• 12.10.2005, 11:46:11
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Aspanggründe: "Gedenkstätte für den deportierten Nachbarn"

Schicker und Brandsteidl präsentierten Ergebnis des SchülerInnen-Wettbewerbs

Wien (OTS) - Vom Wiener Aspangbahnhof wurden zwischen 1939 bis
1942 beinahe 50.000 Menschen deportiert. Zur Erinnerung an diese
Menschen und ihr tragisches Schicksal soll eine Gedenkstätte auf dem
Gelände des ehemaligen Bahnhofs, der ein wichtiges
Stadtentwicklungsgebiet darstellt, errichtet werden. Die Gestaltung
dieser Gedenkstätte soll im Zuge eines offenen Wettbewerbsverfahrens
ermittelt werden. Dabei können sich nicht nur KünstlerInnen und
ArchitektInnen beteiligen, sondern es sollen auch die Vorschläge von
Kindern und Jugendlichen in die weiteren Planungen einfließen. In den
vergangenen Wochen fand daher ein Ideenwettbewerb unter Schülerinnen
und Schülern des dritten Bezirks statt, dessen Ergebnisse Mittwoch
von Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl und
Planungsstadtrat Rudi Schicker präsentiert wurden. Insgesamt wurden
112 Arbeiten eingereicht.****

Für Planungsstadtrat Schicker ist es beeindruckend und
erfreulich, dass sich die SchülerInnen so zahlreich und engagiert an
dem Projekt beteiligt und mit der Thematik auseinandergesetzt haben:
"Das Leid der Verfolgten des Nazi-Regimes darf niemals vergessen
werden. Es soll daher auch der jungen Generation die Möglichkeit
geboten werden, sich mit dem Dritten Reich zu beschäftigen und ihre
Gedanken dazu zum Ausdruck zu bringen. Durch den Neubau der S 7 ist
der ehemalige Bahnhof verschwunden, dadurch ergibt sich aber auch die
Chance für die Errichtung der Gedenkstätte aufgrund der Neuplanungen
für dieses Areal. Der SchülerInnen-Wettbewerb ist ein gelungener
Startschuss für dieses Projekt und ein wichtiger Beitrag Wiens zum
Gedenkjahr 2005."

"Dieser Ideenwettbewerb ist in jeder Hinsicht vorbildlich:
Einerseits weil er ein aktiver Beitrag zur Auseinandersetzung junger
Menschen mit unserer Geschichte und somit auch ihren dunkelsten
Seiten ist, andererseits weil er die Brücke von der Vergangenheit
über die Gegenwart bis hin in die Zukunft schlägt und Jugendlichen
die Möglichkeit gibt, in der Entwicklung 'ihrer Stadt’ aktiv
mitzubestimmen", stellte Brandsteidl hierzu fest. Wie gelungen dieser
Ideenwettbewerb sei, zeige sich auch daran, dass insgesamt über 100
SchülerInnen-Projekte eingereicht wurden.

Die Prämierung der besten Ideen erfolgte durch eine
interdisziplinär besetzte Jury. Insgesamt wurden sechs Projekte
ausgewählt, die PreisträgerInnen werden mit jeweils einer
Begleitperson zu einer Reise nach Berlin zur Besichtigung des
Holocaust-Mahnmals eingeladen.
Die Prämien gingen an:

o Michael Koladouzian, KMS Hainburger Straße Klasse 3B
o Melanie Amon, GRG 3 Hagenmüllergasse Klasse 5C
o Julia Tanzer, GRG 3 Hagenmüllergasse 3. - 5. Klasse
o Schülerin d. 6. Klasse d. BG/BRG Boerhaavegasse
o Sabrina Marin, BG/BRG Boerhaavegasse Klasse 6B
o Flora Brandstetter, BG/BRG Boerhaavegasse Klasse 6D

Alle WettbewerbsteilnehmerInnen erhalten zudem einen Buchpreis
sowie eine Urkunde. Das Wettbewerbsergebnis wird in einer Ausstellung
(1030, HTBLA Ungargasse 69, 17. Oktober - 11. November 2005) im
Bezirk präsentiert und ist auch im Internet unter
http://www.iemar.tuwien.ac.at/mais/schueler.html abrufbar.

Startschuss für KünstlerInnen-Wettbewerb

Das Areal des Wiener Aspangbahnhofes wird derzeit städtebaulich
entwickelt. Der neue Stadtteil, der hier entsteht, wird 4.000 bis
5.000 BewohnerInnen haben und Arbeitsplätze für über 8.000 Menschen
bieten. Der von der Wiener Stadtplanung auf Basis einer
städtebaulichen Studie des Londoner Stararchitekten Lord Norman
Foster entwickelte Masterplan für die Aspanggründe sieht die Anlage
eines zentralen Parkes mit ca. 26.000 m2 vor. Der Park und der
öffentliche Raum sollen demgemäß das Herz des neuen Stadtteils
darstellen. Kunst im öffentlichen Raum soll dabei Ausdruck einer
lebendigen Gesellschaft sein.

Die geplante Gedenkstätte soll im unmittelbaren Umfeld einer
neuen Schule zur Erinnerung an die in der NS-Zeit Deportierten und
Verfolgten errichtet werden. Das Mahnmal soll in dem dieser Schule
nächstgelegenen Teil der zentralen Grünfläche situiert werden. Es ist
dafür eine ca. 2000 m2 große Fläche vorgesehen.

Diese Initiative für diese Gedenkstätte wird von einem
ProponentInnenkomitee getragen, dem politische Vertreterinnen und
Vertreter des Parlaments, des Gemeinderates, des Bezirkes, von
Interessenvertretungen wie der Israelitischen Kultusgemeinde, des
Volksgruppenbeirates der Roma, fachlich unterstützt vom
Österreichischen Dokumentationsarchiv des Widerstandes und des
Nationalfonds angehören. Die Gedenkstätte soll einen Beitrag dazu
leisten das Geschehene auch den nachfolgenden Generationen zu
vermitteln. Die Initiative will mit dieser Gedenkstätte auch darauf
reagieren, dass die Zeit, in der auf unmittelbare Zeugenschaft
zurückgegriffen werden kann, zu Ende geht.

Mit der Präsentation des SchülerInnen-Wettbewerbs wurde auch der
Startschuss für den KünstlerInnen- und ArchitektInnenwettbewerb
gegeben. Dieser ist ein offenes Verfahren und lädt bildende
Künstlerinnen, ArchitektInnen und LandschaftsplanerInnen zur
Ideenfindung ein. Das Verfahren soll zu Jahresende abgeschlossen
sein. Der Jury gehören Mitglieder des Proponentenkomitees,
ExpertInnen der Architektur, Kunst und Landschaftsplanung sowie der
Künstler Franz West an. Die Ausschreibungsunterlagen werden im
Webservice der Stadt Wien (
http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/wettbewerbe/ )zur Verfügung
gestellt. (Schluss) gb

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   Gaby Berauschek
   Tel.: 4000/81 414
   mailto:[email protected]
   Medien- und Pressereferat des Stadtschulrates
   Matias Meißner
   Tel.: 525 25/77014
   mailto:[email protected]

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