- 17.10.2005, 13:00:06
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Sorger: Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum unabdingbare Voraussetzung für soziales Europa
IV-Präsident bei Staatspräsidententreffen in Zagreb: Ziele nicht aus den Augen verlieren - Nationale Regierungen haben "Hausaufgaben" zu machen
Wien (OTS) - (PdI) "Ein funktionierender Binnenmarkt,
ausgezeichnete Wettbewerbsfähigkeit und hohe Wachstumsraten sind
unabdingbare Voraussetzungen für ein soziales Europa", erklärte der
Präsident der Industriellenvereinigung (IV) und Vizepräsident des
Europäischen Arbeitgeberdachverbandes UNICE, Dr. Veit Sorger, am
vergangenen Samstag beim zentraleuropäischen Präsidententreffen in
der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Der soziale Zusammenhalt könne in
Europa nur garantiert werden, "wenn wir fähig sind, unser
ökonomisches und soziales Modell so zu modernisieren, dass es dem
wachsenden Wettbewerb und den neuen Herausforderungen durch die
Globalisierung standhalten kann", betonte Sorger vor 15
Staatsoberhäuptern.
Die Regierungen seien gefordert, die notwendigen Maßnahmen in
ihren nationalen "Wachstums- und Beschäftigungsprogrammen" zu
ergreifen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, so der IV-Präsident
und europäische Arbeitgeber-Vizepräsident. Als wichtigste Maßnahmen
nannte Sorger dabei einen funktionierenden und effektiven Binnenmarkt
für Waren und Dienstleistungen, einen Abbau der administrativen
Hürden und der Bürokratie, eine Flexibilisierung der Arbeitsmärkte
sowie Reduzierung der Steuerbelastungen und Lohnnebenkosten für
Unternehmen. "Innovation, Forschung und Entwicklung sowie
Infrastruktur sind der Schlüssel zur Verbesserung der
Wettbewerbsfähigkeit und Schaffung der Bedingungen, die notwendig
sind, damit die Globalisierung als Herausforderung und nicht als
Bedrohung betrachtet werden kann." Wenn Europa diesen Weg gehe, werde
es auch gelingen, den sozialen Zusammenhalt auf dem Kontinent "auch
unter schwieriger werdenden globalen Rahmenbedingungen
aufrechtzuerhalten".
Die Aufgabe der Politik laute "Reformen ermöglichen", sagte Sorger
weiters: "Die Herausforderungen sichtbar machen - die Bürger als
Partner gewinnen, anstatt sich auf Globalisierung und Europa
auszureden". Gute Politik führe das Notwendige durch "und nimmt die
Menschen dabei mit. Die Umsetzung notwendiger Veränderungen ist
entscheidend. Sie wird zeigen, ob man noch in Zukunft mit Stolz von
einem europäischen Sozialmodell sprechen kann." Gerade die
Arbeitgeberverbände, "die weder Wahlen zu gewinnen haben noch selbst
im Regelfall Begünstigte der Systeme sind", würden schon bisher und
auch in Zukunft mutige, vorausschauende Reformen von der Politik
einfordern. "Die Bürger Europas können mit Recht von der Politik
verlangen, dass sie rechtzeitig jene Maßnahmen treffen, die zu einer
nachhaltigen Sicherung des Europäischen Sozialmodells beitragen; ja
viel mehr noch, hat die Politik auf neue soziale Fragen Antworten zu
geben und Lösungen zu erarbeiten", betonte der IV-Präsident. Der
europäische Arbeitgeber-Vizepräsident Sorger begrüßte, dass die EU
die "Methode der offenen Koordinierung" zu den nationalen
Entwicklungen eingeführt habe, die auf Handlungsbedarf der
Mitgliedstaaten deutlich hinweist. "Die nationalen Regierungen haben
aber ihre ‚Hausaufgaben’, so schwer sie auch sein mögen, zu machen".
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