- 14.10.2005, 10:04:19
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Kaske: "Lasst ArbeitnehmerInnen nicht im Regen stehen!"
8,5 Prozent mehr Arbeitslose im Tourismus als im Vorjahr
Wien (HGPD/ÖGB) - "Wer die ArbeitnehmerInnen in diesem Land im
Regen stehen lässt, braucht sich nicht wundern, wenn er selbst bald
nass wird", kommentierte Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft
Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) heute, Freitag, in
einer Pressekonferenz die aktuellen Arbeitsmarktdaten für die
Tourismusbranche. Im September 2005 gab es in diesem Bereich 34.045
Arbeitslose. "Trotzdem ist die Bundesregierung nur zu kosmetischen
Korrekturen der Saisonierkontingente bereit", ergänzte der
Gewerkschafter. Was den wirtschaftlichen Erfolg der kommenden
Wintersaison betrifft, ist Kaske optimistisch. ++++
"Im September dieses Jahres gab es um 8,5 Prozent mehr Arbeitslose
als im Vergleichsmonat des Vorjahres", erklärte der
Tourismusgewerkschafter. Trotzdem habe eben wieder in der
Saisonierfrage das "Feilschen um die so genannten
Gletscherkontingente" begonnen. Bis 17. Oktober laufe die
Begutachtungsfrist. Kaske: "Die Gletscher werden leider immer
kleiner, die Kontingente kaum." Die Ankündigung der Bundesregierung
die Saisonierkontingente um 10 Prozent zu verringern, bezeichnete der
HGPD-Vorsitzende als "kosmetische Korrekturen".
Kritik übte Kaske auch an den Intentionen des Fremdenpakets: "Das
kann sich doch jeder ausrechnen, dass niedrige Zugangshürden für
ausländische Saisoniers und Scheinselbstständige zu einer
Verschärfung am Arbeitsmarkt führt." Und damit auch zu Lohndumping.
Der HGPD-Vorsitzende: "Tourismusbeschäftigte verdienten 2004 im
Durchschnitt 1.429 Euro brutto, das Durchschnittseinkommen der
ÖsterreicherInnen betrug immerhin 2.105 Euro brutto. Und während
ArbeitnehmerInnen im Tourismus im vergangenen Jahr 204 Tage
beschäftigt waren, hatten sie in anderen Branchen eine
durchschnittliche Beschäftigungsdauer von 295 Tagen."
Rudolf Kaske abschließend: "Österreichs Tourismus hat sicher auch
in Zukunft hervorragende Chancen. Unsere schöne Heimat bietet so
viel, wie z.B. nicht nur beeindruckende Landschaften und eine große
Kultur, hervorragende Weine und eine ausgezeichnete Küche, sondern
auch Menschen, die all das produzieren, servieren und mit
sprichwörtlich österreichischem Charme und Schmäh verkaufen." (kk)
ÖGB, 14. Oktober
2005
Nr. 579
Rückfragehinweis:
HGPD-Vorsitzender Rudolf Kaske, Tel.: (01) 534 44/501
HGPD-Presse Katharina Klee, Tel.: 0664/381 93 67
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