• 20.10.2005, 09:52:57
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Universum-Dokumentation "Es lebe der Zentralfriedhof"

Film von ORF, Wiener Umweltschutzabteilung, WDR und NDR Naturfilm

Wien (OTS) - Ein ungewöhnlicher Film erlebte Mittwoch Abend an
einem ungewöhnlichen Ort seine Premiere: die Universum-Dokumentation
"Es lebe der Zentralfriedhof" im Jugendstil-Juwel der Friedhofskirche
zum heiligen Karl Borromäus am Wiener Zentralfriedhof. Der Film,
hergestellt von media wien, ist eine Gemeinschaftsproduktion von ORF,
WDR und NDR Naturfilm mit der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22)
unter Mitarbeit der MA 43 - Städtische Friedhöfe, der Bestattung
Wien, des Wien Tourismus und den Wiener Linien.

Die Wiener und der Tod - das ist eine eigene Geschichte, die am
Zentralfriedhof Drei-Millionen-Mal geschrieben wurde. Der
Zentralfriedhof in seiner Funktion als Naturoase ist bis jetzt aber
noch nie gezeigt worden. Die 'Natur vor der Haustüre' aufzuspüren und
Verständnis für das Leben auf dem Friedhof zu wecken, ist ein
Anliegen dieses Filmes. "Die Vielfalt der Natur am Zentralfriedhof
und damit wertvoller Naherholungsraum für die Wienerinnen und Wiener
soll durch das Arten- und Lebensraumschutzprogramm der Stadt Wien
weiterhin erhalten und gefördert werden", so Umweltstadträtin Ulli
Sima bei der Premiere. Gleichzeitig ist eine Wanderung auf dem
Friedhof eine Wanderung durch die Geschichte Wiens. Das ist auch ein
Anziehungspunkt für unzählige Touristen und eine gute Werbung für die
Stadt.

"Es lebe der Zentralfriedhof" wird zu Allerheiligen, am
Dienstag, den 1. November 2005, um 20.15 Uhr auf ORF 2 gesendet. Buch
und Regie sind von Manfred Corrine, Kamera führten Klaus Stefan und
Hubert Kretschmer, Sprecher ist Willi Resetarits, die Musik kommt von
Roland Neuwirth´s Extremschrammeln, die Komposition stammt von
Christian Skokan, "ein echtes wienerlied" schuf Roland Neuwirth, der
Titelsong "Es lebe der Zentralfriedhof" ist bekannterweise von
Wolfgang Ambros, die Produktionsleitung hatte Günther Andexlinger,
die Redaktion Walter Köhler.

Im Schmid Verlag erscheint gleichzeitig das Buch "Wien - Es
lebe der Zentralfriedhof" mit DVD, die den Dokumentarfilm und viele
Extras enthält. Die DVD ist auch alleine erhältlich.
"Friedhofimpressionen" heißt eine Ausstellung von media wien mit den
schönsten Fotos aus Film und Buch, zu sehen auf der Orgelempore der
Friedhofskirche des Wiener Zentralfriedhofs vom 20.10. bis 2.11.2005
täglich von 8.00 bis 17.00 Uhr.****

Spannende Dreharbeiten

Der Stil des Filmes ist geprägt durch den unüblichen Drehort für
Naturaufnahmen. Die Zuschauer erleben den Friedhof aus der Sicht der
Tiere. Der Hamster führt unter die Erde, der Turmfalke zeigt das
Leben aus der Luft. Die Handlung beginnt und endet in der
Halloween-Nacht hinter den eisernen Toren des Zentralfriedhofes.
Dazwischen wird im spannenden Wechsel der Jahreszeiten das
vielfältige Leben und Treiben von Tier und Mensch am Wiener
Zentralfriedhof gezeigt.

98 Drehtage waren notwendig, um das Leben auf dem Friedhof
einzufangen. Der längste Drehtag dauerte 26 Stunden. Dabei entstanden
die Aufnahmen zur Halloween-Nacht. Während des Winters musste eine
Seilsicherung auf dem vereisten Dach der Friedhofskirche angebracht
werden, um den Zugang zur Zeitrafferkamera, die auf der Spitze der
Kuppel montiert war, zu ermöglichen.

