- 28.09.2005, 13:27:26
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ÖZIV: Quo vadis Österreich?
ÖZIV total erstaunt über Mangel an politischem Feingefühl
Wien (OTS) - "Am meisten ärgert mich, dass ich soviel Zeit für
diverse Verhandlungen in diesem Zusammenhang geopfert habe", äußert
sich Dr. Klaus Voget, Präsident des ÖZIV, zu den neuesten
Entwicklungen im Zusammenhang mit der Schwerarbeiterregelung.
Ergebnis der Verhandlungen war, dass Menschen mit Behinderung ab
der Pflegestufe 3 zu den Schwerarbeitern zählen. Um allerdings in den
Genuss des Pensionsantritts mit 60 Jahren zu kommen, müssen sie - wie
auch andere Schwerarbeiter - 45 Arbeitsjahre nachweisen können.
"Eigentlich fällt mir in meinem ganzen Umfeld kein behinderter Mensch
ein, der von diesem Vorteil profitieren könnte", so Voget weiter.
Aufgrund ihrer Biografien, die behinderungsbedingt häufig lange
Abwesenheitszeiten vom Arbeitsmarkt aufweisen, ist das Ansammeln von
45 Arbeitsjahren für Menschen mit Behinderung fast unmöglich.
Das "Zugeständnis" der Regierung, diesen Personenkreis zu den
Schwerarbeitern zu zählen, ist also eher eine symbolische Geste denn
ein wirkliches Zugeständnis. Dass dieses nun einmal mehr dem Rotstift
des Finanzministers zum Opfer gefallen ist, kann schon fast als
politische Dummheit bezeichnet werden. Oder auch als Beweis dafür,
dass diese Regierung - trotz anderslautender Lippenbekenntnisse -
keinerlei Interesse an der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen
mit Behinderung in dieser Gesellschaft hat. Dann könnte diese
Maßnahme als zynisch bezeichnet werden.
"Es ist zu befürchten, dass es eine Mischung aus beidem ist", so
Voget abschließend.
Rückfragehinweis:
ÖZIV - Österreichischer Zivil-Invalidenverband
Hedi Schnitzer - Geschäftsführerin
mailto:[email protected] oder Tel.: 01/513 15 35/213
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