Franz Morak: Gugginger Künstler - wichtiger Beitrag zur internationalen zeitgenössischen Kunstszene

Ausstellung im Sigmund Freud Museum "Meisterwerke aus Gugging" eröffnet

Wien (OTS) - "Die Gugginger Künstler gehören heute auf ihre Art zu unserem Beitrag zur internationalen zeitgenössischen Kunst. Primarius Leo Navratil hat mit seinem Engagement maßgeblich dazu beigetragen, die Verstrickungen zwischen Psychiatrie und Kunst aufzulösen", so Kunststaatssekretär Franz Morak, gestern Abend, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Meisterwerke aus Gugging" im Sigmund Freud Museum in Wien.

Der Gugginger Psychiater habe erkannt, "dass die Zeichnungen seiner Patienten auch einen künstlerischen Eigenwert haben. Seine Arbeit, die Analyse der Werke der Künstler und seine darüber verfassten Bücher wären am besten durch das Wort der Gleichberechtigung zu charakterisieren. Im Alltag mag ein Mensch gehandicapt sein, aber das diskreditiert ihn nicht in seinen künstlerischen Ausdrucksformen und als Kreativen", so Morak, der darauf verwies, dass Galeristen wie Otto Mauer diese Kunst eben als gleichberechtigt ausgestellt und gesammelt und auch Arnulf Rainer, Gerhard Roth und André Heller sich ebenfalls diesem Thema gewidmet haben. "So ist allmählich vom Haus der Künstler in Gugging ein wichtiger Impuls ausgegangen. Nicht nur heimische, sondern auch internationale Museen und Sammler haben sich für die Arbeiten der Vertreter der so genannten "Art Brut" interessiert", betonte der Staatssekretär.

"Ich danke dem Freud Museum für die Initiative, Werke der Gugginger Künstler zu zeigen. Zweifellos besteht ein enger Zusammenhang zwischen den bahnbrechenden Errungenschaften der Psychoanalyse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und der schöpferischen Tätigkeit von Menschen, die mit dem Etikett der "Geisteskrankheit" abgestempelt waren. Die Geschichte der Verwandlung diskreditierter Außenseiter in Weltkünstler ist eine außerordentliche Entwicklung, die in dieser Ausstellung einmal mehr eindrucksvoll gezeigt wird", so der Staatssekretär abschließend.

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