Der "Flug des Falken" war einer der aufwändigsten Drehtage in
der Produktion. Eine Woche Vorbereitung des Falken, ein Movie-Car mit
drei Kameras, einer High-Speed-Film-Kamera sowie insgesamt 15
MitarbeiterInnen waren notwendig um an einem harten Drehtag einige
Sekunden für den Film zu bekommen (zu sehen im "Making of" auf der
DVD).

Für die Einstellungen, die die Rehe auf dem Friedhof im Winter
zeigen, musste das Kamerateam oft schon um drei Uhr früh aus den
Federn. Belohnt wurden sie dafür mit großartigen Wild-Live- Bildern.
Eine besondere Überraschung gab es für das Team durch die Anwesenheit
von Seidenschwänzen, einer Vogelart, die nur ganz selten nach Wien
kommt und die den Zentralfriedhof besucht hat. Das Team hat diese
ornithologische Rarität in Bildern eingefangen.

Trotzdem waren es immer Drehtage auf einem Friedhof. Bei 30
Begräbnissen am Tag und 98 Drehtagen bleibt es nicht aus, immer
wieder Zeuge von Beerdigungen zu werden. Besonders nachdenklich
machten die Filmcrew jene Begräbnisse, die ohne jede Begleitung - nur
zwei Sargträger und sonst niemand - stattfanden.

Der Wiener Zentralfriedhof

Als am 1. November 1874 der Wiener Zentralfriedhof feierlich
eröffnet wurde, fand der Gemeinderat nach langen vorangegangenen
Debatten eine Lösung des Problems, welches das rasante Wachsen der
Reichshaupt- und Residenzstadt Wien mit sich brachte. Ein "Central
Friedhof ", welcher ausgerichtet wurde auf die Größe einer Hauptstadt
von vier Millionen Einwohnern und nach damaligen Plänen der einzige
Friedhof für ganz Wien werden sollte.

Heute ist der Wiener Zentralfriedhof zwar nicht der einzige
Friedhof in Wien, jedoch bei weitem der größte in der Stadt. Mit ca.
330.000 Grabstellen, über 3 Millionen Verstorbenen und einer Fläche
von 2,5 Millionen m2 ist der Wiener Zentralfriedhof der zweitgrößte
Friedhof Europas. Der Zentralfriedhof ist jedoch auch ein Platz des
Verweilens, der Erholung, des Meditierens und des Nachdenkens sowie
ein Naturrefugium vieler Tiere und Pflanzen.

Zu Beginn empfanden die WienerInnen diesen Friedhof eher als
unattraktiv. Um dieses zu ändern, beschloss 1881 der Gemeinderat die
Verlegung verstorbener berühmter Persönlichkeiten von anderen
Friedhöfen und die Zuerkennung von Ehrengräbern auf dem "Central -
Friedhof". Der Wiener Zentralfriedhof war der erste Friedhof, der
allen Religionen als Begräbnis- oder Verbrennungsstätte offen stand.
Wie schon damals ist auch heute der Zentralfriedhof für alle da, ob
mit oder ohne Konfession. Hier finden Angehörige aller Religionen,
arm und reich, weltberühmt oder namenlos, ihre letzte Ruhe in der
selben Erde.

Der Zentralfriedhof stellt ein kulturelles Erbe dar und wird mit
einer einzigartigen Kirche ihrer Epoche gekrönt. Nach Plänen von Max
Hegele erbaut und im Jahre 1911 dem heiligen Karl Borromäus geweiht,
ist die Friedhofskirche eine der bedeutendsten Sakralbauten des
Jugendstils. Im Jahre 2000 wurde sie nach fünfjähriger
Renovierungsdauer wieder eröffnet und fasziniert WienerInnen und
BesucherInnen aus aller Welt gleichermaßen.

Wahrzeichen für die morbiden Seiten der Stadt

Zahlreiche Wien-Gäste besuchen die Gräber der Komponisten
Beethoven, Schubert, Brahms, Schönberg und Strauß sowie das
Grabdenkmal von Mozart. Auch an den Gräbern von Schauspielern wie
Curd Jürgens, Paul Hörbiger und Hans Moser treffen sich viele Fans.

