Kanadischer Künstler Ken Lum gestaltet Westpassage am Karlsplatz

Mailath-Pokorny und Wiener Linien präsentieren den Gewinner der Ausschreibung von "Kunst im Öffentlichen Raum"

Wien (OTS) - Im Zuge zahlreicher Erneuerungsmaßnahmen auf dem Wiener Karlsplatz, der als eines der wichtigsten kulturellen Zentren der Stadt gilt, wird auch die sogenannte Westpassage zwischen dem U2 Abgang und dem künftigen Aufgang direkt zur Secession komplett neu gestaltet. Diese Passage soll ganz werbefrei bleiben und erhält als durchschreitbarer unterirdischer urbaner Ort eine durchgängige Kunstinstallation. Im Rahmen von Kunst im öffentlichen Raum Wien wurde daher ein großer internationaler Wettbewerb ausgeschrieben, zu dem acht renommierte KünstlerInnen und ein Künstlerduo eingeladen waren.

Umgesetzt wird nun nach Entscheidung der Jury das Projekt Pi des kanadischen Künstlers Ken Lum. Es bezieht sich nicht nur auf die Zahl Pi selbst, die als universelles Symbol für Geschichte und Kultur gilt. Ken Lums Kunstinstallation vermittelt auch eine globale Wahrnehmungsweise Lum verwandelt die Karlsplatz-Westpassage in einen begehbaren Newsroom, in den von außen stets neues Informationsmaterial eingespielt wird und von den Vorübergehenden leicht erfasst werden kann.

Die Darstellung im Format der sonst für Werbezwecke üblichen Vitrinen erfolgt über kurze Überschriften bzw. Headlines verbunden mit statistischen Zahlenmaterial, das über numerische Netzwerke eingespielt wird. Vermittelt werden können sowohl sogenannte hard facts wie beispielsweise die "Höhe der Weltschulden in US-Dollar" gerechnet wie auch ironisch gemeintes Informationsmaterial aus dem etwa der Schnitzelkonsum der Wienerinnen und Wiener hervorgeht.

Ken Lum, der als Sohn chinesischer Einwanderer in Vancouver aufgewachsen ist und seit mehr als 25 Jahren im internationalen Kunstbetrieb eine markante Position einnimmt, setzt damit seine künstlerische Arbeit, in die er immer wieder Texte integriert, fort. Im Zusammenhang von "Kunst im öffentlich Raum" im Bereich von U-Bahnen gilt sein Konzept als bisher einzigartig. Seine Medieninstallation für eine Passage an einem zentralen Kulturort Wiens verweist auch auf Lebenszusammenhänge über den unterirdischen Fußgängerweg unter dem Karlsplatz hinaus und bringt Lums Sensibilität für gesellschaftliche Zusammenhänge zum Ausdruck.

Mit Projekten wie diesem "zeigen die Wiener Linien, dass sie ihr Publikum nicht nur zur Kunst bringen, sondern auch die Kunst zum Publikum", kommentiert der Vorsitzende der Geschäftsführung des Verkehrsunternehmens Günter Steinbauer die Umsetzung dieses neuen Kunstprojekts. "Nicht zuletzt erhielten die Wiener Linien mit dem von der IG-Galerien gestifteten Preis Kunstmediator 2004 eine Anerkennung für ihr Engagement zur Integration von aktueller Bildender Kunst in den städtischen Lebensraum. Frequentierte Bereiche des öffentlichen Verkehrs sind geradezu prädestiniert dafür, zeitgemäße Kunstformen zu präsentieren."

Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny sieht in der Neugestaltung der Karlsplatz-Westpassage durch den gesellschaftspolitisch sehr wachen Künstler Ken Lum eine weiteren Schritt zur Stärkung der Identität des Kunstplatz Karlsplatz. "Dieser definiert sich durch einen Cluster großer Institutionen mit einer Strahlkraft, die weit über Wien hinausreicht. Dabei denke man nur an die Secession, an den Musikverein oder das Künstlerhaus. Das Wien Museum wurde erfolgreich neupositioniert, und derzeit laufen zahlreiche Maßnahmen zur Erneuerung des Platzes selbst."

Die Umsetzung des Kunstprojektes Pi von Ken Lum beginnt sofort. In diesen Tagen finden bereits die ersten Planungsgespräche statt. Roland Schöny, Projektkurator von Kunst im öffentlichen Raum Wien konstatiert, dass die Möglichkeit der raschen und professionellen Realisierung, als Ergebnis dieses Wettbewerbs zu sehen sei. "Alle eingereichten Konzepte hatten ein äußerst hohes Niveau und waren genau vorbereitet".

o Weitere Informationen zum Projekt unter:
http://www.publicartvienna.at/

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