- 07.10.2005, 12:23:27
- /
- OTS0160 OTW0160
Greenpeace ist schockiert über Friedensnobelpreis an IAEO
Durch IAEO haben 35 bis 40 Länder heute Atomwaffenpotenzial
Oslo/Wien. (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace ist
schockiert über die Verleihung des Friedensnobelpreises an die
Internationale Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) und an deren Direktor
Mohamed ElBaradei. Die IAEO, die ausschließlich für die Kontrolle der
Verbreitung von Atomwaffen zuständig sein sollte, ist gleichzeitig
verantwortlich für die Verbreitung von Nukleartechnologie und
spaltbarem Material, das auch zur Erzeugung von Atomwaffen verwendet
wird. Durch die weltweite Werbung der IAEO für die Nutzung der
Atomkraft haben heute 35 bis 40 Staaten die Fähigkeit, binnen weniger
Monate Kernwaffen zu bauen, wie ElBaradei kürzlich selbst eingestehen
musste. "Mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an eine solche
Organisation wird der Sinn dieses Friedensinstruments ernsthaft in
Frage gestellt", sagte der Atomexperte von Greenpeace International,
Jan van de Putte, heute kurz nach der Verleihung des Preises.
Greenpeace hofft, dass diese Verleihung an die IAEO eine weltweite
Diskussion über die Doppelrolle dieser Organisation als Atompolizei
und gleichzeitig als Werber für die Atomkraft auslösen wird. Erst
wenn dieser innere Widerspruch beendet ist, kann sich die IAEO auf
ihre eigentliche Rolle konzentrieren, die darin bestehen muss, die
Verbreitung sowohl der zivilen als auch der militärischen
Atomtechnologie zu verhindern", sagt Jan van de Putte, Atomexperte
von Greenpeace International.
Erst vor zwei Wochen protestierte Greenpeace vor der
Jahresversammlung der IAEO in Wien gegen die Organisation, die sich
seit 50 Jahren für die Verbreitung der Atomkraft eingesetzt hat, aber
gleichzeitig die Verbreitung von Atomwaffen kontrollieren soll. Auf
einem Transparent stand "IAEA = Atomkraft = Atombomben". Ein sechs
Meter großer Ballon in Form einer Atombombe schwebte während der
Versammlung vor den Augen der internationalen Tagungsteilnehmer.
Rückfragehinweis:
Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 0664-6126721.
Jan Vande Putte, Atomexperte Greenpeace International, tel. +32496161584 (engl., franz.).
Erwin Mayer, Greenpeace Atomexperte in Wien, tel. 0664-2700441 (deutsch).
Internet: www.greenpeace.at/2371.html.
Fotos von der Aktion am 26. September vor der IAEO in Wien bei Greenpeace erhältlich.
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP