- 03.10.2005, 10:22:54
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PRÖLL: NACHHALTIGE ENERGIEWIRTSCHAFT IST DAS GEBOT DER STUNDE
Tagung "Energiezukunft Österreich" in der Wiener Nationalbibliothek
Wien (OTS) - In den letzten 100 Jahren ist in Österreich die
Durchschnitsstemperatur drei Mal so stark wie im globalen Mittel
gestiegen. Damit einhergegangen sind Dürre, Hochwasser und
Gletschschmelze. Allein der Sommer 2003 hat die Landwirtschaft in der
Europäischen Union zehn Milliarden Euro gekostet. Die
volkswirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen sind in den
letzten Jahren auf deutlich über 600 Milliarden US-Dollar weltweit
gestiegen. Gleichzeitig wächst der Energiebedarf, der derzeit zu 90
Prozent durch fossilie Energieträger abgedeckt ist. "Unsere
Ressourcen sind beschränkt. Das Gebot der Stunde lautet daher
'nachhaltige Energiewirtschaft'. Das heißt: Verringerung des
Energiebedarfs durch Steigerung der Effizienz und des Anteils der
Erneuerbaren Energieträger. Gleichzeitig gilt es, Impulse bei
Forschung und Entwicklung zu setzen und innovativen Technologien die
Chancengleichheit auf den Märkten zu sichern", sagte Umweltminister
Josef Pröll heute, Montag, anlässlich der Eröffnung der von
Umweltdachverband und Lebensministerium veranstalteten Tagung
"Energiezukunft Österreich" in der Wiener Nationalbibliothek. ****
Seit 1990 hat der Anteil der Erneuerbaren Energien um ein Drittel
zugenommen. Im EU-Vergleich liegt Österreich beim Einsatz der
Erneuerbaren Energien und bei der Stromerzeugung aus Erneuerbaren im
Spitzenfeld. Der stetig steigende Gesamtenergieverbrauch relativiert
allerdings die positive Bilanz. Dazu trägt zu einem guten Teil auch
der Straßenverkehr, der in den letzten zehn Jahren um 70 Prozent
zugenommen hat, bei. Damit ist der Straßenverkehr der größte
Einzelverursacher von Treibhausgasen. "Diesen Herausforderungen
müssen wir uns stellen. Die Ziele der österreichischen Energie- und
Klimaschutzpolitik müssen lauten: die Optimierung des
Ökostrom-Systems, der Bau von hocheffizienten
Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen und die Nutzung bereits vorhandener
Abwärmepotenziale. Wichtige Aspekte sind auch die Forcierung von
Fernwärme, die Weiterentwicklung der Biogaserzeugung und die
Einspeisung von Biogas in Erdgasnetz. Beim Sorgenkind Verkehr müssen
wir verstärkt auf alternative Treibstoffe und umweltfreundliche
Mobilitätskonzepte setzen", so Pröll weiter.
Die Nationale Energieeffizienzoffensive sieht mehrere Maßnahmen
vor:
- eine ambitionierte Umsetzung der EU- Richtlinie zur Gesamteffizien
von Gebäuden mit der verpflichtenden Einführung eines
Energieausweises, der regelmäßige Überprüfung von Heizungsanlagen und
vor allem energetischen Standards für Neubauten und teilweise auch
für die Sanierungen von Gebäuden
- die Endenergieeffizienz-Richtlinie, die derzeit noch in Verhandlung
ist. Der verstärkte Einsatz von effizienten Elektrogeräten
- die Entwicklung emissionsarmer und emissionsfreier
Fahrzeugtechnologien
- Mobilitätsmanagement sowie
- Bewusstseinsbildung durch Initiativen wie den Spritsparwettbewerb.
"Wir müssen heute die Weichen stellen, um ein lebenswertes Morgen
und Übermorgen zu gewährleisten. Dabei zahlt es sich aus, auf
Erneuerbare Energien zu setzen - die heimische Wertschöpfung in
diesem Sektor beträgt bereits über eine Milliarde Euro pro Jahr. Rund
17.000 Beschäftigte gehen auf die Aktivitäten im Bereich der
Erneuerbaren Energieträger zurück. Und auch im Export ist
klimaschonende Technologie aus Österreich extrem erfolgreich",
betonte Umweltminister Josef Pröll abschließend.
Details zur Tagung "Energiezukunft Österreich" finden Sie auf
www.umweltdachverband.at
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823
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