- 14.10.2005, 11:29:01
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Schicker: ein neuer Ort der Begegnung in Wien
Die neu gestaltete Thurnstiege ist fertig und das wird mit einem Straßenfest gefeiert
Wien (OTS) - Am Freitag eröffneten Wiens Planungsstadtrat Rudolf
Schicker, Bezirksvorsteherin Martina Malyar , MA29-Abteilungsleiter
DI Eduard Winter und die Agenda21-Gruppe "Schritt für Schritt" die
neu gestaltete Thurnstiege. Die feierliche Eröffnung fand im Rahmen
eines Straßenfestes statt, bei dem die BesucherInnen ein
abwechslungsreiches Programm erwartete: Unterhaltungsmusik aus aller
Welt, Literaturbühne, Kinderprogramm, Speis und Trank der örtlichen
Geschäftsleute und natürlich viel Information rund um die Planungen
im 9. Bezirk.
Die Thurnstiege wurde Anfang des 20 Jahrhunderts erbaut.
Mittlerweile ist die Stiegenanlage in die Jahre gekommen. Ihr
Bauzustand und ihre Gestaltung entsprachen nicht mehr den
Bedürfnissen unserer Tage. Bei der Neuplanung wurde die Meßlatte
bewusst sehr hoch gelegt, galt es doch, die Funktion als Verbindung
zweier Straßen mit den Ansprüchen der modernen Stadtplanung zu
kombinieren. Unter dieser Prämisse hat die Stadt das Projekt der
Agenda 21 am Alsergrund gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern
entwickelt.
"Die Menschen kennen die Bedürfnisse in ihrem Stadtteil am
besten. Sie sind die Expertinnen und Experten, wenn es um
Verbesserungen in ihrem Wohngebiet geht. Dabei unterstützen wir sie,"
unterstreicht Wiens Planungsstadtrat Rudolf Schicker. So wurden die
Ideen der AnrainerInnen gesammelt und in die Planungen integriert.
"Ergebnis ist ein Stückchen Stadt, das mehr ist, als eine Stiege. Es
ist ein Ort der Begegnung für die Wienerinnen und Wiener. Die
Gestaltung der Thurnstiege und des nahen Umfelds laden zum Verweilen
und Plaudern mit den Nachbarn ein. So werden Barrieren abgebaut - die
Baulichen ebenso wie die Sozialen", so Schicker.
Die neue Thurnstiege zeichnet sich neben einer durchgehenden
Rampe auch mit Ruhezonen und Sitzgelegenheiten, Blumentrögen und
einem Trinkbrunnen aus. Mit einem Baum wurde das obere Ende der neuen
Thurnstiege abgeschlossen. Die Stadt hat damit die Rahmenbedingungen
für einen neuen Begegnungs- und Aufenthaltsraum geschaffen. Nun liegt
es an den BürgerInnen, diesen Raum auch mit Leben zu füllen. "Schon
immer ist die Thurnstiege für die Bewohnerinnen und Bewohner im
Umfeld eine willkommene Verbindung zwischen Währingerstraße und
Liechtensteinstraße gewesen. Mit der neuen barrierefreien Gestaltung
ist sie endlich für ältere Menschen, Personen mit Behinderungen oder
Eltern mit Kinderwägen einfach zu bewältigen", zeigt sich
Bezirksvorsteherin Malyar erfreut.
Auch die VertreterInnen der Agenda-Gruppe "Schritt für Schritt"
freuen sich über das gelungene Projekt: "Die neu gestaltete
Thurnstiege ist ein Ergebnis gelungener BürgerInnenmitbestimmung. Mit
dem Umbau wurde das bisher größte Agenda-Projekt realisiert. Die nun
barrierefrei gestaltete Stiege bringt allen BewohnerInnen eine große
Entlastung", betont Sabine Gruber, Projektleiterin der Agenda 21 am
Alsergrund.
