- 06.10.2005, 10:00:39
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3.800 KLEINKINDER MIT VERBRENNUNGEN UND VERBRÜHUNGEN
Verbrennungen und Verbrühungen brachten im Jahr 2004 rund 8.700 Menschen von zu Hause ins Krankenhaus. Vor allem Kleinkinder waren betroffen.
Wien (OTS) - Der Griff auf die Herdplatte oder ins kochend heiße
Wasser ist schmerzhaft und gefährlich. Vor allem Kleinkinder erleiden
bei Verbrennungen und Verbrühungen oft schwere Verletzungen.
"Insgesamt verbrühten oder verbrannten sich im Jahr 2004 etwa 8.700
Menschen in den eigenen vier Wänden und mussten danach im Spital
behandelt werden", weiß Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts
Sicher Leben. "44 Prozent davon waren Kinder unter fünf Jahren. Dabei
sind die meisten Verletzungen durch einfache Maßnahmen wie
Herdschutzgitter in der Küche oder Temperaturbegrenzer im Bad
vermeidbar!"
Täglich verbrennen oder verbrühen sich 10 Kleinkinder
Kleinkinder unter fünf Jahren machen nur fünf Prozent der Bevölkerung
aus - waren im Vorjahr aber 44 Prozent der Verbrennungs- und
Verbrühungsopfer zu Hause (3.800 Kleinkinder). Ist ein großer Teil
der Körperoberfläche betroffen, können die Verletzungen für die
Kleinen sogar lebensbedrohlich sein. Die häufigsten verletzten
Körperteile waren Hände und Arme (70%) sowie Füße und Beine (13%).
Herdschutzgitter verhindern verbrannte Finger
Besonders viele Verbrennungsunfälle (68%) passierten in der Küche -
und auch da vor allem den Kleinsten: 2.600 Kinder unter fünf Jahren
erlitten Verbrühungs- und Verbrennungswunden allein in der Küche. Die
Folgen ihres kindlichen Entdeckungsdrangs waren oft verbrannte Finger
oder mit heißem Wasser verbrühte Körperteile. Dabei kann durch
einfache Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden. "Herdschutzgitter
verhindern den schmerzhaften Griff auf die Herdplatte. Daher sollten
Schutzgitter mit neuen Herden vorschriftsmäßig mitgeliefert werden",
fordert Kisser. Besondere Vorsicht ist überdies bei Wasserkochern
geboten, denn die Gefahr, dass Kinder am Kabel ziehen, ist groß.
Äußerst ratsam ist außerdem, Kochtöpfe nie unbeaufsichtigt zu lassen
und Stiele für Kinder immer unerreichbar nach hinten zu drehen.
Temperaturbegrenzer gegen Verbrühungen im Badezimmer
Im Badezimmer verbrühten sich letztes Jahr rund 200 Kinder unter fünf
Jahren. Das Wasser kann bis zu 80 Grad Celsius heiß werden. Ab 40
Grad wird es für Erwachsene schmerzhaft. Bei 50 Grad trägt die
empfindliche Haut von Kleinkindern bereits Blasen davon. Besonders
gefährlich sind Einhandmischer, da sie auch von Kleinkindern einfach
zu betätigen sind. Sicherheit hingegen bieten Temperaturbegrenzer und
sollten daher in Haushalten mit Kleinkindern nicht fehlen. Denn sie
verhindern, dass das Wasser eine bestimmte Temperatur übersteigt -
und damit die Gefahr von Verbrühungen. Maximal 37 Grad Celsius sollte
das Wasser heiß werden können. "Temperaturbegrenzer sollten
verpflichtend und automatisch in alle Neubauten eingebaut werden. Das
sollte in den Bauordnungen geregelt sein", appelliert Kisser. "Denn
diese einfache Sicherheitsmaßnahme kommt nicht nur Kindern, sondern
darüber hinaus auch älteren und körperlich behinderten Menschen
zugute."
Tischtücher als Gefahrenquellen
Sind kleine Kinder in der Nähe, heißt es bei heißen Flüssigkeiten wie
Tee, Kaffee oder Suppe generell aufpassen. Tischtücher sind für
Haushalte mit Kleinkindern nicht empfehlenswert: Kleinkinder ziehen
gern daran und da kann es leicht passieren, dass sie sich
beispielsweise mit heißem Tee verbrühen.
Erste Hilfe im Notfall
Im Falle einer Verbrennung oder einer Verbrühung: Die betroffene
Körperstelle so schnell wie möglich etwa 15 bis 20 Minuten lang unter
kühles Wasser halten. Das verhindert eine weitere Schädigung des
Gewebes. Auf keinen Fall Eiswürfel verwenden, da es dadurch zu
Unterkühlung und Gewebeschädigung kommen kann.
"Verbrühungen und Verbrennungen bedürfen oft einer komplizierten,
schmerzhaften und langwierigen Behandlung. Viele Unfälle wären durch
einfache Sicherheitsmaßnahmen wie Herdschutzgitter in der Küche und
Temperaturbegrenzer im Bad vermeidbar. Deshalb ist es höchste Zeit
die notwendigen Schritte zu setzen", verlangt Kisser.
Wien, am 06. Oktober 2005
Rückfragehinweis:
Mag. Katharina Kaschel
Institut Sicher Leben, Marketing und Kommunikation
Tel.: 01-717 70 373
E-mail: [email protected]
www.sicherleben.at
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