Greenpeace ist schockiert über Friedensnobelpreis an IAEO

Durch IAEO haben 35 bis 40 Länder heute Atomwaffenpotenzial

Oslo/Wien. (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace ist
schockiert über die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) und an deren Direktor Mohamed ElBaradei. Die IAEO, die ausschließlich für die Kontrolle der Verbreitung von Atomwaffen zuständig sein sollte, ist gleichzeitig verantwortlich für die Verbreitung von Nukleartechnologie und spaltbarem Material, das auch zur Erzeugung von Atomwaffen verwendet wird. Durch die weltweite Werbung der IAEO für die Nutzung der Atomkraft haben heute 35 bis 40 Staaten die Fähigkeit, binnen weniger Monate Kernwaffen zu bauen, wie ElBaradei kürzlich selbst eingestehen musste. "Mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an eine solche Organisation wird der Sinn dieses Friedensinstruments ernsthaft in Frage gestellt", sagte der Atomexperte von Greenpeace International, Jan van de Putte, heute kurz nach der Verleihung des Preises.

Greenpeace hofft, dass diese Verleihung an die IAEO eine weltweite Diskussion über die Doppelrolle dieser Organisation als Atompolizei und gleichzeitig als Werber für die Atomkraft auslösen wird. Erst wenn dieser innere Widerspruch beendet ist, kann sich die IAEO auf ihre eigentliche Rolle konzentrieren, die darin bestehen muss, die Verbreitung sowohl der zivilen als auch der militärischen Atomtechnologie zu verhindern", sagt Jan van de Putte, Atomexperte von Greenpeace International.

Erst vor zwei Wochen protestierte Greenpeace vor der Jahresversammlung der IAEO in Wien gegen die Organisation, die sich seit 50 Jahren für die Verbreitung der Atomkraft eingesetzt hat, aber gleichzeitig die Verbreitung von Atomwaffen kontrollieren soll. Auf einem Transparent stand "IAEA = Atomkraft = Atombomben". Ein sechs Meter großer Ballon in Form einer Atombombe schwebte während der Versammlung vor den Augen der internationalen Tagungsteilnehmer.

Rückfragen & Kontakt:

Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 0664-6126721.
Jan Vande Putte, Atomexperte Greenpeace International, tel. +32496161584 (engl., franz.).
Erwin Mayer, Greenpeace Atomexperte in Wien, tel. 0664-2700441 (deutsch).
Internet: www.greenpeace.at/2371.html.
Fotos von der Aktion am 26. September vor der IAEO in Wien bei Greenpeace erhältlich.

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