Bratislava Flughafenprivatisierung - Verschenkt die slowakische Regierung Chancen für die Wien-Bratislava Region?

Wien (OTS) - Das Konsortium "Independent Slovak Airport Partners" (ISAP) ist einer der fünf Favoriten, die sich im Rennen um den 66-prozentigen Anteilskauf der slowakischen Flughäfen befinden. Die ISAP hat sich in ihrem Angebot verpflichtet, beide Flughäfen als selbstständige und eigenständige Unternehmen zu entwickeln und zu betreiben. Insbesondere soll die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens Bratislava, der nur 60 Kilometer von Wien entfernt liegt, langfristig gesichert und eine Monopol-Situation in der Wien-Bratislava Region vermieden werden.

"Eine Monopol Situation für das Flughafensystem in der Wien-Bratislava Region ist weder von Interesse noch von Nutzen für die rund 4 Million Einwohner in Ostösterreich und die rund 2 Millionen Einwohner in der Westslowakei", sagt Michael Garvens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Köln/Bonn GmbH, die am Konsortium beteiligt ist. "Es ist keine neue Erkenntnis, dass Monopole einen gesunden Wettbewerb verhindern und schlechte und teure Dienstleistungen schaffen. Das ISAP-Konsortium hat die wichtige Rolle des Flughafens Bratislava in der Donauregion erkannt und ist davon überzeugt, dass ein erfrischender und kreativer Wettbewerb für die Wirtschaft und die Bevölkerung der Region von großem Nutzen sein wird."

Eine selbstständige und eigenständige Positionierung des Flughafens Bratislava werde dazu beitragen, dass der Flughafen ein ständig wachsendes Airline-Netzwerk mit einer stetig größeren Anzahl an Destinationen anbieten könne. "Unser erklärtes Ziel ist, Passagieren und Fluglinien einen besseren Service billiger und effizienter zur Verfügung zu stellen", so Garvens.

Gemäß den Ausschreibungsbedingungen müssen die Konsortien bestimmte Erfolgsfaktoren aufweisen können. Dazu zählen beispielsweise umfassende Erfahrungen in der Entwicklung und im Management des Geschäfts mit Low-Cost-Carriern besondere Erfahrungen in der Airline-Akquise und bei der Förderung von Verkehrswachstum.

Als Spezialist für internationale Flughafenprivatisierungen und einziges österreichisches Beratungsunternehmen, das umfassendes Know-How im Flughafenmanagement weltweit erfolgreich exportiert, hat sich die Airport Consulting Vienna mit dem Flughafen Köln-Bonn in einem Joint Venture zusammengeschlossen, um ihrerseits die speziellen Betreibererfahrungen des Flughafens Köln/Bonn mit eigenen detaillierten Marktkenntnissen, Privatisierungserfahrungen und der Implementierung von Know-How-Transfers zu kombinieren.

Der Flughafen Köln/Bonn, größter Low Cost-Airport auf dem europäischen Kontinent, erfüllt mit einem 57-prozentigen Low-Cost-Anteil an den insgesamt 8,4 Millionen Passagieren und einem Marktanteil von 20 Prozent am deutschen Low-Cost-Verkehrssegment optimal die vorgegebenen Bedingungen. Mit einem Passagierplus von 82 Prozent in nur drei Jahren ist er der schnellst wachsende deutsche Flughafen. Germanwings und Hapag Lloyd Express haben ihn zu ihrem Heimatflughafen gemacht. Im Frachtgeschäft belegt Köln/Bonn mit 613.000 Tonnen pro Jahr Platz 2 im deutschen Ranking und wickelt fast drei Mal soviel Fracht ab wie der Flughafen Wien mit 209.000 Tonnen. Köln Bonn bietet den slowakischen Partnern ein einzigartiges Wertschöpfungspotential.

Die Stärke der beiden Branchenexperten wird im ISAP-Konsortium maßgeblich ergänzt durch SNC Lavalin aus Kanada, einem der weltweit größten Infrastrukturkonzerne sowie dem in Europa führenden Transport Infrastruktur Equity Fond - Galaxy Fund. SNC Lavalin gilt als namhafter internationaler Global Player für Flughafenentwicklungen und kann außerdem Management Erfahrungen an den Flughäfen von Vancouver in Kanada, Vatry in Frankreich oder Malta aufweisen. Als europäischer Finanzspezialist für alle vier Transportbereiche (Strasse, Schiene, Seehäfen, Flughäfen) verfügt Galaxy Fund über die Co-Investition der Europäischen Kommission und wird des weiteren von seinen Hauptaktionären, der Caisse des Dépôts et Consignations (CDC) aus Frankreich und der Kreditanstalt für Wiederaufbau aus Deutschland gestützt. Ein für die slowakischen Flughäfen nicht unbedeutender Faktor wird auch die Gewährleistung einer besonders günstigen, wettbewerbsfähigen und attraktiven Finanzierungs-Variante sein, die für ISAP zweifelsohne kein Hindernis darstellt.

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