• 13.10.2005, 12:31:41
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  • OTS0155 OTW0155

AGES: Anschuldigung zur mangelhaften Pestizidkontrolle in Österreich haltlos

Wien (OTS) - Die Österreichische Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit, AGES, weist die Anschuldigungen von Werner
Lampert, wonach die AGES Interessen der Konsumenten "mit Füßen
trete", auf das Schärfste zurück. Lampert hatte in der "Zeit im Bild
2" des ORF vom 11. Oktober behauptet, dass "viele Pestizide einfach
nicht untersucht und deshalb nicht gefunden werden können" und als
Beispiel das Pflanzenschutzmittel Iprodion zitiert.

Zur Richtigstellung der Anfrage des ORF und den speziellen
Vorwürfen von Herrn Lampert teilt die AGES mit:

Pflanzenschutzmittel, die Iprodion als Wirkstoff enthalten, sind
in Österreich und in der EU zugelassen. Der derzeitige Einsatz dieser
Produkte in Österreich ist (abgeleitet von der Statistik der in
Verkehr gesetzten Wirkstoffmengen) relativ gering, nämlich 0,26% der
Gesamtmenge an Wirkstoffen, welche z.B. 2004 insgesamt ausgebracht
wurden. Iprodion ist ein Kontaktfungizid und kein systemisches. Das
heißt, es wird nicht über den Saftstrom in der Pflanze in die Früchte
verteilt, sondern es haftet auf der Oberfläche und dringt kaum in die
Pflanze ein. Entgegen der Behauptungen in Lamperts Buch kann ein
Waschen z.B. von Weintrauben daher sehr wohl sinnvoll sein, um
etwaige Rückstände zu minimieren. Aus Sicht der Toxizität
(Giftigkeit) gibt es nach Meinung von Experten kein nennenswertes
Problem: Iprodion wurde in die Kategorie 3 eingestuft. International
wurde die Substanz als "not relevant for riskassessment in humans"
eingestuft, was bedeutet, dass kein höherer Sicherheitsfaktor als
üblich anzuwenden ist.

In den Jahren 2002 bis September 2005 wurden in der AGES 6261
Proben auf Pestizide untersucht. Iprodion war immer im
Untersuchungsumfang enthalten. In diesen Proben wurden 258
Iprodion-Werte über der Bestimmungsgrenze gefunden, wobei jedoch in
nur 3 Proben der Höchstwert überschritten wurde. Dabei handelte es
sich einmal um Blattspinat und zweimal um Kopfsalat. Erdbeeren, wie
im ORF-Bericht suggeriert, waren unbelastet. Zwischen 2002 und
September 2005 wurde bei 351 geprobten Trauben keine einzige
Höchstwertüberschreitung festgestellt.

Hinsichtlich der Anzahl der untersuchten Produkte ist es
erforderlich nicht eine möglichst hohe Zahl, sondern die rund 100
wichtigsten Pestizide nachzuweisen. Darüber hinaus untersucht die
AGES zusätzlich noch 155 Wirkstoffe, insgesamt also 255. Dabei werden
in der AGES validierte Methoden angewandt. Die Erhöhung der Zahl der
untersuchten Pestizide erhöht nicht automatisch die
Lebensmittelsicherheit. Die AGES ist internationaler Netzwerkpartner
und Mitglied einer internationalen Online-Pestizid-Datenbank. Dorthin
melden alle Teilnehmer das untersuchte Produkt, den Rückstand und die
gefundene Konzentration. So kann regelmäßig verglichen werden, ob
sich diese 100 häufigsten Rückstände ändern und so können die
Teilnehmer ihre Untersuchungsprogramme immer wieder anpassen. Das
laufende EU-Monitoring umfasst etwa 60 Rückstände. Grundsätzlich ist
auch festzuhalten, dass - anders als von Lampert behauptet - alle
Iprodion-Grenzwerte in den USA, außer bei Knoblauch und Zwiebel,
höher sind als in der EU.

Die AGES begrüßt die im ORF-Beitrag geäußerte Meinung, wenn der
Konsument seine Lebensmittel kritisch aussucht, der Kennzeichnung
seine verstärkte Aufmerksamkeit schenkt und österreichischen
Qualitätsprodukten aus oben erwähnten Gründen den Vorzug gibt.

Rückfragehinweis:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und 
   Ernährungssicherheit GmbH
   BAES - Bundesamt für Ernährungssicherheit
   
   Unternehmenskommunikation:
   DI Oskar Wawschinek
   Spargelfeldstraße 191, A-1226 Wien
   Tel: +43 (0)50 555-25000
   E-Mail: [email protected]
   www.ages.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GEL

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