Carol Reeds Film "Der dritte Mann", der 1948 mit Orson Welles in
Wien entstand und 1949 in London Premiere hatte, steigerte die
internationale Bekanntheit des Zentralfriedhofs: die Schlussszene auf
dem Zentralfriedhof, in der Anna an Martin vorbei geht, gehört zu den
eindruckvollsten Filmenden. Heute zählt der Film zu den hundert
wichtigsten der Filmgeschichte. In den Siebziger Jahren wurde das
Lied "Es lebe der Zentralfriedhof" von Wolfgang Ambros ein Hit. Der
Zentralfriedhof scheint in allen Wien-Reiseführern auf. Auch
Reisejournalisten bauen ihn gern in ihre Reportagen ein, als
Wahrzeichen für die morbiden Seiten der Stadt. "Der Friedhof muss
nicht traurig erlebt werden", weiß man im Wien-Tourismus. Infos:
http://www.wien.info

Die Filmemacher der Stadt Wien

Hergestellt wurde die Universum-Dokumentation "Es lebe der
Zentralfriedhof" von media wien, das als Fachzentrum der Stadt Wien
mit der Lösung audio-visueller Aufgaben beauftragt ist. Die
Fachbereiche umfassen ein reichhaltiges Fotoarchiv, ein Filmarchiv,
einen Medienverleih und einen Medienshop sowie die Bereiche
Geräteverleih und Medienpädagogik. In der Produktion sind Fotografie
und Filmproduktion tätig. Ein eigenes Kino und eine Abteilung für
Informationstechnik runden das Angebot ab. Infos:
http://www.wien.gv.at/media-wien/ .

Die mit dem ORF gemeinsam den Film produzierende
Umweltschutzabteilung der Stadt Wien - MA 22 ist im Sinne eines
vorsorgenden, integrativen und partnerschaftlichen Umweltschutzes mit
allen wichtigen Belangen des Umweltschutzes in Wien betraut. Dazu
gehören z. B. der Betrieb des Wiener Luftmessnetzes, strategisches
Luftgütemanagement, Naturschutz und Lärmschutz, Abfall- und
Ressourcenmanagement, Umweltanalytik sowie umfassende behördliche,
legistische und Sachverständigen-Tätigkeiten. Für einen aktiven
Naturschutz werden zwei große Programme angeboten: das
Vertrags-Naturschutzprogramm und das Wiener Arten- und
Lebensraumschutzprogramm "Netzwerk Natur".

Im Vertrags-Naturschutzprogramm werden gemeinsam mit
LandwirtInnen artenreiche Randstreifen gefördert. Durch das Programm
"Netzwerk Natur" werden in ganz Wien gemeinsam mit den Bezirken und
anderen ProjektpartnerInnen Naturschutzziele und -maßnahmen
entwickelt. So entstehen neue Lebensräume für seltene Arten und
vorhandene Biotope werden gepflegt. Für die besondere Natur im und um
den Zentralfriedhof gibt es naturnahe Flächen. So wurde eine Anlage
mit mehreren Teichen im Südwesten des Zentralfriedhofs bei Tor 11
geschaffen, um Wechselkröte und Laubfrosch Lebensraum zu bieten. Für
Alleen und Wiesen wurden mit der Friedhofsverwaltung Pflegepläne
entwickelt. Bei der Pflanzung und Pflege von Alleebäumen geht es in
erster Linie um die Zielarten Mittelspecht und Wiener
Nachtpfauenauge, bei der Wiesenpflege um die Zielarten
Gartenrotschwanz, Heuschrecken und Tagfalter. Infos:
http://www.umweltschutz.wien.at/ .

Für den "Hausherren" des Wiener Zentralfriedhofs, der
Magistratsabteilung 43 - Städtische Friedhöfe, soll der
Dokumentarfilm verdeutlichen, dass die Städtische Friedhofsverwaltung
einen bedeutenden Teil zu der Wahrung von dessen Kultur und
Geschichte beiträgt. Einerseits mit der aufwändigen und notwendigen
Pflege dieses Friedhofes bzw. der Parklandschaft, aber auch mit dem
Respekt gegenüber der Trauer einst und jetzt.

Friedhöfe sind Orte der Kultur und Teil der Geschichte der
Stadt Wien

Die MA 43 verwaltet mehr als 600.000 Gräber auf 46 Wiener
Friedhöfen. Unabhängig von Religion und Herkunft wird allen
Wienerinnen und Wienern eine würdevolle Grabstätte zur Verfügung
gestellt. Bei jeder Wetterlage werden jährlich 16.000 Erd- und
Feuerbestattungen pünktlich durchgeführt. Die MA 43 erhält überdies
Straßen und Wege, Grünflächen und Bäume, Aufbahrungshallen und
Kirchen, Gedenkstätten und Friedhofskreuze, historische Gebäude und
Kulturdenkmäler. Infos: http://www.friedhoefe.wien.at/ .

