• 17.10.2005, 11:57:28
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Brandsteidl: Modulsystem in AHS-Oberstufe soll Standard werden

Wien (OTS) - "Mit dem Schulversuch 'Modulare Oberstufe' am BRG 19
hat Wien im vergangenen Schuljahr einen wichtigen Schritt zur
Neugestaltung der AHS gesetzt. Dass sich dieses Modell dort bewährt
hat, zeigt sich auch daran, dass im heurigen Schuljahr drei weitere
AHSen (AHS Glasergasse, AHS Amerlingstraße und AHS Draschestraße) mit
dem Modulsystem starten. Unser Ziel ist es, dass mittelfristig das
Modulsystem zum Standard in der AHS-Oberstufe wird. Die Stärke dieses
Modells: Die Modernisierung der 'klassischen AHS' bei gleichzeitiger
Beibehaltung all jener Stärken und Assets, die das allgemeinbildende
höhere Schulwesen schon bisher ausgezeichnet haben", stellte Wiens
Amtsführende Stadtschulratpräsidentin Susanne Brandsteidl im Rahmen
einer Pressekonferenz am Montag fest.

"Es ist eine Unsinnigkeit, dass in der AHS 18-jährige heute
zumeist noch immer genauso behandelt werden wie 10-jährige - mit
diesem Unfug macht das Modulsystem Schluss. 'Nicht alles anders, aber
vieles besser' - so lässt sich das Motto dieses Schulversuchsmodells
am treffendsten bezeichnen", so Brandsteidl weiter.

Eigenverantwortliches Lernen

"Das Leitmotiv der durch das Kurs- bzw. Modulsystem begründeten
'Neuen Oberstufe' ist die Abkehr von der "bevormundenden Schule" und
die Stärkung der Eigenverantwortung der SchülerInnen." Deutlich werde
diese neue Eigenverantwortung vor allem dort, wo SchülerInnen im
Modulsystem nach eigenem Interesse Schwerpunkte setzen könnten -
weitere Veränderungen: der "alte Klassenvorstand" wird durch einen
"Coach" ersetzt, der die SchülerInnen bei der Wahl ihrer Module
beratend begleitet.

o Sitzenbleiben abgeschafft

Ein weiteres Kernelement: Durch das Modulsystem werden unnötige
Schullaufbahnverluste verhindert und gehört in Zukunft auch eines der
pädagogisch unwertvollsten Elemente des Schulwesens, das
"Sitzenbleiben", der Vergangenheit an. Denn statt ein ganzes
Schuljahr zu wiederholen, heißt es künftig: "Modul wiederholen,
ansonsten aber: 'go ahead'."

o Verstehen statt Pauken

Auch in den Lehrinhalten selbst gibt es Modifizierungen: Nicht
"Pauken", sondern dass sinnerfassende Erlernen, Verstehen und
Wiedergeben des Lernstoffs steht im Vordergrund. Brandsteidl dazu:
"Mit einem Wort: In der 'Neuen Oberstufe' geht es um
Schlüsselqualifikationen. Ob Rhetorik, Präsentationstechniken oder
die Anwendung neuer Kommunikationstechnologien, die modulare
Oberstufe legt einen besonderen Wert darauf, dass Schüler nicht
Wissen blind reproduzieren, sondern sich so mit dem Lernstoff
auseinandersetzen, dass sie es selbst weiterzugeben imstande sind.
Überdies handelt es sich bei diesen Schlüsselqualifikationen um
"skills", die optimal auf die wissenschaftliche Arbeit an den
Universitäten vorbereiten."

o Allgemeinbildung und Unireife

Apropos Universitäten: Dass die "Modulare Oberstufe" weiterhin
als Ziel verfolgt, SchülerInnen mittels AHS-Abschluss die allgemeine
Hochschulberechtigung zu erteilen, versteht sich. Wie überhaupt es
Anliegen des Schulversuchs ist, an dem, was die AHS schon heute
positiv ausmacht, festzuhalten. Dies gilt auch für den Anspruch der
Allgemeinbildung selbst: Dass dieser gewahrt bleibt und ein
bestimmter Wissens- und Lernkanon an alle SchülerInnen vermittelt
wird, dafür garantieren die als "Basismodule" bezeichneten
Lerneinheiten, die den Kernstoff umfassen und die jeder Schüler in
jedem Fall positiv zu absolvieren hat. Brandsteidl: "Unser Ziel ist
es, die Vielfalt schulischer Angebote zu erweitern, ohne dass es
hierdurch zu qualitätsmindernder Beliebigkeit kommt. Mit der
'Modularen Oberstufe' ist uns dieser Balanceakt gelungen; nicht
weniger Wissenserwerb, sondern der Erwerb von mehr wichtigem Wissen
charakterisiert dieses Modell."

o Das Modell im Detail

Brandsteidl: "Eines vorweg: Das Modell der 'Modularen Oberstufe'
ist nicht am Schreibtisch entworfen worden, sondern ein Konzept, das
sich aus den Erfahrungen der schulischen Praxis speist und in enger
Kooperation von Lehrern verschiedenster Fachrichtungen entwickelt
wurde." Kernstück des Modells: Das Schuljahr wird in Semestermodule
aufgegliedert. Dabei werden unterschieden: 1. Basismodule, 2.
Typenbildende Wahlmodule, 3. Wahlmodule zum Erwerb von
Schlüsselqualifikationen (Rhetorik, Präsentation etc.), 4. Freie
Wahlmodule (individuell wählbar, auch fächerübergreifend möglich).

o Modulare Oberstufe als "Startschuss für mehr"

Abschließend betonte Wiens Amtsführende
Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl: "Die 'Modulare Oberstufe' ist
das innovativste und richtungsweisendste Konzept, das es im Bereich
der AHS in Österreich derzeit gibt. Das sehe nicht nur ich als
Bildungspolitikerin so, sondern auch das massive Interesse von
SchülerInnen und Eltern bestätigt dies. Unser Ziel daher: Die Vorzüge
dieser 'Neuen Oberstufe' sollten künftig allen SchülerInnen geboten
werden und das Modulsystem daher - auf freiwilliger Basis - zum
Standard für alle AHSen werden."
(Schluss) ssr

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   Medien- und Pressereferat des Stadtschulrates
   Matias Meißner
   Tel.: 525 25/77014
   mailto:[email protected]

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