• 03.10.2005, 12:42:25
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  • OTS0144 OTW0144

Wiener Gemeinderat: Vier-Parteien-Antrag mit Maßnahmenpaket zur Gewaltprävention an Wiener Schulen

Wien (SPW-K) - Im Rahmen des heutigen Gemeinderates wurde auf
Initiative der SPÖ von vier Wiener Gemeinderatsfraktionen mit
Ausnahme der FPÖ ein gemeinsamer Antrag betreffend Maßnahmen zur
Gewaltprävention an Wiener Schulen eingebracht und soll von allen
Fraktionen gemeinsam beschlossen werden. Im Mittelpunkt stehen sieben
Maßnahmen, darunter eine eigene Schulcharta gegen Gewalt, eine
Beratungsbroschüre für Lehrer, Eltern und Schüler, Hilfe vor Ort,
flächendeckende Sprechstunden von Schulpsychologen, periodisch
wiederkehrender Jour Fixe der Inspektionskommandanten, die Prüfung
von Präventiv-Modellen aus Europa, ein Aktionspaket "Sag NEIN zur
Gewalt und die Stärkung von Mädchen im Umgang mit Gewalt.

"Tage nach dem schrecklichen Vorfall an einer Wiener
Polytechnischen Schule, bei dem ein Schüler zu Tode kam, beschäftigt
die Diskussion über Ursachen und Strategien zur Verhinderung von
Gewalt an Schulen die Öffentlichkeit", heißt es in dem Antragstext.
"Wobei Gewalt v. a. ein gesellschaftliches Problem darstellt und
nicht nur als schulische Aufgabe gesehen werden kann. Die
Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen ist statistisch gesehen nicht
gestiegen, jedoch hat sich die Art und Weise der Konfliktaustragung
verschärft."

"Da Prävention eine der richtigen Antworten auf dieses
gesellschaftliche Problem ist, hat es einen vom Stadtschulrat von
Wien initiierten runden Tisch gegeben bei dem Lehrer- und
ElternvertreterInnen zusammen mit Fachleuten die Situation
analysierten", betont SP-Bildungssprecher Heinz Vettermann. "Sie
stellten fest, dass Schule nicht der Ort ist, in dem primär Gewalt
entsteht sondern die Schule muss mit Menschen umgehen, die
gewaltbereit sind."

Konkret heißt es in dem Antrag: "Der Wiener Gemeinderat
unterstützt die von diesem runden Tisch ausgearbeiteten sieben
Maßnahmen zur Gewaltprävention an Wiener Schulen und ersucht die
zuständige Stelle alles in seinem Wirkungsbereich zu unternehmen, um
die nachfolgend angeführten Punkte zu realisieren."

Die im Antrag angeführten sieben Maßnahmen zur Gewaltprävention an
Wiener Schulen sind:

1. Schul-Charta gegen Gewalt:
Wiener Schüler geben sich gemeinsam ein Bekenntnis gegen Gewalt (mit
Unterschriftenliste in jeder Schule und Klasse). Organisation:
Autonom an den Wiener Schulen, aber auf Basis eines "zentralen
Textentwurfs".
2. Service gegen Gewalt:
Beratungsbroschüre für Lehrer, Eltern und Schüler, die Informationen
über Hilfe gibt und das breite Gesamtprogramm an Unterstützung in
Wien überschaubar präsentiert. Information über Rechtsfolgen
(Schwerpunkt: Zielgruppe der 10- bis 14-jährigen) - ausgehend von der
Datenbasis der Wiener Polizei und in Kooperation mit dieser.
3. Hilfe vor Ort:
a. Flächendeckende Sprechstunde von Schulpsychologen für alle
Schularten. Aushang zur Information über Zeit und Ort in allen
Schulen auf den öffentlichen Schautafeln.
b. Periodisch wiederkehrender Jour Fixe der Inspektionskommandanten
und Stadtpolizeikommandanten mit der Schulaufsicht und
Schuldirektoren.
4. Kommunikation gegen Gewalt:
Psychosoziale Bezirkskommissionen - Regelmäßige Tagung von Praktikern
vor Ort, im Bezirk unter Mitwirkung aller beteiligten Organisationen.
Gesamtkoordination durch eine überregionale Expertenrunde, die
weitere Maßnahmen diskutiert und vorschlägt.
5. Blickpunkt Europa:
Präventiv-Modelle aus Europa werden geprüft und präsentiert. Auf
Basis der Erfahrungen mit Gewaltpräventions-Modellen in anderen
europäischen Ländern (z. B. Norwegen) sollen zusätzliche geeignete
Maßnahmen zur Gewaltpräventionsarbeit an Wiener Schulen erarbeitet
werden.
6.Aktionspaket "Sag NEIN zur Gewalt":
Lehrer bilden sich (in Kooperation auch mit Institutionen der
außerschulischen Jugendarbeit) fort, um mit dem Thema im
Unterrichtsalltag und in Projekten verantwortungsvoll umzugehen.
7.Mädchen stärken im Umgang mit Gewalt:
Geschlechtssensible Arbeit in der Schule. Ein Leitfaden für
LehrerInnen. (Schluss)

Rückfragehinweis:
SPÖ Klub Rathaus, Presse
Mag. Michaela Zlamal
Tel.: (01) 4000-81930
Mobil: 0664 826 84 31
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS1

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