Die BESTATTUNG WIEN wurde 1907 - damals noch unter dem Namen
"Gemeinde Wien - Städtische Leichenbestattung" - gegründet. Heute
wird es als viertes Teilunternehmen der Wiener Stadtwerke Holding AG
als privatrechtliches Unternehmen geführt. Die BESTATTUNG WIEN ist
das größte Bestattungsunternehmen Österreichs und auch eines der
größten Europas. Das Traditionsunternehmen hat seit Bestehen rund
zwei Millionen Beerdigungen und weltweite Überführungen reibungslos
organisiert - von Trauerfeiern im engsten Familienkreis bis hin zu
großen Staatsbegräbnissen. Jährlich werden knapp 20.000
Bestattungsleistungen durchgeführt, davon entfallen etwas mehr als
fünfzig Prozent auf Erdbestattungen. Der Rest verteilt sich auf
Feuerbestattungen, Exhumierungen, Überführungen und sonstige
Leistungen.

Im Vordergrund der Arbeit stehen Verlässlichkeit bei der
Erbringung von Bestattungsleistungen, die optimale Befriedigung der
Kundenbedürfnisse und pietätvolles Verhalten gegenüber den
Hinterbliebenen in einer sensiblen Beratungssituation. Der
Erfahrungsschatz und der erzielte hohe Standard wurden bestätigt
durch das dem Kundenservice verliehene Zertifikat für
Qualitätsmanagement, der ISO 9001. Infos:
http://www.bestattungwien.at/

Buch und DVD

Der Schmid Verlag zeigt in seinem 168-Seiten-Buch "Wien - Es
lebe der Zentralfriedhof" in neun Kapiteln alle Facetten des Wiener
Zentralfriedhofes. Das umfangreiche Fotomaterial stammt überwiegend
von media wien. Dem Buch ist eine DVD mit der Universum-Dokumentation
"Es lebe der Zentralfriedhof" sowie zahlreichen Extras beigelegt.
Dieser 4. Band der Buchreihe WIEN MOMENTE erscheint in
Deutsch/Englisch und kostet 39,90 Euro(Buch inkl. DVD).

Vertrieb: media wien-shop, 1070 Wien, Zieglergasse
49/Hintertrakt/Erdgeschoß. Kontakt: Herr Christian Wolf, Telefon 523
32 24-85109, Fax 523 32 24-85110. Onlinebestellung:
http://www.wien.gv.at/formulare/media-wien/
Oder: Schmid Verlag, 1110 Wien, Leberstraße 122. Bestellung
telefonisch: 740 32-433. Oder im Buchhandel: ISBN 3-9000607-46-X.

Die DVD beinhaltet: Hauptfilm "Es lebe der Zentralfriedhof", 51
Min., Deutsch/Englisch, copyright 2005 ORF-Universum; "Making of -
Der Flug des Falken", 8 Min., Deutsch, Ausschnitt aus dem Film
"Animal Stars" von Alpha Österreich; "Der Trauerzug von Bürgermeister
Dr. Karl Lueger", Schwarz-weiß Stummfilm von 1910, 8 Min., copyright
media wien; "Friedhofimpressionen", Deutsch/Englisch, Diaschau mit
Friedhofsstimmungen von Kurt Kracher, Anton Weber und Reinhard
Ziegler, Musik von Wolfgang Ambros und Roland Neuwirth. copyright
2005 polyband; "Entdeckungsreise zu den Ehrengräbern",
Deutsch/Englisch (abspielbar über PC mit DVD-Laufwerk), eine
interaktive Suche von 71 ausgewählten Ehrengräbern auf dem Wiener
Zentralfriedhof von Ernst Vogler. copyright 2005 media wien. Preis:
14,50 Euro. Vertrieb: media wien-shop, wie bei Buch-Vertrieb.

Der ORF vertreibt seine DVD - ähnliches Cover - über die Firma
polyband München (Preis bei http://alles-dvd.at/ 17,99 Euro oder
http://www.amazon.de/ 19,99 Euro).

rk-Fotoservice: http://www.wien.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) ma

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Renate Marschalek
Tel.: 4000/81 070
mailto:mar@ggu.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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