Wiener Gemeinderat: Vier-Parteien-Antrag mit Maßnahmenpaket zur Gewaltprävention an Wiener Schulen

Wien (SPW-K) - Im Rahmen des heutigen Gemeinderates wurde auf Initiative der SPÖ von vier Wiener Gemeinderatsfraktionen mit Ausnahme der FPÖ ein gemeinsamer Antrag betreffend Maßnahmen zur Gewaltprävention an Wiener Schulen eingebracht und soll von allen Fraktionen gemeinsam beschlossen werden. Im Mittelpunkt stehen sieben Maßnahmen, darunter eine eigene Schulcharta gegen Gewalt, eine Beratungsbroschüre für Lehrer, Eltern und Schüler, Hilfe vor Ort, flächendeckende Sprechstunden von Schulpsychologen, periodisch wiederkehrender Jour Fixe der Inspektionskommandanten, die Prüfung von Präventiv-Modellen aus Europa, ein Aktionspaket "Sag NEIN zur Gewalt und die Stärkung von Mädchen im Umgang mit Gewalt.

"Tage nach dem schrecklichen Vorfall an einer Wiener Polytechnischen Schule, bei dem ein Schüler zu Tode kam, beschäftigt die Diskussion über Ursachen und Strategien zur Verhinderung von Gewalt an Schulen die Öffentlichkeit", heißt es in dem Antragstext. "Wobei Gewalt v. a. ein gesellschaftliches Problem darstellt und nicht nur als schulische Aufgabe gesehen werden kann. Die Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen ist statistisch gesehen nicht gestiegen, jedoch hat sich die Art und Weise der Konfliktaustragung verschärft."

"Da Prävention eine der richtigen Antworten auf dieses gesellschaftliche Problem ist, hat es einen vom Stadtschulrat von Wien initiierten runden Tisch gegeben bei dem Lehrer- und ElternvertreterInnen zusammen mit Fachleuten die Situation analysierten", betont SP-Bildungssprecher Heinz Vettermann. "Sie stellten fest, dass Schule nicht der Ort ist, in dem primär Gewalt entsteht sondern die Schule muss mit Menschen umgehen, die gewaltbereit sind."

Konkret heißt es in dem Antrag: "Der Wiener Gemeinderat unterstützt die von diesem runden Tisch ausgearbeiteten sieben Maßnahmen zur Gewaltprävention an Wiener Schulen und ersucht die zuständige Stelle alles in seinem Wirkungsbereich zu unternehmen, um die nachfolgend angeführten Punkte zu realisieren."

Die im Antrag angeführten sieben Maßnahmen zur Gewaltprävention an Wiener Schulen sind:

1. Schul-Charta gegen Gewalt:
Wiener Schüler geben sich gemeinsam ein Bekenntnis gegen Gewalt (mit Unterschriftenliste in jeder Schule und Klasse). Organisation:
Autonom an den Wiener Schulen, aber auf Basis eines "zentralen Textentwurfs".
2. Service gegen Gewalt:
Beratungsbroschüre für Lehrer, Eltern und Schüler, die Informationen über Hilfe gibt und das breite Gesamtprogramm an Unterstützung in Wien überschaubar präsentiert. Information über Rechtsfolgen (Schwerpunkt: Zielgruppe der 10- bis 14-jährigen) - ausgehend von der Datenbasis der Wiener Polizei und in Kooperation mit dieser.
3. Hilfe vor Ort:
a. Flächendeckende Sprechstunde von Schulpsychologen für alle Schularten. Aushang zur Information über Zeit und Ort in allen Schulen auf den öffentlichen Schautafeln.
b. Periodisch wiederkehrender Jour Fixe der Inspektionskommandanten und Stadtpolizeikommandanten mit der Schulaufsicht und Schuldirektoren.
4. Kommunikation gegen Gewalt:
Psychosoziale Bezirkskommissionen - Regelmäßige Tagung von Praktikern vor Ort, im Bezirk unter Mitwirkung aller beteiligten Organisationen. Gesamtkoordination durch eine überregionale Expertenrunde, die weitere Maßnahmen diskutiert und vorschlägt.
5. Blickpunkt Europa:
Präventiv-Modelle aus Europa werden geprüft und präsentiert. Auf Basis der Erfahrungen mit Gewaltpräventions-Modellen in anderen europäischen Ländern (z. B. Norwegen) sollen zusätzliche geeignete Maßnahmen zur Gewaltpräventionsarbeit an Wiener Schulen erarbeitet werden.
6.Aktionspaket "Sag NEIN zur Gewalt":
Lehrer bilden sich (in Kooperation auch mit Institutionen der außerschulischen Jugendarbeit) fort, um mit dem Thema im Unterrichtsalltag und in Projekten verantwortungsvoll umzugehen. 7.Mädchen stärken im Umgang mit Gewalt:
Geschlechtssensible Arbeit in der Schule. Ein Leitfaden für LehrerInnen. (Schluss)

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