in den undurchsichtigen   
   Hochrisikogeschäften der BAWAG in der Karibik?
 
9. War man Refco oder Bennett einen Gefallen schuldig?

10. Hatten auch Zwettlers Vorgänger ihre Finger im Spiel?

Fragen über Fragen, die neben der Öffentlichkeit vor allem die
Finanzmarkt- und die Bankenaufsicht interessieren dürften. "425
Millionen Euro sind eine enorme Summe. Natürlich betrifft deren
Verlust die Gewerkschaftsmitglieder. Es ist verlorenes Geld, das mit
ihren Beiträgen miterwirtschaftet wurde", so der BZÖ-Obmann. Der ÖGB
ist 100%-Eigentümer der BAWAG und finanziert sich durch freiwillige
Beiträge seiner Mitglieder mit. "Eine bittere Beruhigungspille, zu
sagen, Gewerkschaftsgelder seien nicht betroffen", ärgert sich
Gorbach über die Unisono-Argumentation der Beteiligten.

Gorbach kritisierte zudem den Umgang des 100% Eigentümers ÖGB mit dem
BAWAG-Management: "Herr Verzetnitsch wird nicht müde, von vornherein
Absolutionen zu erteilen. Das ist als Chef des Eigentümers nicht sein
Recht und als oberster Vertreter aller Gewerkschaftsmitglieder nicht
seine Aufgabe. Er soll seine Pflicht erfüllen: nämlich für
Transparenz zu sorgen". (Schluss)

Rückfragehinweis:
Bündnis Zukunft Österreich

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