• 06.10.2005, 09:34:32
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Es geht weiter: AKNÖ ließ Werbeveranstaltung in Amstetten platzen

Wieder hatten die Veranstalter keine Gewerbeberechtigung

Wien (AKNÖ) - Nach einer erfolgreichen Aktion in Mödling in der
Vorwoche haben Konsumentenberater der NÖ Arbeiterkammer gemeinsam mit
Bezirkshauptmannschaft (BH) und Polizei neuerlich eine Werbefahrt
platzen lassen: Keine einzige Bestellung konnten die Veranstalter bei
der illegalen Verkaufsveranstaltung im Bezirk Amstetten lukrieren.
Und wieder hatten die Präsentatoren keine Gewerbeberechtigung.

Zur "Großen Jubiläumsverlosung" ins Mostviertel lud das
"Gewinnvergabe-Komitee" einer Firma mit Postfach in Deutschland. Als
Preise wurden etwa ein Edelstahl-Topfset, ein Armbanduhrenset sowie
ein Staubsauger, die angeblich viel Geld wert sind, angekündigt. Zwei
Konsumentenberater der NÖ Arbeiterkammer haben an der "Gewinnvergabe"
verdeckt teilgenommen.

Information ist verboten

Zwischen Leobersdorf und Wr. Neudorf wurden die Gäste eingesammelt.
Obwohl es in der Einladung hieß, der Fahrpreis betrage "0 Euro",
musste jeder, der in den Bus stieg, dem Chauffeur eine so genannte
"Buchungsgebühr" von 5 Euro bezahlen. Belege dafür gab es freilich
nicht. Ziel der Reise war ein Gasthaus in Aschbach-Markt. Beim
Aussteigen wurden alle Informationen zur Veranstaltung - auch die
Einladung, auf der es hieß, dass die Busfahrt gratis sei -
einkassiert. Somit kann keiner der Teilnehmer belegen, wohin die
Reise gegangen ist und dass es sehr wohl etwas gekostet hat.

Keine Genehmigung

Im Gasthaus folgte dann eine Warenpräsentation. Vorgeführt wurden
Unterbetten, Bestecksets und Kochgeschirr. "Aus der Erfahrung wissen
wir, dass auf Werbefahrten stets versucht wird, die Teilnehmer zur
Bestellung von überteuerten Produkten zu überreden. Doch deren
Verkauf sowie die Entgegennahme von Bestellungen ist in einem
Gasthaus illegal", erklärt AKNÖ-Konsumentenschützer Ing. Werner
Krisch. In Aschbach-Markt kam es aber erst gar nicht so weit: Noch
bevor erste Bestellungen unterschrieben waren, schritten BH und
Polizei ein und lösten die Veranstaltung auf. Dabei stellte sich auch
heraus, dass der Präsentator gar nicht über die erforderlichen
Papiere für eine Warenpräsentation verfügte.

Pensionisten werden abkassiert

Seit langem warnt die AKNÖ vor den Schmähs der
Werbefahrten-Veranstalter. "Wir sind sehr froh, dass uns die Behörde
tatkräftig unterstützt. Wirklich dreist ist, dass die Veranstalter
ältere Damen und Herren, die aus den vier Wänden einmal raus wollen
und sich auf so einen Ausflug freuen, derart abkassieren", meint
Konsumentenschützerin Christa Hörmann. Aber zumindest einen kleinen
Trost gab es: Die "Preise" - unter anderem billige Kaffeetassen und
ebenso billige Uhren - durften die Teilnehmer mit nach Hause nehmen.

Rückfragehinweis:
AKNÖ Konsumentenberatung
Christa Hörmann
Tel.: 01 58883-1315
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at

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