PRÖLL: NACHHALTIGE ENERGIEWIRTSCHAFT IST DAS GEBOT DER STUNDE

Tagung "Energiezukunft Österreich" in der Wiener Nationalbibliothek

Wien (OTS) - In den letzten 100 Jahren ist in Österreich die Durchschnitsstemperatur drei Mal so stark wie im globalen Mittel gestiegen. Damit einhergegangen sind Dürre, Hochwasser und Gletschschmelze. Allein der Sommer 2003 hat die Landwirtschaft in der Europäischen Union zehn Milliarden Euro gekostet. Die volkswirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen sind in den letzten Jahren auf deutlich über 600 Milliarden US-Dollar weltweit gestiegen. Gleichzeitig wächst der Energiebedarf, der derzeit zu 90 Prozent durch fossilie Energieträger abgedeckt ist. "Unsere Ressourcen sind beschränkt. Das Gebot der Stunde lautet daher 'nachhaltige Energiewirtschaft'. Das heißt: Verringerung des Energiebedarfs durch Steigerung der Effizienz und des Anteils der Erneuerbaren Energieträger. Gleichzeitig gilt es, Impulse bei Forschung und Entwicklung zu setzen und innovativen Technologien die Chancengleichheit auf den Märkten zu sichern", sagte Umweltminister Josef Pröll heute, Montag, anlässlich der Eröffnung der von Umweltdachverband und Lebensministerium veranstalteten Tagung "Energiezukunft Österreich" in der Wiener Nationalbibliothek. ****

Seit 1990 hat der Anteil der Erneuerbaren Energien um ein Drittel zugenommen. Im EU-Vergleich liegt Österreich beim Einsatz der Erneuerbaren Energien und bei der Stromerzeugung aus Erneuerbaren im Spitzenfeld. Der stetig steigende Gesamtenergieverbrauch relativiert allerdings die positive Bilanz. Dazu trägt zu einem guten Teil auch der Straßenverkehr, der in den letzten zehn Jahren um 70 Prozent zugenommen hat, bei. Damit ist der Straßenverkehr der größte Einzelverursacher von Treibhausgasen. "Diesen Herausforderungen müssen wir uns stellen. Die Ziele der österreichischen Energie- und Klimaschutzpolitik müssen lauten: die Optimierung des Ökostrom-Systems, der Bau von hocheffizienten Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen und die Nutzung bereits vorhandener Abwärmepotenziale. Wichtige Aspekte sind auch die Forcierung von Fernwärme, die Weiterentwicklung der Biogaserzeugung und die Einspeisung von Biogas in Erdgasnetz. Beim Sorgenkind Verkehr müssen wir verstärkt auf alternative Treibstoffe und umweltfreundliche Mobilitätskonzepte setzen", so Pröll weiter.

Die Nationale Energieeffizienzoffensive sieht mehrere Maßnahmen vor:

  • eine ambitionierte Umsetzung der EU- Richtlinie zur Gesamteffizien von Gebäuden mit der verpflichtenden Einführung eines Energieausweises, der regelmäßige Überprüfung von Heizungsanlagen und vor allem energetischen Standards für Neubauten und teilweise auch für die Sanierungen von Gebäuden
  • die Endenergieeffizienz-Richtlinie, die derzeit noch in Verhandlung ist. Der verstärkte Einsatz von effizienten Elektrogeräten
  • die Entwicklung emissionsarmer und emissionsfreier Fahrzeugtechnologien
  • Mobilitätsmanagement sowie
  • Bewusstseinsbildung durch Initiativen wie den Spritsparwettbewerb.

"Wir müssen heute die Weichen stellen, um ein lebenswertes Morgen und Übermorgen zu gewährleisten. Dabei zahlt es sich aus, auf Erneuerbare Energien zu setzen - die heimische Wertschöpfung in diesem Sektor beträgt bereits über eine Milliarde Euro pro Jahr. Rund 17.000 Beschäftigte gehen auf die Aktivitäten im Bereich der Erneuerbaren Energieträger zurück. Und auch im Export ist klimaschonende Technologie aus Österreich extrem erfolgreich", betonte Umweltminister Josef Pröll abschließend.

Details zur Tagung "Energiezukunft Österreich" finden Sie auf www.umweltdachverband.at

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