Schritt für Schritt - vom BürgerInnenprotest zur Mitbestimmung
Im Jänner 1999 schlossen sich neun BürgerInnen mit einer Idee zu
einem Arbeitskreis zusammen: Der erste Schritt auf dem Weg zum Erfolg
war eine Videoproduktion im Jahr 1999, welche die Probleme und
Bedürfnisse der NutzerInnen sichtbar machte. Im Frühjahr 2000 folgte
eine Fragebogenerhebung (rund 2000 Haushalte) mit abschließender
BürgerInnenversammlung im Grätzel. Die Erhebung und Ideensammlung der
AnrainerInnen zeigten, dass eine Verflachung der Stiege,
Sitzgelegenheiten, mehr Grün und Aufstiegshilfen gewünscht wurden. Im
Herbst 2000 fanden zwei Konkretisierungsworkshops mit AnrainerInnen
und einer Architektin statt.
Nach einer längeren Pause folgte im Frühsommer 2002 ein weiterer
Informationsnachmittag mit anschließender BürgerInnenversammlung. Der
detaillierte Umgestaltungsentwurf, die Ergebnisse der statischen
Prüfung und der Machbarkeitsstudie der MA 29 wurden den AnrainerInnen
vorgestellt. Im Juli 2003 konnte mit der Bauverhandlung die
Planungsphase abgeschlossen werden. Im Herbst 2004 informierten die
MA 29, das AGENDA-Büro und die Bezirksvorstehung die Bevölkerung mit
einer Aussendung an die AnrainerInnen und einer
Informationsveranstaltung über den Bauablauf. Im November 2004 wurde
schließlich mit dem Bau begonnen.
Bevor das Thema von der AGENDA 21 aufgegriffen wurde, gab es
zahlreiche Proteste gegen die Umbaupläne. Durch die Gründung der
BürgerInnen-Gruppe, die Moderation der AGENDA 21 und die vorbildliche
Zusammenarbeit mit Bezirkpolitik und MA 29 gelang es, ein gemeinsames
Ergebnis zu entwickeln. So konnten die Proteste in Mitbestimmung
gewendet werden. Ein Festprogramm für alle ist der krönende Abschluss
eines Mitgestaltungsprozesses, der rund sechs Jahre gedauert hat.
effizientes Arbeiten ermöglichte verkürzte Bauzeit
Anlässlich der Fertigstellung der Thurnstiege stellt DI Eduard
Winter, Leiter der zuständigen Magistratsabteilung 29, zufrieden
fest: "Durch modernes Baustellenmanagement haben wir die Baustelle
früher als geplant fertig stellen können. Nun kann die Bevölkerung
wieder die wichtige Verbindung im Bezirk benutzen." Wesentlicher
Bestandteil für ein effizientes Arbeiten war es, die Ressourcen
optimal einzusetzen. So erfolgte etwa ein wesentlicher Teil der
Steinmetzarbeiten im Werk, wo schneller und umweltfreundlich
gearbeitet werden konnte.
Einziger Nachteil bei dieser Methode: die scheinbare Inaktivität
bei der Baustelle ruft bei so manchem Kritiker den Ruf hervor, "dass
da nichts weiter geht". Dem widerspricht Abteilungsleiter Winter:
"Erstens sind wir unter der veranschlagten Bauzeit geblieben. Und
zweitens hat sich diese Vorgehensweise bewehrt, wenn wir so die Lärm-
und Staubbelastung bei der Baustelle für die Bevölkerung reduzieren
können." Die Bauarbeiten dauerten etwas mehr als 11 Monate. Die
Gesamtkosten betrugen rund 1,1 Mio. Euro.
Mehr Informationen zum Planungsprozess und dem Neubau der
Thurnstiege finden Sie unter http://www.bruecken.wien.at/ und
http://www.agenda21.or.at/. (Schluss) kel
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
DI Thomas Keller
Tel.: 4000/81 420
mailto:kel@gsv.magwien.gv.at
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