e-card: "Zentrale Strukturen extrem fehleranfällig"

ÖMS-Präsident warnt vor fatalen Folgen für die österreichischen Patienten.

Wien (OTS) - "Leider bestätigen die beiden Totalabstürze bei der e-card unsere schlimmsten Befürchtungen", erklärt Klaus Propst, Präsident des österreichischen Verbands medizinischer Softwarehersteller ÖMS. "Es ist eine Tatsache, dass zentrale Strukturen wie der Peering Point extrem fehleranfällig sind. Wenn alle Daten über einen zentralen Knoten laufen, dann führt schon das geringste Problem gleich zum Ausfall der Rechenzentren und damit zum Totalabsturz des gesamten Systems. Eines ist damit klar: Das Märchen vom sicheren Peering Point hat damit endgültig ausgedient."

Demnächst, glaubt Propst, könnte jedoch alles noch viel schlimmer kommen. Nämlich dann, wenn wie geplant ein Großteil der medizinischen Daten zentral über den Peering Point läuft. "Man stelle sich nur vor, wenn plötzlich in ganz Österreich mit einem Schlag keine Befunde mehr abrufbar sind. Oder wenn die Patienten keine Medikamente bekommen, weil das elektronische Rezept gerade nicht funktioniert. Die Folgen für die österreichischen Patienten wären fatal, nicht auszudenken, was alles passieren kann", warnt der ÖMS-Präsident und appelliert nochmals an Hauptverband und Ärztekammer: "Die Verantwortlichen sollten nochmals überdenken, ob sie das alles wirklich so wollen und ob nicht dezentrale Strukturen besser und sicherer wären. Denn ich bin überzeugt: Das alles ist erst der Anfang einer Pannenserie."

Unter den beiden Totalabstürzen der e-card würden übrigens nicht nur die Ärzte, sondern auch die medizinischen Softwarefirmen leiden, betont Propst. Denn auch sie haben höhere Kosten durch einen gestiegenen administrativen Aufwand zu tragen. "Wenn etwas mit der e-card nicht klappt, rufen Tausende empörte Ärzte als erstes ihren Softwareanbieter an - und nicht den verantwortlichen Hauptverband", stellt der ÖMS-Präsident fest. "Wir bekommen den Frust der Ärzte mit der e-card immer als erste hautnah zu spüren und können die Lawine empörter Beschwerdeführer kaum noch bewältigen." Grundsätzlich, so Klaus Propst, seien die medizinischen Softwareanbieter jedoch für den weiteren elektronischen Ausbau der e-card. "Es ist die Art der Umsetzung, an der wir uns stoßen. Zentralistische Strukturen wie bei der e-card sind unnötig, fehleranfällig und unglaublich teuer. Ich finde, dass die Österreicher etwas besseres verdient haben."

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